16.02.1998

SYRIENAssads Familienkrieg

Der syrische Staatspräsident Hafis el-Assad, 67, hat seine Nachfolge auf überraschende Weise gelöst: durch die Entmachtung seines Bruders Rifaat, 60. Der Sturz des Vizepräsidenten, der einst als Thronfolger galt, soll den Weg für Baschar el-Assad, 32, den ältesten überlebenden Sohn des Staatschefs, frei machen. Der ehrgeizige Rifaat war 1984 schon einmal für acht Jahre ins Exil nach Paris und Marbella geschickt worden, wo er sich den Ruf eines Schürzenjägers und undurchsichtigen Geschäftsmanns erwarb. Rifaat soll Millionen mit Waffen- und Drogenhandel verdient und damit den Ruf der Familie geschädigt haben. Der endgültige Bruch zwischen Präsident und Bruder kam wohl, als der Rifaat-Sohn Saumar el-Assad in London einen Fernsehsender in Betrieb nahm, dessen Berichterstattung fortwährend Spitzen gegen das Regime des Onkels in Damaskus enthielt. Ein anderer Rifaat-Sohn gab in Paris ein kritisches Magazin heraus. Vergeblich rief der Präsident seine Neffen zur Ordnung - und strafte ihren Vater.

DER SPIEGEL 8/1998
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