21.06.2010

FISKUSKünstler fordern höhere Spitzensteuern

In die Debatte um eine Steuererhöhung für Vermögende kommt Bewegung. Nach SAP-Mitbegründer und Fußballmäzen Dietmar Hopp fordern nun auch deutsche Großkünstler eine höhere Spitzensteuer. "Es kann nicht sein, dass eine so reiche Gesellschaft wie die deutsche nicht in der Lage ist, ein ausbalanciertes Einkommensniveau zu erreichen", sagt der Sänger Herbert Grönemeyer. "Wenn man Gemeinschaft möchte, müssen diejenigen, die leichter viel Geld verdienen, auch leichter mehr Geld abgeben", so Grönemeyer. "Ich unterstütze Steuererhöhungen für Wohlverdiener." Auch sein Kollege Marius Müller-Westernhagen plädiert für eine höhere Abgabe für Wohlhabende - wenn auch mit Einschränkungen. "Mit einer sogenannten Vermögensteuer Geld zu versteuern, welches bereits versteuert ist, ist unlogisch", sagt Westernhagen. "Mit einer Anhebung des Spitzensteuersatzes hingegen auch die Spitzenverdiener angesichts der Finanzkrise in die Pflicht zu nehmen, ist nachvollziehbar und gerecht." Angestoßen hatte die Debatte vorvergangene Woche der Präsident des CDU-Wirtschaftsrats, Kurt Lauk. Er plädiert dafür, die ermäßigte Mehrwertsteuer auf einen einheitlichen Satz anzuheben, mittlere Einkommensbezieher im Gegenzug zu entlasten und dafür den Spitzensteuersatz um zwei bis maximal vier Prozentpunkte zu erhöhen. Die ersten Komplimente für diesen Vorschlag erntete Lauk von SAP-Mitgründer Hopp. Der sagte, es bliebe "ja keine andere Wahl". Die Forderung nach einem höheren Spitzensteuersatz erscheine ihm "gerechtfertigt, weil man nicht nur die Sozialleistungen kürzen darf".

DER SPIEGEL 25/2010
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