23.02.1998

BÖRSENSKANDALSteuersparen in Amsterdam

Nun weitet sich der niederländische Börsenskandal auch nach Deutschland aus. Die Dresdner Bank hat einen Abteilungsleiter aus dem Bereich Treasury/ Eigenhandel beurlaubt, der Börsengeschäfte mit dem Amsterdamer Finanzmakler Han Vermeulen getätigt hatte.
Der Niederländer steht im Zentrum eines Skandals, bei dem seit Oktober vergangenen Jahres zahlreiche Spitzenmanager verhaftet worden sind. Vermeulen soll hochkarätige Geschäftspartner ins Amsterdamer Nobelbordell "Yap Yum" eingeladen und als Gegenleistung etwas über geplante Börsentransaktionen erfahren haben. Seit 1985 sollen drei niederländische Aktienhändler für ihre Kunden unter 60 Codenamen geheime Geschäfte abgewickelt haben.
Der Manager der Dresdner Bank hat bei der niederländischen Staatsanwaltschaft ausgesagt, daß er in Amsterdam keine Insidergeschäfte, sondern "ganz normale Börsengeschäfte" abgewickelt habe. So ganz normal waren die aber nicht. Es sei darum gegangen, im Ausland Steuern zu sparen, gab der Banker weiter zu. Gegenüber den deutschen Steuerbehörden hat sich der Mann bereits selbst angezeigt.

DER SPIEGEL 9/1998
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Steuersparen in Amsterdam