06.09.2010

FERNSEHTECHNIKDreidimensionale Nische

In Fachkreisen stößt der Hype um die 3-D-Technologie für TV-Geräte im Rahmen der derzeit laufenden Internationalen Funkausstellung (Ifa) auf wenig Verständnis. "3-D-Fernsehen wird bei den großen Sendern noch sehr lange ein absolutes Nischenprodukt bleiben", sagt Rainer Schäfer, Geschäftsfeldleiter Fernsehen beim Institut für Rundfunktechnik, welches hauptsächlich von ARD und ZDF getragen wird. Zwar würden sich die Geräte rasant weiterentwickeln, allerdings fehle das dreidimensionale Programm. So wurden in den vergangenen hundert Jahren gerade mal einige hundert 3-D-Filme produziert, ein Großteil davon dürfte heute kaum mehr im Programm vermarktbar sein. "Da kommen jedes Jahr zwar ein paar Kinoproduktionen dazu, doch mit denen allein kann man kein Vollprogramm gestalten." Auch widerspreche die derzeit noch meist notwendige Spezialbrille dem Sehverhalten. "Fernsehen ist häufig ein Nebenbei-Medium. Sich gezielt eine Brille aufzusetzen, um den Film sehen zu können, dürfte für viele eine Hemmschwelle darstellen", glaubt Schäfer. Chancen räumt der Ingenieur derzeit nur Bezahl- oder Nischensendern ein, vor allem im Sportbereich. "Die großen Sender haben noch nicht mal komplett auf die hochauflösende HD-Technik umgestellt. Bei dieser Technologie ist der Nutzen für den Zuschauer aber viel größer", so Schäfer. Als der Kultursender Arte vorvergangenen Samstag zwei Filme in 3-D ausstrahlte, gab es besorgte Nachfragen beim Sender, ob das Bild jetzt immer so komisch aussehen werde.

DER SPIEGEL 36/2010
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