06.04.1998

GESTORBENBella Abzug

77. Die Tochter russisch-jüdischer Immigranten, die einen Schlachterladen in der New Yorker Bronx betrieben, war eine der ersten Jurastudentinnen in den USA. Sie verteidigte in der Hoch-Zeit des Ku-Klux-Klan in den Südstaaten unerschrocken Schwarze, gründete eine der größten internationalen Frauenorganisationen, die Women's Environment & Development Organization, organisierte die erste weltweite Uno-Frauenkonferenz in Mexiko-Stadt und stritt unermüdlich für die Unterdrückten und Benachteiligten der amerikanischen Gesellschaft. Die kleine, eher pyknische Frau - ihr Markenzeichen waren breitkrempige große Filzhüte - gehörte von 1971 bis 1978 als Demokratin dem Kongreß an und hatte maßgeblichen Anteil an mehreren Gesetzen gegen Frauendiskriminierung. Die erklärte Gegnerin des Vietnamkrieges forderte 1971 in einem Resolutionsentwurf die Amtsenthebung des damaligen Präsidenten Richard Nixon wegen "illegalen Krieges". Bella Abzug, großes Vorbild der amerikanischen Frauenbewegung, starb vergangenen Dienstag in New York.

DER SPIEGEL 15/1998
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