14.12.2009

BANKENBündnis gegen Boni-Verbot

Mit einem geschickten Schachzug wollen die großen deutschen Banken gesetzliche Einschränkungen von Bonuszahlungen abwehren - ohne allzu viel zu ändern. Vergangene Woche legten elf Finanzinstitute bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble eine Selbstverpflichtungserklärung zur Vermeidung von Bonus-Exzessen vor. Danach wollen sie die von den 20 führenden Industrie- und Schwellenländern vereinbarten Gehaltsregeln schon dieses Jahr einhalten und nicht erst 2010. Doch an der tatsächlichen Höhe der Boni dürfte sich dadurch zumindest vorerst wenig ändern. Das zeigt das Beispiel der Deutschen Bank. Sie hatte wegen glänzender Geschäfte im Investmentbanking schon für die ersten neun Monate knapp neun Milliarden Euro an Personalkosten verbucht. Der bilanzierte Personalaufwand zwischen Juli und September stieg sogar um stolze 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr - trotz weniger Mitarbeiter. Ein Teil der Boni wird in Aktien gezahlt, und die Investmentbanker können die Papiere erst nach einer Sperrfrist von mehreren Jahren in Bargeld umwandeln. Deshalb geht die Deutsche Bank davon aus, dass ihr Vergütungssystem schon jetzt den neuen Anforderungen entspricht. Zusätzlich soll ein Malussystem neu eingeführt werden, damit in schlechteren Zeiten ein Teil der Boni aberkannt werden kann. Stärker umstellen müssen sich wohl die DZ Bank und einige Landesbanken: Sie hatten die Boni bisher auf einen Schlag ausgezahlt und müssen die Zuwendungen nun über mehrere Jahre strecken - sofern es überhaupt welche gibt.

DER SPIEGEL 51/2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 51/2009
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

BANKEN:
Bündnis gegen Boni-Verbot