22.05.2010

BriefeRitt auf der Schnecke

Nr. 19/2010, Kirche: SPIEGEL-Gespräch mit dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick über den Missbrauchsskandal und den Zölibat
Es ist öffentlich nicht bekannt, wie viele Bischöfe in den letzten hundert Jahren das Versprechen der Keuschheit nicht halten konnten. Eines ist ganz sicher, es waren sehr viele! Ratzinger dürfte Zahlen kennen.
Neuenburg am Rhein Ewald Schnitzler
Die vermeintliche Fortschrittlichkeit der Gedanken des Erzbischofs Schick gleicht einem Ritt auf der Schnecke. Auf die berechtigte Frage, ob auch Frauen zum Priesteramt zugelassen werden sollen, meint er, dies sei für ihn kein Thema, da es im Augenblick nicht vermittelbar sei. Bei anderen Themen jedoch (Homosexuelle, Heirat von Geschiedenen, Verwendung von Kondomen) scheint ein anderer Maßstab angelegt zu werden. Die tatsächlich vertretene Meinung der Institution ist für viele Gläubige nicht ersichtlich. Kann es sein, dass ein offenerer Umgang mit diesen Themen zwar einen Teil der Gläubigen erschrecken würde, eine große Mehrheit der Kirche aber wieder näher bringen könnte?
Bad Buchau (Bad.-Württ.) Susanne Kneißle
Solche SPIEGEL-Gespräche sind langweilig. Die Kirche hat keine Antworten auf die Fragen des dritten Jahrtausends. Die Frohe Botschaft, vom Herrn Erzbischof verkündet, macht in Wahrheit nicht froh. Die "Schafe" laufen reihenweise davon.
Aachen Hartmut Neumann
Bischöfe wurden bisher aus der Priesterschaft auf welchem Weg auch immer berufen. Für die Priesterschaft kann Bischof Schick sich vorstellen, den Zölibat nicht bindend zu machen, für Bischöfe müsse er aber gelten. Bedeutet das, brillante Theologen, die heiraten, können keine Bischöfe werden, oder werden deren Ehefrauen nach Berufung in das Amt per Scheidung in den Stand der Haushälterin versetzt? Etwas kurz gesprungen, Herr Bischof, auch wenn Ansätze den Weg in die richtige Richtung weisen.
Kassel Uwe Retting
Es ist einfach köstlich zu beobachten, mit welcher Chuzpe die "Würdenträger" die Untaten der einzigen - und dazu auch noch "allein selig machenden" - Kirche verharmlosen.
Davos (Schweiz) Horst Simon
Wenn es in der Kirche mehr Typen gäbe wie Erzbischof Ludwig Schick, würden Papst & Co. schneller aus der verheerenden Imagekatastrophe herauskommen. Endlich mal offene Worte und klare Ansagen. Lob aber auch für die Redakteure: intelligente und taffe Fragen. Das ist SPIEGEL at its best!
Köln Frank Behrendt

DER SPIEGEL 21/2010
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