08.11.2010

ERBGUT„Krankheiten vor Ort verstehen“

Jörn Walter, 52, Professor für Epigenetik an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken, über die Veränderlichkeit des Erbguts
SPIEGEL: Die USA stellen 190 Millionen Dollar für die Epigenom-Forschung zur Verfügung. Was verbirgt sich dahinter?
Walter: Es geht darum zu verstehen, wie die Gene in jeder Zelle abgelesen werden. Die Epigenetiker erforschen, wie die genetische Information in jeder Zelle interpretiert wird.
SPIEGEL: Was kann man mit den Daten anfangen?
Walter: Wir können Krankheiten vor Ort, also in der Zelle selbst verstehen und neue Therapien und Diagnosen entwickeln. Erkrankte und gesunde Zellen sind epigenetisch unterscheidbar.
SPIEGEL: Wie entstehen diese Unterschiede?
Walter: Einerseits können sie rein zufällig früh im Leben entstehen. Zum anderen beeinflussen Faktoren wie falsche Ernährung und Rauchen das epigenetische Muster. SPIEGEL: Wie weit ist die deutsche Epigenom-Forschung?
Walter: Es gibt einige sehr gute Gruppen. Was fehlt, ist eine deutsche Beteiligung an dem weltweit agierenden internationalen Epigenom-Projekt IHEC. Wir hoffen jetzt auf Fördergelder des Bundes.

DER SPIEGEL 45/2010
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