20.04.1998

STAATSTERRORISMUSMossad-Anschlag in München?

Seit die Schweizer Justiz gegen den israelischen Geheimdienst Mossad ermittelt, droht auch eine Belastung der Beziehungen Bonn-Tel Aviv.
Die Berner Bundesanwaltschaft verdächtigt den Geheimdienst, in den Jahren 1992 und 1993 Sprengstoffanschläge auf die Firma Bioengineering in Wald bei Zürich verübt zu haben.
Die Maschinenbaufirma wollte sogenannte Fermenter, die auch für die Produktion von biologischen Waffen genutzt werden können, an die iranische Beschaffungsorganisation Midspcig Co liefern. Bevor jedoch das High-Tech-Paket an die Tarnfirma des iranischen Militärs abgehen konnte, vernichteten Unbekannte die Waren und verwüsteten die Produktionsräume. Sollte sich der Verdacht der Schweizer Bundesanwaltschaft erhärten, müßte auch die deutsche Justiz neue Ermittlungen aufnehmen. Denn am 14. Juni 1992 flogen auf dem Gelände der Münchner Spedition Deugro Bio-Maschinen in die Luft, die ebenfalls im Auftrag von Bioengineering in den Iran geschafft werden sollten. Der Bundesnachrichtendienst hält es für "sehr wahrscheinlich, daß die Anschläge von der gleichen Tätergruppe ausgeübt wurden".

DER SPIEGEL 17/1998
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