15.03.2010

AIRBUSEnde des US-Abenteuers

Massive Proteste Deutschlands und Frankreichs gegen unfaire Ausschreibungsbedingungen bei der Vergabe eines Milliardenauftrags zum Ersatz von 179 Tankflugzeugen der U. S. Air Force haben offenbar wenig Chancen auf Erfolg. Als Generalunternehmer für den ausgeschiedenen Mitbieter EADS/Airbus fungiert seit 2005 der US-Rüstungsgigant Northrop Grumman. Doch dessen Manager dürften kaum Interesse haben, sich mit dem US-Verteidigungsministerium als ihrem wichtigsten Kunden anzulegen. Der US-Konzern hatte damals eingewilligt, sich mit den Europäern um das 35-Milliarden-Dollar-Projekt zu bewerben. Doch die Top-Manager, die den transatlantischen Pakt zu jener Zeit besiegelten, sind längst ausgeschieden. Der neue Northrop-Grumman-Chef Wes Bush verfolgt eher einen pragmatischen Kurs. Bereits im Dezember, kurz vor seinem Amtsantritt, drohte er, aus dem Bieterwettbewerb auszusteigen, wenn das stark auf den Konkurrenten Boeing zugeschnittene Konzept nicht geändert werde. Außerdem kündigte er an, die Konzernzentrale von Los Angeles an den US-Regierungssitz in Washington zu verlegen. Dass ausgerechnet er nun zusammen mit den Europäern für den Tankerauftrag kämpft und dadurch womöglich andere US-Rüstungsaufträge für sein Unternehmen gefährdet, erscheint unwahrscheinlich. Eher abschrecken dürfte beide Unternehmen auch, dass die US-Regierung bei ihrer Tanker-Bestellung erstmals einen Festpreis vereinbaren will.

DER SPIEGEL 11/2010
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