13.12.2010

AFRIKABöse Ahnung

Auf keinem Kontinent betrügen die politischen Führer ihre Wähler so oft und so schamlos um ihre Stimme wie in Afrika. Jüngstes Beispiel: In der Elfenbeinküste weigert sich Noch-Präsident Laurent Gbagbo, seinen Posten in Abidjan zu räumen, obwohl die Vereinten Nationen, die Afrikanische und die Europäische Union ihn als klaren Verlierer der jüngsten Wahlen sehen. Zu Konzessionen wie sein Amtskollege Robert Mugabe ist Gbagbo nicht bereit. Auch Simbabwes Präsident hatte die Wahlen 2008 manipuliert, doch nach internationalem Druck nahm er die Opposition immerhin in eine Regierung der nationalen Einheit auf und entschärfte so den Konflikt. In Kenia hatte Präsident Mwai Kibaki vor drei Jahren das Wahlergebnis verfälscht und sein Amt mit aller Gewalt verteidigt. Die Bilanz: mehr als 1200 Tote. Der äthiopische Premier Meles Zenawi und der ruandische Präsident Paul Kagame dagegen blieben nach unfreien Wahlen im Frühjahr und Sommer unangefochten. Sie hatten es verstanden, die Opposition schon vorher wirkungsvoll einzuschüchtern.
Der nächste Konflikt ist im Februar zu erwarten. Dann stehen Wahlen in Uganda an, wo seit 1986 Yoweri Museveni zunehmend autokratisch regiert. Er trickst schon im Vorfeld bei den Wahlbenachrichtigungen, damit er, wie die Opposition argwöhnt, seine Parteigänger ungehindert mehrmals an die Urnen schicken kann.

DER SPIEGEL 50/2010
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