01.03.2010

BriefeAbsurde Änderungen

Nr. 7/2010, Musikindustrie: Wie die Gema deutsche Künstler drangsaliert
Die Geschäftspraktiken der Gema lassen in der Tat an Transparenz zu wünschen übrig. Kürzlich wurden von der Versammlung der ordentlichen Mitglieder zwei absurde Änderungen entschieden: So werden Komponisten für Aufführungen ihrer Werke kaum noch Tantiemen ausgezahlt, wenn dafür keine ausreichende Marktnachfrage besteht, das heißt kein angemessenes Eintrittsgeld verlangt wurde. Davon sind nahezu alle Aufführungen Neuer Musik in Galerien und Kirchen betroffen. Zudem kann die Gema, wenn sie den begründeten Verdacht auf Missbrauch hegt, eine durchgeführte, angemeldete Veranstaltung anfechten. Dann liegt die Beweislast, dass sie stattfand, beim Komponisten; dabei ist die Gema berechtigt, unabhängige Zeugen zu verlangen.
Berlin RenÉ Hirschfeld
Komponist, Violinist
Der Bericht war ein zielsicherer Schuss in den Ofen. Die von jeher gegebene Divergenz zwischen dem Musikverbraucher - der für die Nutzung von Musik bezahlt - und den Urhebern - die ihr geistiges Eigentum honoriert haben möchten - ist der banale Grund für das schlechte öffentliche Image der Gema. Dazu kommen interne Verteilungsdiskussionen, die oft von Neid und Missgunst gesteuert sind.
Berlin Prof. Karl Heinz Wahren
Ehrenpräs. des Deutschen Komponistenverb.
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DER SPIEGEL 9/2010
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