07.12.2009

RAUMFAHRTTrudelnd zum Roten Planeten

Die Mission "ExoMars" der europäischen Weltraumagentur Esa ist vor einem schwerwiegenden Fehler bewahrt worden. Analysen an einem Windkanal in Göttingen ergaben, dass das Unternehmen nach der jetzigen Planung in einer Katastrophe hätte enden können. Die Esa will bis zum Jahr 2018 ein Robot-Fahrzeug auf den Nachbarplaneten bringen. Die dafür benötigte Landekapsel muss mit einem Tempo von 16 000 km/h in die Mars-Atmosphäre eintauchen. Derzeit wird der Absturz am Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik in Göttingen simuliert. Die Tests ergaben überraschend, dass nicht nur die Nase, sondern auch das Heck der Kapsel einer extremen Hitzebelastung ausgesetzt wird. "Dabei entstehen Steuerprobleme, die Kapsel droht ins Trudeln zu geraten und unkontrolliert herabzufallen", erklärt ein Sprecher. Der Effekt hängt offenbar mit chemischen Reaktionen in der Mars-Luft zusammen, die zu 95 Prozent aus Kohlendioxid besteht. Die bisherigen Mars-Missionen der Amerikaner und Russen waren oft schon beim Landeanflug gescheitert.

DER SPIEGEL 50/2009
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Trudelnd zum Roten Planeten