14.12.2009

EINHEITSFEIERPofalla gegen Regierungsflug für Kohl

Das Fehlen von Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) beim Empfang des Bundespräsidenten zum 20. Jahrestag des Mauerfalls hat andere Gründe als offiziell angegeben. Bislang hatte es geheißen, Kohl habe aus gesundheitlichen Gründen nicht an dem Festakt teilnehmen können. Tatsächlich aber hat ihm Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) den Wunsch abgeschlagen, die Flugbereitschaft in Anspruch nehmen zu dürfen. Kohls Büro hatte im Kanzleramt angefragt, ob dem Altkanzler am 9. November eine Regierungsmaschine zur Verfügung gestellt werden könne. Er sei gesundheitlich zu angeschlagen, um mit dem Auto von Oggersheim nach Berlin zu reisen oder einen herkömmlichen Linienflug zu nehmen. Das Kanzleramt prüfte die Anfrage, sah sich aber außerstande, dem Wunsch zu entsprechen, da Kohl nach den Richtlinien der Flugbereitschaft nicht zum Kreis der Anspruchsberechtigten zähle. Überlegungen, einen Anspruchsberechtigten zum Abholen zu schicken und die Kosten an die CDU weiterzureichen, wurden nicht weiterverfolgt. Bei den Festlichkeiten in Berlin bedauerte Bundespräsident Horst Köhler vor zahlreichen Staats- und Regierungschefs die Abwesenheit des Altkanzlers ausdrücklich und überbrachte dessen "herzliche Grüße". In der vergangenen Woche gab Köhler zu Ehren Kohls im Schloss Bellevue ein Abendessen im Beisein vieler Weggefährten, um dessen Leistung für die deutsche Einheit im Jubiläumsjahr zu würdigen.

DER SPIEGEL 51/2009
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EINHEITSFEIER:
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