15.11.2010

POLENErmittlungen bei Regierungspiloten

Haben die Russen doch recht mit ihrem Vorwurf, die polnischen Flugkapitäne seien schuld am Absturz der Präsidentenmaschine bei Smolensk? Haben die Piloten also Fehler beim Landen gemacht? Bei der Katastrophe am 10. April waren Staatschef Lech Kaczyński sowie 95 Passagiere gestorben. Abwegig scheint die Behauptung nicht mehr: In Warschau wurde jetzt Überraschendes über das Spezialregiment der polnischen Luftstreitkräfte bekannt, das die Piloten für die Regierungsflieger stellt. Die Militärs haben offenbar Dokumente gefälscht. In den Unterlagen sollen Starts und Landungen verzeichnet sein, die es in Wirklichkeit nie gab; Trainingskurse hätten nur verkürzt stattgefunden. Die Verantwortlichen wollten durch das reduzierte Training Kerosin sparen, heißt es. Die Militärstaatsanwaltschaft bestätigte Ermittlungen wegen "Regelwidrigkeiten" bei der Ausbildung. Selbst Staatspräsident Bronisław Komorowski räumt ein, dass sich "die Krise im Zusammenhang mit dem 36. Spezialregiment vertieft". Zudem gibt es weiterhin Unklarheiten zwischen Polen und Russen. Moskau hat überraschend die Aussagen der Fluglotsen auf dem Smolensker Tower zurückgezogen und eine neue Variante der Befragungsprotokolle nach Warschau geschickt. Was darin steht, ist bislang nicht bekannt.

DER SPIEGEL 46/2010
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POLEN:
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