05.01.1998

KANADAGroße Buchstaben

Die Sprachpolizei (Office de la langue française) in der frankophonen kanadischen Provinz Quebec verschärft ihren Kampf um die Vorherrschaft des Französischen. Ein Gesetz in der immer wieder von separatistischen Versuchungen geschüttelten Provinz schreibt vor, daß etwa Ladenschilder mindestens zweisprachig abgefaßt sein müssen, die Lettern der französischen Wörter doppelt so groß wie der Rest. Inspektoren beanstandeten jüngst das 50 Jahre alte Firmenschild eines jüdischen Grabsteinmetzen, weil das Wort "Monuments" auf französisch ein wenig kleiner geschrieben war als auf hebräisch. Nun drohen die staatlichen Sprachpuristen auch dem Chinesen-Viertel der Metropole Montreal. Geschäftsleute des beliebten Touristenziels "Chinatown" wurden schriftlich aufgefordert, die chinesischen Schriftzeichen schleunigst durch französische zu ergänzen. Dies sei, kommentierte die Inhaberin eines Friseursalons, "gemein und kulturell gefühllos". Zudem spreche kein einziger ihrer Kunden auch nur ein Wort Französisch.
Von Dörler und

DER SPIEGEL 2/1998
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