14.06.2010

IRANDie Geburt einer Bombe

Im Streit um Teherans Nuklearprogramm hat der Uno-Sicherheitsrat neue Sanktionen verhängt. Aber baut das Mullah-Regime wirklich eine Kernwaffe? Oder will es das Atom nur zivil nutzen, und westliche Geheimdienste spielen die Gefahr hoch, um das Land durch Strafaktionen in die Knie zu zwingen? Eine Spurensuche zwischen Washington, Wien und Isfahan. Von Erich Follath und Holger Stark
Wieder mal eine dieser geheimen Sitzungen bei der IAEA. Der Vizedirektor der Internationalen Atomenergiebehörde, die im Auftrag der Vereinten Nationen verhindern soll, dass die Atombombe in falsche Hände gerät, hat 35 Diplomaten in den vierten Stock des Wiener Uno-Hochhauses gebeten. Einige fotografieren mit ihren Handys die Eisschollen auf der Donau, die unter ihnen treiben. Alle sind auf Routine eingestellt. Doch diesmal ist alles anders. An diesem Februartag im Jahr 2008 wird mit Hilfe von Hightech-Spionage Geschichte geschrieben. Und vielleicht wird man später einmal sagen: Es war der Tag, an dem Iran endgültig seine Unschuld verlor. An dem den Israelis die Argumente für einen Krieg geliefert wurden.
Olli Heinonen konfrontiert die Diplomaten mit neuen Erkenntnissen zu Teherans Atomprogramm. Der finnische Nuklearwissenschaftler ist als Chef der IAEA-"Safeguards" selbst öfter nach Natans und Isfahan gefahren, seine Inspektoren-"Wachhunde" erstatten ihm regelmäßig Bericht. In vielen Anlagen kontrollieren zudem Kameras den Umgang mit dem Atom. So nützlich dies alles ist, es ersetzt nicht zusätzliche, geheime Informationen.
Heinonen weiß, dass er längst nicht alles weiß, was in Iran vor sich geht. Aber ihm wurden über Umwege Informationen zugespielt, unter anderem die Aufzeichnungen eines führenden iranischen Nuklearwissenschaftlers.
Immer misstrauisch gegenüber Manipulationen, hat Heinonen die exklusiven Nachrichten lange mit seinen Aufzeichnungen verglichen, mit anderen Berichten gegengecheckt. Und ist zu der Überzeugung gekommen, dass ihm da ein Schatz von Fakten, Bildern und Namen übermittelt wurde - alles "mit über 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit authentisch".
Der Raum ist abgedunkelt, im Hintergrund surrt ein Beamer. Zwei Stunden lang wirft Heinonen Bilder, Diagramme und Manuskriptkopien an die Wand. Sie widersprechen diametral der offiziellen Teheraner Version, spaltbares Material werde in Iran nur zu friedlichen Zwecken genutzt und es gebe kein militärisches Programm. "Projekt 5" beschreibt Irans Uranabbau und die Verarbeitung zu Uranhexafluorid, einem Zwischenprodukt auf dem Weg zum nuklearen Brennstoff. "Projekt 110" schildert Tests für hochexplosive Nuklearmaterialien. "Projekt 111" verdeutlicht Versuche, einen Sprengkopf für die iranische Schahab-3-Rakete zu bauen. Auf Seite eins des Dokuments steht ein literarisches Leitmotiv, das die IAEA-Experten aus dem Persischen übersetzt haben: "Das Schicksal verändert die Menschen nicht, solange die Menschen das Schicksal nicht verändern."
Heinonen spricht von drängenden Fragen, die sich aus all dem ergäben, vor allem gegenüber einem Herrn namens Mohsen Fachrisade, der als Geheimchef des Programms immer wieder in den Dokumenten auftaucht. Heinonen sagt nicht, dass es sich um Beweise für ein Atombomben-Projekt handelt. Aber so nah an einen "rauchenden Colt" für ein militärisches iranisches Nuklearprogramm ist vorher noch niemand gekommen. Die Präsentation des für seine Besonnenheit bekannten Skandinaviers ist eine überzeugende Indizienkette - und schlägt bei den Experten hohe Wellen.
Der iranische Botschafter Ali Asghar Soltanieh springt erregt auf und spricht von "Fälschungen" - was er später teilweise zurücknehmen muss. Amerikaner, Franzosen und andere machen sich konzentriert Notizen, versuchen hastig, mit ihren Handys die Schautafeln abzulichten, wie sich einer der Anwesenden erinnert.
Das Beste hat sich Heinonen für den Schluss aufgehoben: einen Dreiminutenfilm aus Teheran, der wohl für die politischen Spitzenkräfte des Landes bestimmt war und professionell wie ein Hollywood-Werbetrailer aufbereitet ist. Er zeigt die computergestütze Simulation der Explosion eines Raketensprengkopfs. Die vorgesehene Explosion in 600 Meter Höhe ergebe - nach den nüchternen Worten des IAEA-Vizedirektors - für den Einsatz von konventionellen oder von chemischen und biologischen Waffen keinen Sinn.
Unterlegt ist der Streifen mit eindrucksvollen Klängen - "Chariots of Fire". Die Musik von Vangelis hat ebenso wie der gleichnamige Film 1982 einen Oscar gewonnen. Aber "Triumphwagen aus Feuer" hat noch einen anderen Kontext, und es ist anzunehmen, dass die hochgebildeten iranischen Wissenschaftler ihn gekannt haben. Der britische Schriftsteller William Blake machte die ungewöhnliche Formulierung mit biblischem Ursprung im 19. Jahrhundert durch sein prophetisches Werk "Jerusalem" bekannt: "Bringt meinen Bogen lohen Goldes! / Bringt meine Pfeile der Begier! / Bringt meinen Speer: Wolken brecht auf! / Bringt meinen Feurig Wagen mir!" Chariot of Fire, Feurig Wagen - poetische Umschreibung für die Atombombe?
Ein klandestines Nuklearprogramm, die Angst, Teherans Machthaber könnten sich die Kernwaffen beschaffen, das ihnen verhasste Israel und die amerikanischen Truppen am Persischen Golf damit bedrohen: Nichts beschäftigt die internationale Diplomatie im Jahr 2010 so wie dieses Thema. Und nichts betont die Dramatik der Ereignisse so wie die IAEA-Geheimsitzung.
Weil das iranische Regime sich weigert, die Urananreicherung einzustellen oder wenigstens erneut auszusetzen, verschärfte der Uno-Sicherheitsrat vergangenen Mittwoch zum dritten Mal seine Sanktionen. Iranische Unternehmen werden weiter isoliert, die Rüstungseinfuhr wird erschwert, der Spielraum der Revolutionswächter eingeengt, die Kontrolle iranischer Schiffe erleichtert. US-Präsident Barack Obama sprach von den "härtesten Sanktionen, mit denen die iranische Regierung je konfrontiert war", Irans Präsident dagegen wetterte, die Uno-Resolution gehöre "in den Müll". In Wirklichkeit sind die neuen Regelungen nur Nadelstiche, nichts, was Teheran entscheidend trifft; Russland und vor allem China sperrten sich gegen Einschränkungen im Öl-handel.
Die Weltöffentlichkeit ist gespalten, Brasilien und die Türkei votierten selbst gegen den verwässerten Uno-Entwurf. Niemand will eine iranische Bombe. Die bewusst falschen oder zumindest übertriebenen Meldungen westlicher Geheimdienste über irakische "Massenvernichtungswaffen", die dann sogar als Kriegsgrund herhalten mussten, sorgen immer noch für Empörung. CIA, BND und MI6 haben seither ein Glaubwürdigkeitsproblem, auch und gerade wenn sie in Sachen ultimativer Waffe Alarm schlagen. Und wie ein Damoklesschwert hängt die Drohung israelischer Politiker über dem Ganzen, militärisch loszuschlagen, um den Holocaust-Leugner Mahmud Ahmadinedschad zu stoppen, der gern damit prahlt, für das "zionistische Regime" habe die "Totenglocke geläutet".
Iran und die Bombe: Das ist eine Geschichte von Irrungen und Wirrungen, mit Täuschungsmanövern aller Seiten. Das ist ein gewaltiges Drama, dargeboten auf einer Bühne, die in alle Ecken der Welt reicht. In den Hauptrollen: königstreue Politiker und Glaubenskrieger, Pseudo-Demokraten und intrigante Generäle, käufliche Wissenschaftler aus Russland und bieder wirkende Kaufleute aus der Schweiz. Schauplätze des Stücks: Wien und Washington, Teheran und Tel Aviv, Pjöngjang und Berlin.
Akt 1: Warum der Schah aufrüstet - und die Ajatollahs ihm folgen
Es gibt wenige Orte auf der Welt, an denen man Stolz empfindet auf die Menschheit. Persepolis im Süden des heutigen Iran ist so einer.
Darios der Große hat hier im 6. Jahrhundert vor Christus seine Hauptstadt gebaut, immer noch zeugen eindrucksvolle Ruinen von einer hochstehenden Zivilisation. Und wenn auch Makedonier, Araber, Mongolen das Land erobert haben, ihm später britische Ölfirmen und amerikanische Generäle ihren Willen aufzwangen: Den manchmal an Arroganz grenzenden Stolz auf eine überlegene Kultur hat den Persern nie jemand genommen, die Überzeugung, sie seien in einer Region "zurückgebliebener" Araber die natürliche Führungsmacht.
Nur durch einen CIA-Putsch gegen den vom Parlament gewählten Nationalliberalen Mohammed Mossadegh hat der Schah 1953 seine Macht erhalten können. Er verordnet seinem Volk eine radikale Hinwendung zur westlichen Moderne. Er will mit seiner "Weißen Revolution" den Fortschritt erzwingen und deckt sich im Westen mit den modernsten Waffen ein. 1957 schließt der Schah ein ziviles Nuklear-Kooperationsabkommen mit den USA, ein Jahrzehnt später wird in Teheran der erste Forschungsreaktor errichtet. Doch Irans Herrscher will mehr. 1976 unterzeichnet der damalige US-Präsident Gerald Ford eine Direktive, die Iran nicht nur mehrere AKW zusichert, sondern auch eine Wiederaufarbeitungsanlage zur Rückgewinnung von Nuklearbrennstoff.
Der Schah kann seinen Traum von der Kernwaffe nie verwirklichen, nicht einmal das unter deutscher Leitung begonnene Atomkraftwerk in Buschehr wird fertig. 1979 treibt ihn eine Revolution aus dem Amt. Ajatollah Ruhollah Chomeini erobert im Triumph das Land. Im Zentrum seines Gottesstaats steht die Reinheit des schiitischen Glaubens, die Reinheit des Urans spielt keine Rolle - Chomeini tut das Atomprogramm als "verdächtige westliche Innovation" ab, die in seiner Islamischen Republik nichts zu suchen habe. Zudem seien Massenvernichtungswaffen nach Allahs Lehre "haram" verboten.
Chomeinis Haltung ist erstaunlich. Israel ist bereits Atommacht, hat in der Negev-Wüste einen geheimen Nuklearreaktor und funktionsfähige Kernwaffen gebaut. 1969 gab Golda Meïr in Washington gegenüber US-Präsident Richard Nixon vermutlich die Existenz der Bomben zu. Der irakische Präsident Saddam Hussein fühlt sich von der US-Regierung ermutigt, im Herbst 1980 den iranischen Nachbarn anzugreifen. Acht Jahre sollte der Krieg toben und etwa eine halbe Million Menschen das Leben kosten. Buschehr ist eines der Bombenziele, Irans noch unfertiger Nuklearreaktor wird weitgehend zerstört. Mohsen Resai, der Kommandeur der Revolutionswächter (und heutige Ahmadinedschad-Kritiker), fordert den Revolutionsführer in einem dramatischen Brief auf, die Entwicklung von Atomwaffen zu gestatten. Nur so könne sich Iran schützen, Feinde abschrecken. Und der damalige Premier Hossein Mussawi (heute Führer des Widerstands der Straße) unterstützt ihn mit einem persönlichen Schreiben bei dem Bomben-Wunsch.
Chomeini stimmt im Juli 1988 schweren Herzens einem Waffenstillstand mit den Irakern zu: Der Schritt sei "bitterer als Gift". Und er beginnt wohl, in Sachen Nuklearwaffen umzudenken. Im Falle einer existentiellen Gefährdung darf der Schiit zur "Takija" greifen, zur Lüge im Sinne des höheren Ganzen. Falls Chomeini dieses Prinzip neu interpretiert, kann er seine Grundsätze beibehalten - und gleichzeitig seinen Leuten sagen: volle Kraft voraus, Richtung Atombombe.
1988 kommt es zu ersten ernsthaften Verhandlungen mit dem Nachbarstaat Pakistan. Dort hatte Zulfikar Ali Bhutto schon in den siebziger Jahren erklärt, man müsse zur Not "Gras essen, um die Bombe zu bekommen" - und tatsächlich entwickelt sich Pakistan zur Atommacht. Die sunnitische Regierung hegt allerdings tiefes Misstrauen gegen die Schiiten, sagt ihren Politikern, sie möchten die iranischen Unterhändler hinhalten.
Aber die Männer in Teheran haben einen Plan B: direkte Verhandlungen mit dem "Vater der pakistanischen Atombombe", mit Abdul Qadir Khan. Der ist gern bereit, sein Wissen an Glaubensbrüder weiterzugeben. Jedenfalls so lange, wie er gut genug an einem solchen Deal verdient - Khan ist Möchtegern-Dschihadist und Möchtegern-Millionär in einem und sieht keinen Widerspruch darin.
Akt 2: Wie Herr Khan lernte, die Bombe zu lieben
Von einem übermächtigen Gegner gedemütigt zu werden, das hat er schon in frühester Jugend gehasst. Damals, nach der blutigen Teilung Britisch-Indiens 1947, als sich die muslimische Lehrerfamilie doch entschließt, das indische Bhopal zu verlassen und nach Pakistan ("Land der Reinen") zu ziehen. Abdul Qadir Khan, gerade 16, beobachtet, wie Hindu-Soldaten Frauen berauben. Ihm klaut ein Grenzer nur ein kleines Geschenk, einen Kugelschreiber. Aber das Souvenir des Bruders hat ihm viel bedeutet. Der Underdog schwört Vergeltung, er träumt von einer Rache aus der Position der Stärke heraus.
Nach der Schulausbildung in Karatschi promoviert der Hochbegabte 1972 im belgischen Leuven im Fach Metallurgie. Khan heuert bei einem Zulieferer des Zentrifugenbauers Urenco an - und kommt durch die unfassbare Sorglosigkeit des Unternehmens an die nukleare Feuerstelle, von der jeder Bombenbastler träumt. Niemand hat etwas dagegen, dass der Pakistaner die hoch geheimen Unterlagen nach Hause mitnimmt. Dort hat er Gelegenheit, die von deutschen Ingenieuren entwickelte Technologie in aller Ruhe zu kopieren.
Der Wissenschaftler weiß, was er in Händen hält: den Durchbruch für ein Atomwaffenprogramm. Denn bei der Herstellung der Bombe ist das größte Problem der Erwerb des benötigten Spaltmaterials. Der diskretere von zwei möglichen Wegen führt über die Urananreicherung, über die Zentrifugen. Man braucht dafür Natururan, das auf dem Weltmarkt relativ leicht erhältlich und in Iran vorhanden ist. Und die Weiterentwicklung zum waffenfähigen Stoff lässt sich in Anlagen durchführen, die relativ einfach zu verstecken sind. Es ist wie die Hightech-Variante des Goldwaschens: Hunderte exakt gefertigte Zentrifugen müssen mit ihren Rotoren in hoher Geschwindigkeit und sehr präzise laufen, um den Bombenstoff zu erhalten.
Im Januar 1976 ist der nette Herr Khan dann verschwunden. 1983 verurteilt ein Gericht in Amsterdam den Pakistaner wegen Industriespionage in Abwesenheit zu vier Jahren Haft. Ab 1985 wird in Pakistan erfolgreich Uran angereichert, das dafür gegründete Atominstitut Kahuta, 40 Kilometer südlich der Hauptstadt Islamabad gelegen, wird nach dem Direktor Khan benannt.
In Dubai trifft er sich dann zum ersten Mal mit den Iranern. Bei einer Zusammenkunft 1987, zu der Massud Naraghi, der Chef der iranischen Atomenergiekommission, persönlich anreist, werden detaillierte Baupläne übergeben. Teheran bekommt zudem zwei Zentrifugen, die Khan in Kahuta abgezweigt hat.
Für Iran ist es der Beginn einer wunderbaren Waffenbrüder-Freundschaft, für Khan der Beginn einer äußerst lukrativen Karriere als Dealer: Pakistans Wissenschaftler Nummer eins reist ein gutes Dutzend Mal nach Nordkorea, nach Dubai, oft nach Nordafrika. Er geht mit den Atomwaffenkomponenten regelrecht hausieren. Mehrfach lässt sich der Bombenfachmann nach Teheran einladen, er bekommt am Kaspischen Meer eine Villa, verlässt Iran nach Aussagen eines Überläufers selten ohne gefüllte Geldkoffer.
1991 nimmt Irans klandestines Nuklearprogramm Fahrt auf. Es ist das Jahr, in dem die versammelten amerikanischen Geheimdienste in einem ihrer Berichte auf Teheran eingehen - mit einer Entwarnung: Zwar bestehe bei der iranischen Führung Interesse an einer Atomwaffe, aber das Programm sei "zu desorganisiert, um ernst genommen werden zu müssen".
Ein Jahr später relativiert das der damalige CIA-Direktor (und heutige Verteidigungsminister) Robert Gates. Er besitzt neue Informationen: Naraghi, der iranische Atomchef, hat seinen Job verloren und bittet in den USA um Asyl. Er gibt auch seinen Kontaktmann preis: Khan. Doch die Amerikaner räumen der Pakistan-Connection kein Gewicht ein. Sie warnen auch die IAEA-Kontrolleure nicht. Wertvolle Jahre gehen verloren, in denen die iranischen Zentrifugen laufen lernen.
Mitte der Neunziger beginnen die Iraner mit dem Bau von Geheimanlagen für die Zentrifugen - es ist der Anfang des großen Tarnens und Täuschens, das bis heute anhält und mit dem das Land das ihm formal zustehende Recht auf Urananreicherung verwirkt. In einem Vorort Teherans wird die Uhrenfabrik Kalaye Electric umfunktioniert, 250 Kilometer südlich der Hauptstadt entsteht bei Natans ein neuer geheimer Atomkomplex.
Nach dem verheerenden Irak-Krieg hat sich eine bleierne Schwere über das Land gelegt. Es zeigt sich immer mehr, dass die Mullahs weder in der Wirtschaft noch im Sozialen wirksame Rezepte haben. Und der Westen weiß nicht, was er von einem Regime halten soll, das vorsichtige Gesten des guten Willens aussendet - und gleichzeitig Killerkommandos gegen im Ausland lebende Oppositionelle schickt.
Im Nachbarland feiert Abdul Qadir Khan den Triumph seines Lebens: Am 28. Mai 1998 führt Pakistan mehrere erfolgreiche Atomtests durch. Khan wird zum Nationalhelden. Eine große Hilfe ist ihm dabei eine Schweizer Familie von Ingenieuren. Auf Friedrich Tinner ist Khan aufmerksam geworden, als er sich in den Niederlanden die Urenco-Lieferantenliste besorgte, auch mit Sohn Marco freundete sich der Pakistaner bald an. "Eine wunderbare, ehrliche Sippe", sagt Khan über die Tinners, die Teil seines Netzwerks werden. Der jüngere Sohn Urs, Schulabgänger mit 16, bald hoch verschuldet, ist das schwarze Schaf der Familie - ein ideales Ziel der CIA.
Beim amerikanischen Geheimdienst ist man inzwischen aufgewacht, hat den pakistanischen Nuklear-Dschihadisten als Gefahr für den Weltfrieden identifiziert. Doch das Ausmaß seiner Deals ist noch unklar. Langley will einen Mittelsmann ins Herz der Organisation einschleusen. Der CIA-Agent mit dem Decknamen "Mad Dog" erfährt von Urs Tinners Umzug nach Dubai und dass er bei Khan-Freunden Arbeit gefunden hat.
Ab dem Jahr 2000 gibt es also einen Maulwurf im Khan-Netzwerk. Einen, der sehr nah dran ist: Urs Tinner genießt das Vertrauen seines Chefs, darf im Dubai-Büro für den illegalen Weiterverkauf vorgesehene, hoch geheime Nuklearbaupläne scannen. Mitte 2000 laufen bei den Amerikanern die Drähte heiß: Iran und Libyen haben neue Atomaufträge an Khan vergeben. Doch in Washington glaubt man an die Politik der langen Leine. Und bald setzt der 11. September 2001 andere Prioritäten - bei denen man Pakistan braucht. Der amerikanische Vergeltungsschlag gegen Osama Bin Ladens Terrorlager in Afghanistan wird vom Uno-Sicherheitsrat abgesegnet, das offizielle Islamabad schlägt sich auf Washingtons Seite.
Die CIA glaubt, alle Fäden um Khan im Griff zu haben, doch der ist alles andere als eine leicht zu dirigierende Marionette. Und einen weiteren Spieler im iranischen Atomprogramm haben die Amerikaner gar nicht auf dem Schirm, seine Rolle ist bis heute von niemandem enträtselt. Die Spur führt nach Russland.
Akt 3: Wie ein BND-Agent den "Laptop des Todes" entdeckt
Wjatscheslaw D. ist ein international anerkannter Spezialist auf dem Gebiet der Nanotechnik. Sein guter Ruf basiert auf einer Entdeckung, die er im Juli 1963 mit Kollegen machte: Die Sowjets ließen die Druckwellen einer Explosion auf Kohlenstoff einwirken. Durch die schlagartige Kompression entstanden Edelsteine, sogenannte Nanodiamanten. Die Iraner sind nicht an funkelnden Steinen interessiert, sondern an allem, was für die Zündung einer Bombe nötig ist - und davon versteht der Russe einiges. Mit Atombomben hat er sich jahrelang beschäftigt, während des Kalten Krieges. Tscheljabinsk-70 in Sibirien ist das sowjetische Gegenstück zu Los Alamos, 1500 Kilometer von Moskau entfernt. Seit 1955 werden dort Atombomben für die Streitkräfte konstruiert, die Forscher tüfteln daran, sie kleiner zu machen. D. ist im wissenschaftlichen Forschungszentrum angestellt.
Die Iraner werden auf D. aufmerksam, nachdem er 1992 mit Kollegen einen bahnbrechenden Aufsatz in einer Fachzeitschrift veröffentlicht hat. Es geht darum, dass sich die Druckwellen nach einer Explosion möglichst gleichmäßig ausbreiten - genau das ist bei der Zündung eines atomaren Sprengkopfes bestimmter Bauweise wichtig. Dafür müsse man viele kleine Kanäle in den Sprengsatz fräsen, "um die Zeitabstände zu messen, in denen die Wellen ankommen", schreibt D. Etwa 1995 kommt es laut IAEA-Quellen zu einem Deal: Der Wissenschaftler wird fortan für Teheran arbeiten; ob er genau weiß, was das eigentliche Ziel dieses Projekts ist, ist unklar.
Es ist ein atomares Aufrüsten, das der Welt lange Zeit verborgen bleibt - bis zu einem jener goldenen Spätsommertage in Washington Mitte August 2002. Der Nationale Widerstandsrat der Volksmudschahidin hat zu einer Pressekonferenz in das Willard Intercontinental geladen. Eigentlich nicht das Parkett, auf dem sich die iranischen Dissidenten bewegen, die das Regime mit Bomben in Teheran und Demonstrationen in europäischen Hauptstädten zu stürzen versuchen.
Salon "Taft", im zweiten Stock. "Was ich Ihnen heute präsentiere, sind zwei hoch geheime Orte, die das iranische Regime bis jetzt zu verbergen sucht", sagt ein Sprecher der Volksmudschahidin - eine weltpolitische Sensation. Ein Schwerwasserreaktor zur Plutonium-Gewinnung in Arak? Eine Anreicherungsanlage in Natans? Kann es möglich sein, dass Iran seit Jahren ein Atomprogramm unterhält?
Die Präsentation sei das "Ergebnis intensiver eigener Recherchen", behaupten die Regimegegner, aber das ist nicht wahr. Tatsächlich hat der israelische Geheimdienst sie gefüttert. Um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen, wollte die Regierung in Jerusalem die eigene Urheberschaft verschleiern; in arabischen Staaten wäre eine solche Sensation nur als eine weitere Folge aus der unendlichen Serie vermeintlicher zionistischer Propaganda aufgenommen worden.
Die unerwartete Enttarnung des iranischen Manhattan-Projekts verändert alles. Bislang fand die Entwicklung im Dunklen statt, jetzt richtet die Weltöffentlichkeit ihre Scheinwerfer auf Iran. Es ist der Beginn einer großen politischen Kontroverse, an deren Ende die Alternative lautet: Krieg oder Frieden?
Von der "Achse des Bösen" hat bereits vorher US-Präsident Bush gesprochen, gemeint waren der Irak, Iran und Nordkorea. Diese drei Staaten, tönt Bush im Januar 2002, würden sich "bewaffnen, um den Weltfrieden zu bedrohen". Offen droht er mit Krieg: "Die Vereinigten Staaten von Amerika werden es den gefährlichsten Regimen dieser Welt nicht erlauben, uns mit den gefährlichsten Waffen dieser Welt zu bedrohen."
Die Neokonservativen in der US-Regierung wollen die Weltordnung mit Waffengewalt verändern, die neue Doktrin lautet, dass eine bewaffnete Intervention schon dann gerechtfertigt sei, wenn amerikanische Interessen nur bedroht sein könnten. Bald macht das Wort vom "regime change" in Teheran die Runde. Auch Revolutionsführer Chamenei fürchtet um den Fortbestand der Islamischen Republik.
Im Juli 2003 fliegt der Ägypter Mohamed ElBaradei nach Teheran, der Chef der Wiener IAEA. Schon seit März bereisen seine Inspektoren häufig das Land, sie installieren Kameras, Siegel, Messgeräte zur Kontrolle und stellen viele Fragen. Es ist jetzt ungleich schwieriger, Dinge geheim zu halten, und so wird auch durchsickern, wie weit die iranischen Forscher technologisch bereits sind.
Im Sommer 2003 haben die Teheraner Techniker nach der russischen Methode Testzündungen durchgeführt. Der Spreng-satz, so sickert später durch, besteht aus einer Halbkugel mit einem Durchmesser von 27,5 Zentimetern, ummantelt von einer Hülle aus gehärtetem Aluminium. Wie Wjatscheslaw D. es 1992 in seinem Aufsatz beschrieben hat, haben die Iraner winzige Löcher in die Aluminiumhülle gebohrt und dort kleine Ladungen an Explosiva platziert, die simultan eine große Ladung konventionellen Sprengstoff im Inneren zünden sollen.
Es soll herausgefunden werden, ob die anschließenden Druckwellen von allen Seiten gleichzeitig auf den potentiellen atomaren Kern einwirken. Die Iraner haben etwa tausend Messfäden aus Fiber- glas in der Halbschale angeordnet, die Lichtsignale an ein digitales Messgerät übermitteln; eine Hochgeschwindigkeitskamera schießt im Abstand von einem Bruchteil einer Sekunde Bilder. So lässt sich der Verlauf des Experiments auswerten.
Und glaubt man westlichen Geheimdiensten, sind die Ergebnisse ein technischer Durchbruch. Die Zündertechnologie scheint beherrschbar, das ist die Botschaft dieses Sommers 2003.
Während die Techniker Erfolge vermelden, zeigt der internationale Druck Wirkung. Die US-Geheimdienste fangen interne Anweisungen der iranischen Regierung ab, die auf eine drastische Reduzierung des Budgets für die militärische Forschung hindeuten. Mehrere Wissenschaftler beschweren sich, dass sie ihre Projekte nicht weiterverfolgen dürften. Die Sorge der Regierung vor der Aufdeckung geheimer Atomprojekte ist so groß, dass im Februar 2004 vor einem Gebäude des Physics Research Center im Nordosten Teherans, in dem ein militärischer Teil der Nuklearforschung residiert, die Bagger anrücken. Dass die westlichen Geheimdienste die iranischen Interna verfolgen können, hat auch mit der Arbeit des Bundesnachrichtendienstes zu tun.
Der BND hat eine Top-Quelle in Teheran: Codename "Delphin", geführt von der Abteilung 1 aus Pullach. Er arbeitet für die Regierung in Teheran, ein Geschäftsmann, der eher zufällig mit Atomen und ihrer Spaltung zu tun hat. "Delphin" soll Stahl und Beton in Isfahan, Natans und anderen Orten gießen, und so kommt er Stück für Stück näher an jenen inneren Kreis heran, der für das Regime das geheime Programm vorantreibt.
Die Agenten aus Pullach treffen "Delphin" bevorzugt auf Auslandsreisen, die das Regime kurz nach der Jahrtausendwende noch erlaubt. "Delphin" ist ein kluger Mann, er weiß, dass die Geheimdienste den Verrat lieben, aber nicht den Verräter. Er schließt deshalb eine Art Lebensversicherung ab: Er sammelt jede Art von vertraulichen Dokumenten, die er über das Atomprogramm in die Finger bekommt, digitalisiert sie und versteckt die Computerfestplatte als Faustpfand. Er will nicht ewig in Iran bleiben, sondern überlaufen, am liebsten in die USA.
Der CIA ist der Unternehmer ebenfalls aufgefallen, es ist eine überschaubare Klientel, die in das Atomprogramm eingebunden ist, und als "Delphin" erstmals den Wunsch äußert, Iran zu verlassen, schalten die Pullacher die CIA ein. Allerdings passiert ein fataler Fehler, der iranische Geheimdienst deckt 2003 "Delphins" Amerika-Kontakte auf. Eines Tages wird er verhaftet, wie so viele Oppositionelle. Seiner Frau gelingt dagegen die Flucht, samt ihren Kindern - und dem Laptop. In Istanbul marschiert sie in das amerikanische Generalkonsulat, erzählt ihre Geschichte und wird zur CIA vermittelt. "Delphin" verschwindet in den Foltergefängnissen von Teheran, aber seine Frau und seine Kinder werden in die USA ausgeflogen. Der Laptop wird für sie zur Green Card.
Ein Teil der mehr als 1000 Seiten beinhaltet eine iranische Korrespondenz über die Umwandlung von Uranoxid in Urantetrafluorid. "Green Salt Project" nennen die Iraner diesen Arbeitsschritt, laut den Dokumenten auf dem Laptop wird der Bereich intern als "Projekt 5.13" geführt. Eine Tonne des "grünen Salzes" soll pro Jahr produziert werden. Der Laptop enthält ein Dokument aus dem Mai 2003, das den Briefkopf der Teheraner Firma Kimia Maadan trägt. Der iranische Botschafter bei der IAEA wird später dementieren, dass es das fragliche Projekt jemals gegeben hat, und behaupten, die Firma habe lediglich mit dem Abbau in einer Mine bei dem Ort Gutschin zu tun. Aber Geschäftsunterlagen, die dem SPIEGEL vorliegen, verstärken den Verdacht: Dort wird Kimia Maadan als Teil des Teheraner Verteidigungsministeriums aufgeführt.
Die US-Regierung präsentiert das Laptop-Material in einem abhörsicheren Raum im Kanzleramt. Dahinter steht auch eine politische Erwägung: Nach dem Geheimdienst-Desaster um die vermeintlichen Massenvernichtungswaffen im Irak suchen die Amerikaner Partner, um die Verantwortung zu teilen. Doch Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier und sein Geheimdienst-Koordinator Ernst Uhrlau wollen "kein Beistelltisch sein", wie es im Kanzleramt heißt, sie trauen Bush und seiner CIA nicht.
Da endlich entschließen sich die USA, die Uno-Waffenkontrolleure von Wien in das Geheimnis um den "Laptop des Todes" einzuweihen. Und dort den wichtigsten Mann weltweit in Sachen Atomsicherheit.
Akt 4: Wer der große iranische Gegenspieler des Westens wirklich ist
Wenn es in der Spionage-Welt je einen Gegenentwurf zu James Bond gegeben hat, dann muss es Olli Heinonen sein. Sein Bauchansatz ist unübersehbar, seine Anzüge sind von der Stange, die Krawatten gehen gern ins wenig coole Gelbgraue. Aber den gemütlichen Finnen hat schon mancher unterschätzt, er verfügt über die Nationaltugend "Sisu", und zwar im Übermaß: Beharrlichkeit, Hartnäckigkeit, Ausdauer. Und er ist einer der besten Atomspezialisten der Welt.
Aufgewachsen ist Heinonen in Helsinki, hat an der dortigen Uni seinen Doktor in Radiochemie gemacht, am finnischen Nuklearforschungszentrum gearbeitet. 1983 nahm er einen Job bei der IAEA an, der Profi diente sich die Ränge hoch. Er freundete sich mit Mohamed ElBaradei an, dem engagierten früheren ägyptischen Diplomaten, der bald darauf zum IAEA-Chef aufsteigen sollte. Gemeinsam verbrachten die beiden Monate in der nordkoreanischen Atomanlage Yongbyon, später wurde die IAEA aus dem Land geworfen, das Diktatoren-Reich baute die Bombe, dealte mit Pakistan - und Iran.
Bald ist Heinonen fasziniert vom Reich der Perser. Nach den Enthüllungen über Natans und Arak blockieren die Iraner, erst sechs Monate später bekommt Heinonen die Erlaubnis zur Inspektion. Er findet Verdächtiges in der Kalaye-Fabrik, er hat das Gefühl, da könnte noch mehr sein, und vermutet, Khan stecke hinter den Deals. ElBaradei beauftragt seinen Vize mit einer Geheimmission: Er soll das Netzwerk des mutmaßlichen Schwarzmarkthändlers durchleuchten, seine Spuren nach Iran untersuchen.
Doch gleichzeitig mit dem stoisch Fakten sammelnden Finnen arbeiten nun auch die westlichen Geheimdienste mit Hochdruck an der Khan-Connection. Die CIA lässt im Oktober 2003 im italienischen Hafen Tarent den deutschen Frachter "BBC China" hochgehen, auf dem eine Lieferung Khans an den libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi lagert. Es ist das Ende des libyschen Atomprogramms, das Khan nach Tripolis verkauft hatte.
Der Druck auf Pakistan ist jetzt so stark, dass Präsident Pervez Musharraf den Helden der Nation fallenlässt. In seinem bis heute geheim gehaltenen elfseitigen Geständnis erzählt Khan Anfang 2004, dass ihm die Iraner einen Milliardendeal angeboten hätten. Heinonen ist mehr denn je davon überzeugt, dass viele iranische Atomkomponenten aus der Khan-Quelle stammen.
An einem Mai-Tag 2004 erhält der IAEA-Bond dann einen Anruf von einer Dame mit erstaunlich viel Fachkenntnis. Er trifft sich mit ihr in einem um die Mittagszeit leeren Café im Wiener Millennium-Hochhaus. Heinonen hält sie für eine CIA-Agentin (tatsächlich spricht alles dafür, dass "Mad Dog", der Leiter der Tinner-Spionage-Operation, sie geschickt hat). Sie vermittelt dem Chef der Atomdetektive Termine mit der Schweizer Familie, man trifft sich im Wiener Hotel Intercontinental, mehrfach auch am Bodensee. Und sie macht der IAEA auch die Festplatte mit dem sensationellen Inhalt zugänglich: den "Laptop des Todes", das Material, das später zur Grundlage des großen Auftritts von Heinonen vor den Diplomaten werden sollte.
Bei jener Präsentation im Februar 2008 in Wien wirft Heinonen ein Organigramm an die Wand, das die Struktur des iranischen Atomprogramms abbildet, es gibt einen Namen, der als Verantwortlicher zentral in der Mitte prangt: Mohsen Fachrisade, der entscheidende Mann für die atomaren Ambitionen. Er ist offensichtlich der Robert Oppenheimer des iranischen Nuklearprogramms.
Wie Oppenheimer, der ab 1942 im Verborgenen als wissenschaftlicher Leiter des Manhattan-Projekts im Los Alamos National Laboratory gearbeitet hat, wirkt auch Fachrisade höchst diskret. Nichts soll nach außen dringen über den militärischen Teil der Nuklearforschung. Sein Forschungszentrum für Physik residiert im Nordosten Teherans, Besucher sind nicht willkommen, sie sollen sich an das Postfach 16765-463 wenden. Das Zentrum schmückt sich mit einem Logo, das dem Saturn gleicht.
Die Welt nimmt lange keine Notiz von dem 1961 geborenen Wissenschaftler, der sich als junger Mann den Revolutionswächtern anschloss und später ins Verteidigungsministerium wechselte. Fachrisade hat zwei Kinder und hält bis heute gelegentlich an der Imam-Hossein-Universität zu Teheran Vorlesungen. Ein brillanter Physiker, ein Phantom: Er hat immer darauf geachtet, dass von ihm kein Bild existiert. Fachrisade benennt seine Organisation mehrmals um, nachdem die Anreicherungsanlage in Natans aufgeflogen ist, sie heißt heute Fedat, "Feld für die Erweiterung der Anwendung hochentwickelter Technologien". Rund 600 Leute arbeiten angeblich für ihn.
Laut einem Geheimdienst-Dossier, das seit ein paar Monaten zwischen Washington, Wien und Tel Aviv zirkuliert, unterstehen Fachrisade zwölf Abteilungen, und an diese Bereiche ist ein Bericht des "Chairman" adressiert, der Fachrisades Unterschrift trägt und auf den 29. Dezember 2005 datiert ist. Es geht, im Namen Gottes, um einen "Ausblick auf die Neutronen-bezogenen Aktivitäten in den kommenden vier Jahren".
Ein Neutronengenerator ist eine Art Schlüssel auf dem Weg zur atomaren Explosion. Das Gerät, mit dem Deuterium auf Tritium geschossen wird, wird im Zentrum der Hohlkugel aus angereichertem Uran platziert und hat die Aufgabe, die Kettenreaktion wie gewünscht in Gang zu setzen. Die Pakistaner könnten so ihre Bombe gezündet haben, offenbar soll das auch der iranische Weg werden. Fachrisades Memorandum ist eine Art Masterplan, er beschreibt die geplante Kooperation zwischen Fedat und der SchahidBeheschti-Universität und lobt weitere Planstellen für Akademiker aus. "Unsere Kapazitäten sind momentan ausreichend gut, wenngleich natürlich nicht perfekt."
Auch die IAEA in Wien kennt das Strategiepapier. Die Atomkontrolleure haben die Regierung in Teheran mehrmals gebeten, Fachrisade treffen zu dürfen - vergebens. Der Wissenschaftler arbeite ausschließlich für die herkömmliche Rüstungsindustrie, argumentiert die iranische Regierung. Die Vereinten Nationen haben seinen Namen 2007 auf eine schwarze Liste gesetzt, die Europäische Union charakterisiert ihn als "hochrangigen Wissenschaftler im Ministerium für Verteidigung und Logistik der Streitkräfte".
Auch der US-Experte David Albright hält Fachrisade für einen "sehr gefährlichen Mann". Albright war Waffeninspektor im Irak - ein angesehener Fachmann, der jede Entwicklung in der Nuklearforschung genau verfolgt. In seinem Washingtoner Büro sagt er zum SPIEGEL: "Wenn es Fachrisade gelingt, den Gefechtskopf fertigzustellen, dann wird er es auch schaffen, die politische Führung davon zu überzeugen, die Kernwaffe zu bauen. Er ist der Anwalt der Bombe in Teheran."
Um Fachrisade geht es auch 2007, als der damalige US-Präsident Bush in den Situation Room im Weißen Haus gebeten wird. Der Nationale Geheimdienst-Koordinator Mike McConnell versammelt den Präsidenten und seine Berater zu einem Briefing. Er stellt eine 140-seitige Studie der Nachrichtendienste vor, ein sogenanntes National Intelligence Estimate (NIE). Der Schlüsselsatz lautet: "Wir kommen mit hoher Sicherheit zu dem Schluss, dass Teheran im Herbst 2003 das nukleare Waffenprogramm gestoppt hat."
Wow.
Es ist ein Satz zum Innehalten - und eines der größten Missverständnisse in der Geschichte der Geheimdienste. Er habe, wird der frühere CIA-Chef Robert Gates später sagen, "noch nie ein NIE gesehen, das einen solchen Einfluss auf die amerikanische Diplomatie hatte". Der Satz wirkt, als hätte man bei einer tickende Bombe den Zünder entschärft, er delegitimiert die Kriegsrhetorik der Neokonservativen. Als Bush die Formulierung liest, muss ihm klar sein, dass dem Irak nicht Iran folgen kann, dass es keinen baldigen Angriff auf das Land am Persischen Golf geben kann.
Wieso dieser abrupte Kurswechsel?
Den Geheimdiensten NSA und CIA waren bei einer ihrer Operationen interne iranische Dokumente in die Hände gefallen, die den von der iranischen Regierung angeordneten Kurswechsel nach der Entdeckung von Natans betrafen und nach dem Teheran vor allem eins wollte: nicht von der Staatengemeinschaft mit einem versteckten Rüstungsprogramm ertappt werden. Zu den Papieren gehören bitterböse Beschwerden von Fachrisade und seinen Leuten, die 2003 Macht, Einfluss und Finanzmittel verloren hatten.
In Washington kursieren schnell Gerüchte, die durch das Irak-Desaster schwer gezeichnete CIA habe einen weiteren Waffengang verhindern wollen, aber die Autoren erklären ihre Arbeit anders. Bei genauer Lektüre fällt das Urteil weniger eindeutig aus, als es auf den ersten Blick erscheint: "Wir glauben mit moderater bis hoher Überzeugung, dass Teheran sich mindestens die Option offen- hält, ein geheimes Nuklearprogramm zu unterhalten", heißt es beispielsweise. Und die zur zivilen Nutzung deklarierte Urananreicherung in Natans sei von der Einschätzung gar nicht erfasst, der Schlüsselsatz beziehe sich nur auf den nicht sichtbaren, geheimen militärischen Teil.
In Natans, Ironie der Weltgeschichte, vermeldet die iranische Regierung fast zeitgleich einen wichtigen Fortschritt. Die Anlage hat im Februar 2007 mit der Urananreicherung begonnen. US-Präsident Barack Obama, kaum im Amt, wird bald mit einer weiteren Enthüllung konfrontiert: der Anlage in Ghom.
Tief in einen Stollen gegraben, entsteht in der Nähe der heiligen Stadt in einem Bergmassiv eine weitere Urananreicherungsanlage. Der Ort ist das jüngste enthüllte Geheimnis des an Überraschungen nicht armen iranischen Atomprogramms. Mittlerweile hat die Regierung in Teheran die Existenz der Anlage eingeräumt, die IAEA-Inspektoren haben den Ort besucht, es ist wie damals in Natans: Eine neue Runde im großen Spiel hat begonnen.
3000 Zentrifugen sollen in Ghom installiert werden. Die Zahl macht die Experten misstrauisch. Für eine zivile Nutzung der Urananreicherung, wie von Iran behauptet, ist die Anlage zu klein. Für eine militärische Nutzung ist sie hingegen groß genug: 3000 Zentrifugen ergäben bei normalem Betrieb genug Stoff für eine Bombe pro Jahr. Iran hat mittlerweile eine eigene Kette an Produktionsstätten aufgebaut. Es hat das Uranerz als Rohstoff, abgebaut in der Mine von Gutschin. Es hat die Konversionsanlage in Isfahan und die Anreicherungsanlagen in Natans sowie demnächst Ghom. Was bleibt, ist der komplizierte Zündmodus, die ebenso komplizierte Integration in die Trägerrakete Schahab-3 und die Frage, ob die Anlagen so laufen, wie sie sollen.
Theoretisch kann Iran in Natans mehr als 15 Kilogramm waffenfähiges Uran pro Jahr herstellen. "Das ist genug, um eine Atombombe in zwei Jahren zu produzieren", sagt David Albright, der US-Experte. Praktisch besitzt die Regierung laut IAEA schon heute 2427 Kilogramm niedrig angereichertes Uran. Würden die 1950 Kilogramm, die in die Pilotanlage verlegt wurden, in die Zentrifugen eingespeist, ergäbe das 200 Kilogramm auf 20 Prozent angereichertes Uran. Wenn das Land erst einmal so weit ist, würde es nur wenige Monate dauern, bis am Ende genug hochangereicherter Stoff für eine Bombe bereitstünde.
Wenn.
"Iran hat viele Fehler gemacht", sagt Albright. "Sie haben zu viel Tempo gemacht, um die Zentrifugen zu installieren, auf Kosten der Fähigkeit, sie anständig zu betreiben." Von den 8610 Ende Januar installierten Zentrifugen waren da nur etwa 3700 in Betrieb; immer wieder bersten Geräte. Albright spricht von einer "schmerzhaften Lernkurve". Möglich ist aber auch, dass es Amerikanern mit Sabotagemaßnahmen gelungen ist, Zentrifugen unbrauchbar zu machen. Viel spricht dafür, dass die iranischen Physiker mit Problemen zu tun haben, die zu überwinden noch Jahre dauert. Viel spricht aber auch dafür, dass sie auf diesem Weg nur äußerst schwer zu stoppen sein werden. Wer alle Stücke des persischen Puzzles zusammenlegt, kann keinen Zweifel haben, dass Iran mit der Option auf die Bombe spielt, dass es das Know-how und die Ressourcen erwerben möchte. Wofür auch immer.
Akt 5: Womit die Welt rechnen muss
Äußerlich hat sich wenig verändert in der Abteilung Safeguards bei der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien, der Olli Heinonen vorsteht. Nur dass inzwischen der Japaner Yukiya Amano, 63, den Spitzenjob von Mohamed ElBaradei übernommen hat - und ohne zu zögern Heinonens Vertrag verlängerte.
Immer noch ist das Büro des IAEA-Vize im neunten Stock der Wiener Uno-City penibel aufgeräumt, der riesige Safe hinten im Raum verbirgt seine Geheimnisse. Ein Perserteppich aus Isfahan liegt vor Heinonens Schreibtisch, "selbst bezahlt". Und dann ist da noch eine hässliche Wanduhr. "Aus der Kalaye-Fabrik", sagt er - dem Tarnunternehmen, in dem die Iraner offiziell kommerzielle Chronometer herstellten, das sie dann aber zu einer geheimen atomaren Forschungsstätte machten. Glaubt Heinonen den Iranern überhaupt noch etwas? Müsste er nicht offen sagen, dass Teheran an der Bombe bastelt?
Seine Aufgabe sei, im Auftrag der Weltgemeinschaft Fragen zu stellen, sagt er. Auf Widersprüche hinzuweisen, Verstöße gegen international geschlossene Vereinbarungen bekanntzumachen. Er gibt zu, dass über die Jahre sein Misstrauen gewachsen ist. Aber der letzte, der hundertprozentige Beweis für ein Teheraner Nuklearwaffenprogramm fehle immer noch, sagt er. Und ob sich Iran mit dem Status einer virtuellen Atommacht zufrieden- gebe oder den Schalter wirklich Richtung Bombe herumlege.
Manchmal denkt Heinonen darüber nach, wo alle seine Gegner geblieben sind. Der Schweizer Urs Tinner, 44, von der CIA weitgehend im Stich gelassen und nach gut vier Jahren in Schweizer Untersuchungshaft wieder ein freier Mann.
Der Nano-Fachmann Wjatscheslaw D. lebt nach einem Lehrauftrag in der Ukraine nun wieder im Großraum Moskau - der Wissenschaftler scheint jedoch jetzt kaltgestellt.
Khan aber, 74, angeblich an Krebs erkrankt, gibt Erstaunliches zu Protokoll. Zuletzt im Sommer 2009: "Iran war an der Bombe interessiert, und weil Iran ein islamisches Land ist, haben wir es unterstützt. Der Westen hat Druck auf uns ausgeübt, aber das war nicht fair. Irans nukleare Möglichkeiten werden Israels Macht neutralisieren."
Der erste Bericht der IAEA unter Amano ist weitaus weniger diplomatisch formuliert als die meisten in ElBaradei-Zeiten. In dem Report der Behörde vom 18. Februar 2010 heißt es, es gebe "in sich schlüssige und glaubhafte" Informationen zu iranischen Nuklearwaffen. "Insgesamt lässt dies Besorgnis aufkommen über die mögliche Existenz oder frühere Aktivitäten, die mit der Entwicklung einer nuklearen Sprengladung für eine Rakete in Zusammenhang stehen und die geheim gehalten wurden." Unmissverständlich fordert die IAEA Iran zur Beantwortung ausstehender Fragen auf.
In Israel trifft die Hardliner-Regierung um den Premier Benjamin Netanjahu heimlich Vorbereitungen für einen Militärschlag. "Es ist 1938, und Iran ist Deutschland", hat Netanjahu schon früher gesagt und damit indirekt Ahmadinedschad mit dem deutschen Diktator Adolf Hitler gleichgesetzt - und damit die Verhandlungsangebote Richtung Teheran mit dem Appeasement gegenüber den Nazis.
Zweimal schon haben Israels Militärs mit ihren Kampfflugzeugen gegen erwiesene oder vermutete feindliche Atomanlagen zugeschlagen. Im Juni 1981 in der "Operation Babylon" bombardierten sie den in der Nähe von Bagdad liegenden Reaktor Osirak, im September 2007 in der "Operation Obstgarten" am Euphrat den syrischen Gebäudekomplex Kibar.
Doch will man Irans Atomwaffenprogramm zerstören oder wenigstens für einige Jahre entscheidend zurückwerfen, muss man nach Expertenmeinung eine mehrwöchige Bombenkampagne mit über tausend Abwürfen auf etwa ein Dutzend Ziele durchführen. Und kann sich dann immer noch nicht sicher sein, alle wesentlichen Anlagen getroffen und ihre in Tunneln verborgenen Nuklearkomponenten ausgeschaltet zu haben.
Dennoch sei eine "militärische Lösung" machbar, behaupten israelische Experten - sogar ohne Hilfe des äußerst skeptischen großen Bruders USA. Mehrere arabische Nachbarländer fürchten die iranische Bombe und die daraus resultierende Machtverschiebung im Nahen Osten fast so sehr wie Israel; Saudi-Arabien ist nach Geheimdienst-Erkenntnissen sogar bereit, den Israelis Überflugrechte für einen Angriff aus dem Süden zu genehmigen.
Die Folgen eines solchen Feldzugs könnten sich als fatal herausstellen: Iran hat nicht nur die Möglichkeiten eines - konventionellen - militärischen Gegenschlags mit Raketen. Die iranische Führung würde wohl eine Terrorkampagne im Irak organisieren, die von Teheran finanzierte Hisbollah vom Libanon und die Hamas vom Gaza-Streifen aus zu Übergriffen gegen Israel ermuntern. Es könnte in Nahost zu einem Flächenbrand kommen, der die gesamte Welt, zumindest aber die Weltwirtschaft erfasst.
Und in Iran selbst würde eine Bombardierung durch israelische Kampfflieger nach fast einhelliger Expertenmeinung zu einer Solidarisierung der Menschen mit den derzeit so unbeliebten Teheraner Machthabern und zu einer Schwächung der "grünen" Oppositionsbewegung führen. Provozieren die Iraner womöglich, um genau das zu erreichen? Um dann aus der IAEA auszutreten und mit voller Unterstützung des Volkes den Bombenbau voranzutreiben?
Klammheimlich hat bei Politikern und Waffenexperten längst die Diskussion begonnen, ob und wie man sich mit einer Nuklearmacht Iran arrangieren könnte. Sie sei letztlich für den Weltfrieden auch nicht bedrohlicher als die Atommacht Israel, konstatiert der in Jerusalem lehrende Militärhistoriker Martin van Creveld ("Mit der Bombe leben") - eine Minderheitenmeinung im Judenstaat, wo sich nach Meinungsumfragen über die Hälfte der Bevölkerung für einen Präventivschlag gegen Teheran ausspricht, sollten die Verhandlungen fruchtlos bleiben.
In Washington wird inzwischen auch relativ offen über "Iran nach dem Erwerb der Bombe" diskutiert, beispielsweise in einer Titelgeschichte des einflussreichen Magazins "Foreign Affairs". Rat der Experten: politische "Eindämmung" Irans als Schadensbegrenzung.
Wenigstens eins ist sicher: Seit US-Präsident Obamas Amtsantritt sind die Amerikaner mit im Boot, wenn es um mögliche Verhandlungen mit Teheran geht, sie delegieren nicht mehr alles an die Europäer. "New York Times"-Autor David Sanger zitiert dazu die Einsicht eines US-Diplomaten, der seufzend sagte: "Es gibt einige Dinge, die im Leben nun mal nicht funktionieren, wenn man sie andere für einen tun lässt - dazu gehören Sex, saufen und mit Iran verhandeln".
Er kenne den Satz, sagt in Israel ein führender Militär. Er würde ihn nur etwas anders enden lassen: "… dazu gehören Sex, saufen und Iran bombardieren."
Akt 6: Was die Perser wirklich lieben - und wen sie hassen
Isfahan am "Tag des Atoms". Die Stadt ist der Stolz der Nation, das Juwel Persiens, Nesf-e Dschahan, "die Hälfte der Welt". Eine Stadt mit religiöser Toleranz und interkultureller Tradition. An diesem Tag im April 2009 sind die Fassaden verunziert. "Tod den Zionisten" steht auf einem Plakat am zentralen Imam-Platz. Keinen Kilometer weiter, ausgerechnet am Palästina-Platz, sammeln sich Gläubige in einer Synagoge zum Gebet. In Isfahan leben etwa 1200 Juden, in ganz Iran sind es noch etwa 25 000.
"Wir würden alle unsere Vorbehalte gegen den Gottesstaat vergessen und gegen die Eindringlinge kämpfen", sagt ein vom Leben zerfurchter Greis, der aussieht, als sei er gerade dem Alten Testament entsprungen, und rückt würdevoll die Kippa zurecht, bevor er in die Synagoge schreitet. Aber das solle man bitte nicht missverstehen. Mit Sympathien für diesen Ahmadinedschad habe das gar nichts zu tun.
Persien ist ein Puzzle, versteckt in einem Rätsel, das aus Fragezeichen besteht.
Wenn die israelische oder die US-Luftwaffe Iran bombardieren sollten, dann gehört die Atomanlage von Isfahan zu den Angriffszielen allerhöchster Priorität. Der Komplex, kaum 20 Kilometer entfernt von der Millionenstadt, liegt eingebettet in einer dramatischen Wüstenlandschaft. Auf einem der Hügel, die das Tal umrahmen, ragt eine Abschussrampe für Luftabwehrraketen in den Himmel. Dann folgen Zäune, bewaffnete Wachen, dann wieder Stacheldraht, bevor es zum Zentrum der hoch geheimen Anlage geht. Zur Urankonversionsfabrik, die von Präsident Ahmadinedschad eingeweiht wird, weshalb ihn ausnahmsweise auch SPIEGEL-Journalisten begleiten dürfen. Ins atomare Allerheiligste.
Auch hier verblüffen die Gegensätze. Im Isfahan-Komplex arbeiten ohne Zweifel hochkarätige Atomphysiker. Aber unmittelbar vor dem präsidialen Besuch ist auch ein Techniker zu beobachten, der fluchend das Dach der Hightech-Fabrik repariert, er findet den richtigen Schraubenschlüssel nicht.
Der Termin mit dem Präsidenten in der Atomanlage ist weihevoll, als ginge es um eine religiöse Zeremonie. Anschließend geht es im Konvoi zurück in die Stadt. Die Jugendlichen strömen nur aus Neugierde zum Platz, an dem Ahmadinedschad redet, und als sie sich langweilen, tauchen sie in den Basar ab, um die Preise für die wahren Objekte ihrer Begierde zu vergleichen: Nikes statt Nukes. ◆
(*1) Nach dem Sanktionsbeschluss am vergangenen Mittwoch in New York.
Von Erich Follath und Holger Stark

DER SPIEGEL 24/2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 24/2010
Titelbild
Der digitale SPIEGEL
Diese Ausgabe jetzt digital lesen

Die digitale Welt der Nachrichten. Mit interaktiven Grafiken, spannenden Videos und beeindruckenden 3-D-Modellen.
Sie lesen die neue Ausgabe noch vor Erscheinen der Print-Ausgabe, schon freitags ab 18 Uhr.
Einmal anmelden, auf jedem Gerät lesen - auch offline. Optimiert für Windows 8, Android, iPad, iPhone, Kindle Fire, BlackBerry Z10 sowie für PC/Mac.

Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

IRAN:
Die Geburt einer Bombe

  • Ex-US-Botschafterin über Trump: "Das passiert halt in sozialen Netzwerken"
  • Airline testet Ultralangstreckenflug: Stretchen nicht vergessen!
  • Dreidimensionales Bild: Ein Hologramm zum Anfassen
  • Emotionaler Hoeneß-Abschied: "Dieser Tanker muss geradeaus fahren"