22.08.2011

TANSANIAWer rettet die „Liemba“?

Experten der Bundesregierung und der niedersächsischen Landesregierung streiten darüber, was mit einem legendären deutschen Kanonenboot in Tansania passieren soll, auf dessen Geschichte der Humphrey-Bogart-Film "African Queen" beruht. Auf Anweisung Kaiser Wilhelms II. hatte die Meyer-Werft in Papenburg 1913 die fast 70 Meter lange "Graf Goetzen" gebaut. Afrikanische Träger der deutschen Kolonialherren mussten das Schiff schließlich in Einzelteile zerlegt durch den Dschungel des heutigen Tansania schleppen. Am TanganjikaSee, dem längsten See der Welt, wurde die "Graf Goetzen" wieder zusammengebaut und im Ersten Weltkrieg gegen Briten und Belgier eingesetzt. Unter ihrem neuen Namen "Liemba" fährt sie seit Jahrzehnten und gilt als wichtigstes Verkehrsmittel der Region. Vergangenes Jahr hatte Niedersachsens Regierungschef, der heutige Bundespräsident Christian Wulff, das Außen- und das Entwicklungsministerium gebeten, bei der Sanierung der heruntergekommenen "Liemba" zu helfen. Das Schiff sei für die Menschen in Tansania "unverzichtbar", schon wegen der "Einzigartigkeit der Geschichte" solle Deutschland eingreifen. Auch die tansanische Regierung bat Berlin um Hilfe. Doch ein Gutachten für das Entwicklungsministerium kommt zu dem Schluss, das Schiff nach internationalen Sicherheitsstandards zu sanieren sei zu aufwendig, der Bau eines neuen effizienter. Ende August will die Meyer-Werft nun ein Konzept vorlegen, nach dem zwischen sechs und acht Millionen Euro für eine Grundsanierung reichen würden.

DER SPIEGEL 34/2011
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