23.11.1998

GESTORBENAlan J. Pakula

70. Das Böse hatte in seinen Filmen nie ein Gesicht und nur manchmal einen Namen. In "Die Unbestechlichen", seinem Erfolgswerk über die beiden Reporter der "Washington Post", die den Watergate-Skandal aufdeckten, ist US-Präsident Richard Nixon kein einziges Mal im Bild zu sehen - und bleibt doch allgegenwärtig als unheimliche Bedrohung. Der in New York geborene Regisseur, der in seiner Jugend von einer Karriere als Psychiater träumte, widmete sich vorzugsweise der amerikanischen Angst vor dem Unbekannten. In Hollywood schimpfte man ihn deshalb einen "paranoiden Regisseur". Erfolg hatte er trotzdem: Schauspieler wie Jane Fonda ("Klute") und Meryl Streep ("Sophies Entscheidung") bekamen für ihre Rollen unter Pakulas Regie den Oscar. Sein letzter Film "Vertrauter Feind" (mit Brad Pitt und Harrison Ford) kam im vergangenen Jahr in die Kinos. "Ich glaube nicht, daß man sein Leben unter Kontrolle hat", hat er einmal gesagt. Alan J. Pakula starb vergangenen Donnerstag bei einem Autounfall in der Nähe von New York.

DER SPIEGEL 48/1998
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