14.12.2009

DOPINGSignifikantes Risiko

Amerikanischen Wissenschaftlern ist es gelungen, mittels einer Fallstudie mit zehn Probanden zu belegen, dass es eine direkte Verbindung gibt zwischen der langfristigen Einnahme von anabolen Steroiden und Nierenerkrankungen. Die Pathologen vom Columbia University Medical Center in New York untersuchten zwischen 1999 und 2009 neun Bodybuilder und einen Gewichtheber - alle hatten jahrelang Anabolika genommen, und alle hatten beschädigte Nierenfilter. Neun Patienten litten an einer fokal segmentalen Glomerulosklerose, das ist eine chronische Erkrankung der Niere, die in der Regel eine Organtransplantation zur Folge hat. Ein Proband ist ein 30-jähriger Mann, der mehr als zehn Jahre Steroide nahm und seine Nieren damit schädigte. Ihr Zustand verbesserte sich, nachdem er die Anabolika abgesetzt und mit dem Bodybuilding aufgehört hatte. Der Mann wurde allerdings depressiv, er begann wieder zu trainieren und zu dopen - und die Krankheit verschlimmerte sich wieder. "Die Patienten sind nur die Spitze des Eisbergs", sagt Vivette D'Agati, die Leiterin der Studie. "Steroide sind ein Risiko. Ein signifikantes Risiko."

DER SPIEGEL 51/2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 51/2009
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

DOPING:
Signifikantes Risiko

  • "Schmerzgriff"-Vorwürfe: Hamburger Polizei verteidigt Einsatz bei Klimaprotesten
  • Klima-Demo in Berlin: "Ab jetzt gilt es!"
  • Parteitag in Brighton: Labour streitet über Corbyns Brexit-Kurs
  • Tropensturm in Houston: Passanten retten Lkw-Fahrer das Leben