23.02.1998

GEORGIENAngst vor Rache

Unter den Oppositionellen wächst die Furcht, Präsident Schewardnadse werde sich nach dem jüngsten Anschlag weiterer politischer Gegner entledigen. Nach offizieller Version soll der Überfall auf seine Limousine im Auftrag von Anhängern des früheren Präsidenten Swiad Gamsachurdia verübt worden sein. Der erste freigewählte Staatschef wurde 1992 gestürzt, später kam er unter mysteriösen Umständen ums Leben. Geheimpolizisten verhörten nach dem Attentat Gamsachurdias jüngsten Sohn Georgij, 18, - kurz nach seiner Freilassung wurde er von einem Auto überfahren und schwer verletzt. Bereits im Juli 1995 hatte ihn ein Messerstecher lebensgefährlich verwundet; Bruder Zotne wurde im Januar 1997 im tschetschenischen Grosny entführt. Seit dem vorletzten Anschlag auf Schewardnadse 1995 sitzen zahlreiche Regimekritiker in Haft. Gegenüber dem georgischen Präsidenten sei mehr kritische Distanz angebracht, mahnt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte: Es sei längst aktenkundig, daß der Herrscher in Tiflis sich seiner Gegner durch "üble Machenschaften" entledige.

DER SPIEGEL 9/1998
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GEORGIEN:
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