14.12.2009

Rania

Rania , 39, Königin von Jordanien, pocht auf die Einhaltung von Menschenrechten und die Modernisierung islamischer Gesellschaften - trotz des Widerstands im eigenen Land. Die Königin, die nur sehr selten ein Kopftuch trägt, unterstützt Frauenrechtsgruppen, die sich für eine Verschärfung der Gesetze gegen "Ehrenmorde" einsetzen. Zwischen 20 und 25 Frauen werden jährlich in Jordanien umgebracht, weil sie der Familie angeblich Schande gebracht haben; die Strafen für die Mörder sind milde, manchmal werden nur sechs Monate Gefängnis verhängt. Rania findet es "zutiefst widerwärtig", dass diese Verbrechen so wenig Beachtung finden. Der Chef der "Islamischen Aktionsfront", Scheich Hamsa Mansur, will sich mit dem Thema hingegen gar nicht beschäftigen: "Die ganze Angelegenheit wird übertrieben." Seine Koalition aus Islamisten und Abgesandten verschiedener Stämme im Parlament blockiert im Moment alle Versuche, härtere Strafen für Männer durchzusetzen, die ihre Ehefrauen, Schwestern oder Töchter töten, weil die Ehre es ihnen angeblich gebietet.

DER SPIEGEL 51/2009
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