23.02.1998

UMWELTNotwendiges Übel

Über ein weltweites Verbot für das Insektengift DDT wollen von Juni an die Vertreter von 110 Ländern im Rahmen des Umweltschutzprogramms der Uno verhandeln. Die Gesundheitspolitiker aus den tropischen und damit malariagefährdeten Regionen "wollen alles daran setzen, dieses Verbot zu verhindern", berichtet der "New Scientist". Zwar seien die durch das Insektizid verursachten Umweltschäden unbestritten, gesteht Renato Gusmão von der Pan American Health Organization, aber in Ländern wie Guyana, Bolivien oder Peru, in denen seit 1993 kein DDT mehr eingesetzt wird, hat sich die Zahl der Malariafälle zwischen 1993 und 1995 nahezu verdoppelt. In Ecuador hingegen, wo verstärkt DDT eingesetzt wurde, sanken sie um 60 Prozent. Befürworter eines Verbots sind vor allem die nordischen Staaten. Sie verweisen darauf, daß die im Süden versprühten Gifte nordwärts wandern, in der arktischen Luft ausgefällt werden und schließlich in der Nahrungskette landen, wo sich die nicht abbaubaren Stoffe allmählich in den Organismen konzentrieren.

DER SPIEGEL 9/1998
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 9/1998
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

UMWELT:
Notwendiges Übel

  • Doku zu cholesterinreicher Ernährung: Fett for Fun
  • Freizeitpark im Schwarzwald: Karussell ähnelt Hakenkreuzen
  • "Uber Boat": In Cambridge kommt der Kahn per App
  • Archäologie: Jahrtausendealtes Wandrelief in Peru entdeckt