23.02.1998

Nelson Mandela,

79, Staatspräsident von Südafrika, gibt der Jugend seines Landes ein schlechtes Vorbild. So wenigstens interpretiert Bischof Desmond Tutu, 66, das jüngste Verhältnis seines Freundes und Mitstreiters gegen die Apartheid, freilich sehr diplomatisch: "Was er macht, ist falsch ... Ich wäre sehr vorsichtig damit, den Präsidenten unmoralisch zu nennen, aber ich glaube, man könnte sagen, das sei Haarspalterei." Deutlicher wird da noch der Führer der African Christian Democratic Party: "Er muß diese Frau heiraten, und zwar sofort." "Diese Frau" ist Graca Machel, 52, Frau des bei einem Flugzeugabsturz 1986 ums Leben gekommenen Präsidenten von Mosambik, Samora Machel. Nelson Mandela bekannte sich im südafrikanischen Fernsehen offen zu ihr: "Mit ihrer Liebe und ihrem Rückhalt blühe ich auf wie eine Blume." Frau Machel wäre Mandelas dritte Ehefrau. Doch Hoffnungen von Romantikern und frommen Männern auf ein Happy-End mit Trauring erteilte Graca Machel eine Abfuhr. In einem Interview erklärte die Lebensgefährtin rundheraus: "Ich finde, es ist ganz okay, so wie es ist."

DER SPIEGEL 9/1998
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