27.09.2010

BriefeViel zu kurzsichtig

Nr. 37/2010, Bahn: Endstation „Stuttgart 21“ - Chronik eines verkehrspolitischen Irrwegs
Beim Ausbau des Fernstraßennetzes wurden wir bisher stiefmütterlich behandelt. Auf den weiteren Ausbau des Flughafens haben wir bewusst verzichtet, weil wir mittels Bahn eine schnelle Anbindung an die benachbarten Flughäfen Frankfurt und München anstreben. Deshalb haben sich das Land Baden-Württemberg sowie Stadt und Region Stuttgart bereits frühzeitig bereit erklärt, die neuen Eisenbahntrassen mitzufinanzieren. Ein einmaliger Vorgang in der bundesdeutschen Geschichte.
StuttgartDr. Matthias Werwigk
Ehemaliger Stadtrat in Stuttgart
"Stuttgart ist kein Durchgangsort", das ist wahr, aber das liegt am Kopfbahnhof und daran, dass es zwischen dem Alpennordrand und Frankfurt am Main keine vernünftigen Ost-West-Verbindungen auf der Schiene gibt. Hier nur national zu denken ist viel zu kurzsichtig.
Bussigny (Schweiz) D. H. Bauer
Der SPIEGEL präsentiert jene Fakten und Hintergrundinformationen, die in der hitzigen "Stuttgart 21"-Diskussion unter Wahlkampfstrategien und der Abrechnung der Bürger mit "Betonkopfpolitikern" auf der Strecke bleiben. Leider haben es auch die hiesigen Medien mit Erfolg zu verhindern gewusst, über Sinn und Unsinn eines solchen Projekts aufzuklären - bis die Schwaben dem ganzen Treiben einen Streich spielten.
Stuttgart Florian Moser
Noch nie habe ich eine so gute Zusammenfassung über "Stuttgart 21" gelesen. Sie hätten nur noch erwähnen sollen, dass die Genehmigungsinstanzen aufgrund falscher beziehungsweise verschwiegener Informationen entschieden haben.
Leinfelden-Echterdingen Jochem Oberreuter
Sie kritisieren ein Projekt mit dem Argument, die niedrige Auslastung der Bahnstrecken der Region Stuttgart würde "S 21" und die Kosten nicht rechtfertigen. Dabei gehört es doch genau zu den Zielen, die Bahn dort attraktiver zu machen.
Löchgau (Bad.-Württ.)Michael Stamm
In meiner Zeit als Vorstand habe ich das Projekt in jeder Beziehung gefördert, und das aus voller Überzeugung: Ich hatte die erste Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt und war zu einem positiven Ergebnis gekommen. Von Fachleuten mehrfach überprüft - die Berechnungen blieben positiv. Sie waren erst die Basis für Herrn Dürr, auf die politischen Entscheidungsträger zuzugehen. In vielen öffentlich geführten Diskussionen habe ich das Projekt vertreten und fand eine breite Zustimmung.
Reichelsheim (Hessen),
Prof. Ulf Häusler
Mitglied des Vorstandes der DB AG a. D.

DER SPIEGEL 39/2010
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