16.08.2010

BriefeWarten auf die nächste Sau

Nr. 32/2010, Titel: Der Sieg über die Gene - Klüger, gesünder, glücklicher: Wie wir unser Erbgut überlisten können
Ausgehend von Zahlen der WHO lässt sich schätzen, dass die rund 7000 verschiedenen seltenen Erbkrankheiten in der Summe circa vier Prozent der Bevölkerung betreffen. Das ist eine Minderheit, aber eine substantielle. Mit dem Abebben des Hypes um die "Gene für Volkskrankheiten" sollten wir unsere Ressourcen verstärkt in Ursachen- und Therapieforschung bei den wirklich genetisch bedingten Krankheiten stecken, zumal vieles dafür spricht, dass hier gewonnene Erkenntnisse auch der Erforschung der häufigen Krankheiten nutzen. Die Aussage "Gene sind kein Schicksal" sollte nicht als Aufforderung gelesen werden, das Kind mit dem Bade auszuschütten.
Hannover,
Prof. Dr. Jörg Schmidtke
Institut für Humangenetik
Die Biodeterministen sind wohl zurzeit in Rückzugsgefechte verstrickt. Bis vor kurzem ging man etwa noch davon aus, dass das Gehirn am Ende der Kindheit verkabelt ist und im Alter nur noch langsam "weggammelt". Die Selbstgestaltungsmöglichkeiten des Körpers werden allgemein noch deutlich unterschätzt.
Hannover Ekkehard Droba
SPIEGEL ONLINE Forum
Das Schwanken in der Bewertung der Gene - mal können sie alles, dann bringen sie wieder nichts zustande - hängt auch damit zusammen, dass trotz allen Fortschreitens der Wissenschaft nicht klar ist, wie man beschreibt, wie Gene was erreichen. Wie erfasst man ihre Kausalität? Tatsache ist, dass wir keine Sprache (Metaphern) für das haben, was auf der Ebene der Moleküle passiert, wenn das Leben sich entfaltet. Das Epigenetische gehört dazu. Jetzt warten wir auf die nächste Sau, die die Wissenschaft durch das Dorf treibt - und hoffen, der SPIEGEL erwischt sie.
Konstanz,
Prof. Dr. Ernst Peter Fischer
Richtig methyliert und alimentiert ist promoviert. Man kann in der Wahl seiner Eltern nicht vorsichtig genug sein!
Essen,
Dr. Helmut Förster
Wie immer von Jörg Blech ist auch dieser Artikel sehr sorgfältig recherchiert und verständlich geschrieben. Er zeigt wieder einmal, dass medizinische Studien jeder Fachrichtung zwar oft scheinbar plausible Ergebnisse liefern, diese aber gegebenenfalls nur sehr schwer zu berichtigen sind. Es dauert lange und erfordert hohen Aufwand, die Wahrheit zu ermitteln und zu verbreiten. Dabei sind immer auch materielle Interessen berührt, was die Aufklärung nicht gerade fördert.
Mörfelden-Walldorf (Hessen) Wilfried Kiesel
Alfred Adler schrieb 1932 in der Internationalen Zeitschrift für Individualpsychologie: "Es kommt nicht darauf an, was einer mitbringt, sondern was er daraus macht." Die in der Titelgeschichte vorgestellten neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse belegen offenbar Adlers Theorie zur schöpferischen Kraft des Individuums.
Köln Dr. Nikolaus Richartz
Jörg Blech macht Mut. Erneut belegt er fundiert, dass jeder den wichtigsten Beitrag zur eigenen Gesundheit leisten kann. Ein bisschen Bewegung, Kopfarbeit und auch Entspannung, so einfach ist das. Schön, dass so positive Nachrichten dem SPIEGEL eine Titelgeschichte wert sind.
Otterndorf (Nieders.) Nils Jacobsen

DER SPIEGEL 33/2010
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