23.02.1998

BUNDESWEHRExzesse im Suff

Seltene Eintracht im Verteidigungsausschuß: Unisono fordern der Vorsitzende Kurt Rossmanith (CSU) und dessen Stellvertreter Dieter Heistermann (SPD), die Vorschriften für Alkoholkonsum im Dienst und für Meldungen über "besondere Vorkommnisse" in der Bundeswehr zu überprüfen. Den Anlaß bilden Meldungen über Alkoholexzesse und rechtsradikale Sprüche im deutschen Kontingent der Sfor-Friedenstruppe in Bosnien. Ein Oberfeldwebel und ein Stabsunteroffizier sollen albanische Soldaten an einer Bar im Lager Rajlovac mit Sätzen wie "Adolf Hitler hätte die Kanaken in die Gaskammer gesteckt" beschimpft haben.
Es schade dem Ansehen des "Parlamentsheeres" (Heistermann) und der "Bundesrepublik Deutschland" (Rossmanith), wenn deutsche Soldaten ausländische Kameraden volltrunken anpöbelten. Es gelte, die Dienstaufsicht zu verbessern.
Ein Bericht der Hardthöhe legt den Verdacht nahe, daß Offiziere und der Rechtsberater in Rajlovac versucht haben, die Ausfälle zu vertuschen: Die beiden Deutschen waren im vorigen Oktober nur wegen Verstoßes gegen die Trink-Regeln - es sind selbst während einer Drei-Stunden-Einsatzbereitschaft ein Liter Bier oder eine halbe Flasche Wein erlaubt - mit Bußen von jeweils 5000 Mark belegt worden.

DER SPIEGEL 9/1998
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