09.11.1998

I. DAS JAHRHUNDERT DER IMPERIEN: 1. Supermacht USA„So ist mein Land“

Die drei Roosevelts: Macher Amerikas
Drei Roosevelts haben dem amerikanischen Jahrhundert ihre Stempel aufgedrückt. Theodore (Präsident von 1901 bis 1909), der "Rough Rider", unter dem sich Amerika vom Isolationismus ab- und der Außenwelt zuwandte; sein entfernter Vetter Franklin Delano (1933 bis 1945), der mit dem New Deal Amerika von der Depression und, indem er die USA zum "Arsenal der Demokratie" machte, die Welt von Hitler erlösen half; schließlich Eleanor, Nichte Theodores, Gattin und weitläufige Verwandte FDRs, Vorkämpferin für Menschenrechte und erste politisch aktive First Lady.
Teddy und Franklin waren archetypische Macher, die dem Ideal der Bewegung huldigten: lieber einen falschen Schritt tun als gar keinen. Sie erweiterten die Machtfülle ihres Amtes in noch nicht dagewesener Weise zu einer "imperialen Präsidentschaft".
Dabei waren beide schwer von Krankheit gezeichnet. TR litt in seiner Kindheit unter schwerem Asthma und starker Kurzsichtigkeit; FDR war seit seinem 40. Lebensjahr an den Beinen gelähmt.
Der eine wie der andere hielt trotz seiner Behinderung mit eisernem Willen durch. Doch prägte diese Erfahrung ihre Politik höchst unterschiedlich. Teddy (den sein Vater nach Asthma-Attacken Zigarren rauchen ließ, um ihn abzuhärten) geriet zum präpotenten Haudegen und Verfechter eines sozialdarwinistischen Einzelkämpfertums. FDR sensibilisierte sein Gebrechen für die Nöte Minderprivilegierter; er begründete den interventionistischen Wohlfahrtsstaat. Teddys Außenpolitik des "Big Stick" speiste sich aus Machismo. Franklin, ein Zögling des Völkerbund-Idealisten Woodrow Wilson, führte die USA aus ethischer Überzeugung in den Zweiten Weltkrieg.
Eleanor Roosevelt räumte mit dem Bild von "der Frau an seiner Seite" auf. Als erste Frau sprach sie vor einem Parteitag, hatte eine eigene Zeitungskolumne und eine eigene Radiosendung. Kämpferisch trat Eleanor für die Rechte von Schwarzen und Frauen ein. Sie sorgte dafür, daß schwarze Amerikaner größeren Anteil an New-Deal-Programmen bekamen; zu ihren Pressekonferenzen ließ sie nur weibliche Journalisten zu. Folge: Die Zeitungsbosse mußten Frauen anstellen, um Zugang zur Präsidentengattin zu bekommen.
Louis Armstrong: Der Revolutionär
Als Geburtsdatum gab er gern den 4. Juli 1900 an, das machte sich gut: der amerikanische Nationalfeiertag am Beginn eines neuen Jahrhunderts. Ganz korrekt war das zwar nicht - Louis Armstrong wurde am 4. August 1901 geboren -, aber die Ungenauigkeit ist verzeihlich. Armstrong hat mehr für das Ansehen Amerikas getan als die meisten Politiker. "Satchmo", wie alle Welt ihn nannte, hat Amerikas wichtigsten, vielleicht einzigen eigenständigen Beitrag zur Kunst dieses Jahrhunderts entscheidend mitgestaltet und für seinen Export über alle Ländergrenzen hinweg gesorgt. "Der Jazz und ich wurden Seite an Seite groß", hatte er selbst erkannt. Mit seinem virtuosen Spiel auf der Trompete und mit seinem einzigartigen Gesang hat er Generationen von Musikern beeinflußt und den Jazz vom Hauch der Kneipenkultur befreit. Der Musikwissenschaftler Dan Morgenstern nannte den Mann aus dem Armenviertel von New Orleans einen "revolutionären Künstler". Er war überdies ein liebenswerter Entertainer, ein Star auf der Bühne und in Filmen, der keine Rassenschranken akzeptierte und keine Hemmungen hatte, aus Mackie Messer einen mitreißenden "Mack the Knife" zu machen. Im Auftrag der US-Regierung trat Armstrong während des Kalten Krieges als "Ambassador Satch" hinter dem Eisernen Vorhang auf, in Afrika umjubelten ihn Hunderttausende. Nach seinem Tod am 6. Juli 1971 wurde Satchmo wie ein Staatsmann aufgebahrt.
Walt Disney: Die ewig heile Welt
Wie kein anderer hat der Farmerssohn aus Kansas es geschafft, den Amerikanern eine Heimat zu geben. Mit seinen technisch brillanten Zeichentrickfilmen, seinen Fernsehprogrammen und Familienparks schuf Disney nostalgische Pastellphantasien, in denen ganz Amerika sein besseres Ich erkennen und aufatmen konnte: So ist mein Land, so soll es sein. Bewohnt wird diese ideelle Heimat von freundlichen kleinen Gestalten namens Micky und Donald, die zwar Schabernack anstellen, aber nie wirklichen Schaden anrichten. Der amerikanische Saubermann Disney (1901 bis 1966) hatte als Reklamezeichner begonnen und wagte als 22jähriger in Los Angeles den Sprung ins Unternehmertum, mit einem Startkapital von nur 200 Dollar. Anfangs als Trick-Avantgardist und "Leonardo da Disney" gefeiert, wandte er sich später einem ästhetisch schlichten Naturalismus zu.
Obwohl er sich in der Rolle des einfachen, jovialen Mannes vom Lande gefiel, der sich nur allzugern "Onkel Walt" nennen ließ, praktizierte Disney einen Kapitalismus der zweifelhaften Art: Mit Härte versuchte er 1941 einen Streik seiner Trickfilmzeichner zu verhindern; sein Bruder und Geschäftspartner Roy mußte ihn auf eine Auslandsreise schicken, damit Walt nicht das ganze Unternehmen ruinierte. Die Kommunistenjagd unter Senator McCarthy machte der Reaktionär mit dem kecken, bleistiftschmalen Schnurrbärtchen begeistert mit. Auch beim FBI, dessen Chef J. Edgar Hoover er als Informant zuarbeitete, belastete Disney Andersdenkende aus der Filmbranche. Seinem Image schadete das kaum. Sein Traum von der amerikanischen Idylle hat sich als erstaunlich erneuerungsfähig erwiesen: Bis heute produziert Disney, einer der wichtigsten Multimedia-Konzerne der Welt, vor allem Gute-Laune-Ware, auf daß der Schein von der ewig heilen Welt nie erlösche.
Ernest Hemingway: Rauhe Herzlichkeit
Es war ein paar Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, in dem ihn ein österreichisches Geschoß schwer verwundet hatte, als Ernest Hemingway der Literatur der Jahrhundertwende den Totenschein ausstellte. Er schuf eine Moderne, die einfach war und wirklich und an Orten gelesen wurde, wo Bücher bis dahin selten hingekommen waren.
Wie ein später Schüler Mark Twains vertraute Hemingway dem Rhythmus der gesprochenen Sprache, verabscheute alles Gedrechselte und Gekünstelte und erfand den Helden, der daherzukommen pflegte wie Mark Twains junger Held Huckleberry Finn als Mann. Es waren Amerikaner, die das Leben nach Italien, nach Afrika oder in die Karibik gespült hatte: gebrochene Männer, die auch im Schmerz noch nach einem Scherz suchten; Burschen, die manchmal an ihrer Bestimmung zweifelten und am Sinn überhaupt, aber deswegen noch lange nicht ihren Sinn für Fairness verloren; Männer, deren hartgesottenem Pragmatismus und deren rauher Herzlichkeit nicht nur Hollywood eine Menge verdankt, sondern der gesamte American Way of Life.
Hemingway, den Freunde und Fans nur "Papa" nannten, lebte selbst, als sei er einer seiner Helden. Als Sohn eines Arztes bei Chicago geboren, pfiff er aufs College, ging mit 18 als Reporter zum "Kansas City Star", jagte Löwen in Afrika, suchte mit seiner Jacht deutsche U-Boote, half der französischen Résistance und zog dann ins Pariser Hotel Ritz, wo er Château Margaux trank, den Wein, nach dem später eine seiner Enkeltöchter genannt wurde.
Trotz seiner manchmal penetranten Maxime "Live hard, love hard, write well" stand Hemingway in diesem schwierigen 20. Jahrhundert immer auf der richtigen Seite und hatte außer Zauderern, Parfüm-Intellektuellen und Feministinnen nur einen echten Feind: das unbeschriebene Blatt Papier. Als es ihn zu besiegen drohte, nahm Hemingway 1961 seine Schrotflinte und erschoß sich.
John F. Kennedy: Der Unverwüstliche
Ein Mythos ist so rasch nicht entzaubert. Mit Schwung waren Historiker im letzten Vierteljahrhundert daran gegangen, das verklärte Standbild John F. Kennedys zu demolieren. Dabei wurde die Figur in der Substanz getroffen, aber nicht gestürzt. Für die meisten Amerikaner und Millionen Menschen in aller Welt bleibt John Fitzgerald Kennedy noch eine Weile der Präsident des Jahrhunderts.
Mit der Eleganz reicher junger Leute hatten Jack und Jackie Kennedy im neuen Massenmedium Fernsehen ihre Selbststilisierung vorgelebt - die sich schnell verbraucht hätte ohne Kennedys Gespür für den amerikanischen Hunger nach Idealen. Eine neue Generation wollte zu großen Taten gerufen werden; er gab ihr das Gefühl, sie werde gebraucht. Idealismus plus Glamour machten Kennedy vom bloßen Präsidenten zum Star. Den Rang des Heiligen verlieh ihm dann der frühe, brutale Tod am 22. November 1963 in Dallas (Texas), der Amerika tief verstörte.
Seltsam - für die Gläubigen ist Kennedy der Champion der Bürgerrechte, obwohl er für Neger, wie sie damals hießen, nicht viel übrig hatte; zum Bürgerrechts-Präsidenten wurde sein ungeliebter Vize und Nachfolger Lyndon Johnson. Illusion ist auch, zu glauben, Kennedy würde den Vietnamkrieg nicht zugelassen haben. Er hatte schließlich die ersten 16 000 "Berater" geschickt, er nahm die Ermordung des Saigoner Präsidenten Diem in Kauf. Dem Nachbarn Castro trachtete er nach dem Leben wie Stalin seinem Erzfeind Trotzki.
Überhaupt war er außenpolitisch ein Dilettant. Seine Kuba-Obsession führte zum militärischen Debakel der Exil-Kubaner in der Schweinebucht. Beim Wiener Gipfel 1961 ließ er sich von Nikita Chruschtschow einschüchtern; zwei Monate später wurde in Berlin die Mauer errichtet. Da Amerikas Zugangsrecht aber nicht berührt war, ging Kennedy an jenem 13. August 1961 segeln. Selbst der Triumph in der Raketenkrise um Kuba vom Oktober 1962 war nicht ohne Makel: Die Russen zogen ihre Atomwaffen aus Kuba zurück. Doch die Gegenleistungen der USA - Abzug der "Jupiter"-Raketen aus der Türkei, keine neue Invasion gegen Kuba - mußten geheim bleiben; sie hätten Kennedy das Amt kosten können.
Was wäre aus diesem Präsidenten geworden, hätte Lee Harvey Oswald in Dallas danebengeschossen? Ob Kennedy sein lebensgefährliches Nebennierenleiden, über das er die Nation belogen hatte, und seine Abhängigkeit von Aufputschdrogen noch lange hätte geheimhalten können?
Weniger wahrscheinlich als heute wäre damals hingegen ein Amtsenthebungsverfahren wegen moralischer Verfehlungen gewesen. An Anlässen mangelte es nicht: Kennedy lebte seinen Sexualdrang heftiger aus als Bill Clinton, er teilte sich eine seiner Geliebten gar mit dem Mafiaboß Sam Giancana, und selbst Marilyn Monroe, auch sie ein Jahrhundert-Idol, konnte ihm nicht widerstehen. Über eine Paula Jones oder eine Monica Lewinsky allerdings wäre John F. Kennedy schwerlich gestolpert.
Ronald Reagan: Amerikas Traum
Er wollte vor allem eines: das "Reich des Bösen" besiegen, den Kommunismus. Nach dem ersten Gipfeltreffen mit dem sowjetischen Amtskollegen Michail Gorbatschow im November 1985 folgte sechs Jahre später der Triumph des Ex-Hollywood-Schauspielers Ronald Wilson Reagan: Über dem Kreml wurde die Rote Fahne eingeholt.
Im kleinen Nest Tampico in der Öde des Mittleren Westens geboren und vom armen Sohn eines Trinkers zum Errol Flynn zweitklassiger Streifen aufgestiegen, war Reagan fest davon überzeugt, den amerikanischen Traum wiederbeleben zu können, nach dem jeder die Chance zu sozialem Aufstieg habe. Unterstützt auch von Walt Disney und John Wayne, ließ sich Reagan zum Gouverneur von Kalifornien wählen - und 69jährig zum Präsidenten. Rückbesinnung auf die puritanische Tradition - die USA als auserwähltes Land - und weltweiter Kampf gegen den Kommunismus waren die Inhalte eines dürftigen Drehbuchs für die acht Jahre währende Rolle seines Lebens.
Reagan beschwor die "Magie der Marktwirtschaft" und vermehrte mit radikalem Sozialabbau doch nur die Kluft zwischen Arm und Reich - "Reagonomics" nannte man das. Wichtig war ihm die Wiedererstehung des amerikanischen Nationalstolzes: Invasion der unbedeutenden Karibikinsel Grenada, Ankündigung eines wahnhaften Verteidigungsschirms im Weltraum (SDI), Marketing-Olympiade in Los Angeles. Seine wunderbaren Inszenierungen ließen viele Amerikaner die Schrecken der Watergate-Affäre und der Vietnam-Niederlage vergessen.
Dafür wurden dem stets optimistischen "Teflonpräsidenten" Reagan verbotener Waffenhandel mit Iran und fast eine Verdreifachung der Staatsverschuldung ebenso verziehen wie die fristlose Entlassung streikender Fluglotsen: Seit 1998 trägt ein hauptstädtischer Flughafen seinen Namen.
Pamela Harriman: Geld und Liebe
Sie war die "Kurtisane des Jahrhunderts", wie einer ihrer Ehemänner sie respektvoll nannte. Sie wollte Geld, Liebe und Macht und hat sich im Laufe ihres 76jährigen Lebens alles erkämpft: Pamela Digby Churchill Hayward Harriman war eine der schillerndsten Frauen ihrer Zeit und die wichtigste Gönnerin der Demokratischen Partei der USA. Präsident Bill Clinton bedankte sich nach seiner Wahl bei der eifrigen Spendensammlerin 1993 mit dem begehrten Botschafterposten in Paris, wo sie bis zu ihrem Tod 1997 ihr Land vertrat.
Die Namen derer, mit denen die gebürtige Engländerin Kontakte, Freundschaften und Affären pflegte, lesen sich wie das Who's Who der westlichen Welt. Winston Churchill war in seine Schwiegertochter vernarrt. Die Tochter des verarmten elften Baron Digby hatte mit 19 Jahren Churchills einzigen Sohn Randolph wohl mehr aus Kalkül denn aus Liebe geheiratet. Die Ehe mit dem Politikersproß war eine Katastrophe. Pamela begann mit Roosevelts Sondergesandten Averell Harriman eine Affäre, die Churchill als ein strategisches Verhältnis ersten Ranges begünstigte. Die junge Frau wurde eine bedeutende Geheimnisträgerin. Ihr Geliebter Harriman kehrte 1945 zu seiner Frau in die USA zurück, Pamela zog mit ihrem kleinen Sohn Winston und dem großen Namen Churchill nach Paris. In ihrem Salon war sie umschwärmter Mittelpunkt der Gesellschaft. Berühmt wurden ihre Affären mit Ali Khan, Elie de Rothschild, André Malraux und Gianni Agnelli.
1960 zog sie nach Amerika und heiratete den Broadway-Produzenten Leland Hayward. Nach dessen Tod, elf Jahre später, und nach einer kurzen, aber heftigen Liaison mit Frank Sinatra, begegnete sie ihrer alten Liebe Averell Harriman wieder. Der soeben Verwitwete wurde ihr dritter Ehemann. Mit ihm, der sich zweimal vergebens um die Präsidentschaftskandidatur bewarb, machte sie ihren Salon in Washington zum wichtigsten Treffpunkt der Demokraten.
Auch nach Harrimans Tod 1986 blieb sie die "Königinmutter der Demokraten". Ohne ihre Unterstützung wäre Clinton vielleicht nie Präsident geworden. Dessen Nominierung hatte sie erst nicht begeistert, zu gut kannte sie den Gouverneur aus Arkansas und fürchtete seine "zipper problems": die offenbare Unfähigkeit, den Hosenladen geschlossen zu halten und die daraus resultierende Gefährdung seiner Präsidentschaft.
Bill Gates: Der Plattmacher
Er stolpert zuweilen über seine langen Füße, trägt große Brillen mit dicken Gläsern und Haare wie mit der Büroschere eingekürzt. Er ernährt sich von kalter Pizza und anderen Fertiggerichten, pokert gerne und hat eine Leidenschaft für schnelle Autos. Bill Gates, 43, der reichste Unternehmer der Erde, kommt immer noch so linkisch daher wie ein schrulliger Physikstudent, der keinen Freund hat außer seinem Computer.
Vielleicht ist es diese Tolpatschigkeit, die Millionen Amerikaner so sehr für den Gründer des Microsoft-Konzerns einnimmt, daß sie ihn mehr schätzen als Michael Jordan, Mick Jagger oder Brad Pitt. Vielleicht ist es aber auch schlicht die Tatsache, daß er in den 23 Jahren, seit er sein Harvard-Studium abgebrochen hat, jeden Konkurrenten aus dem Markt quetschte und aus einer Garagenfirma den größten Computerkonzern der Welt schmiedete.
Gates hat Unternehmersein in Amerika zur Popkultur gemacht: 50 Prozent aller jungen Amerikaner träumen davon, mit ihrer eigenen Firma reich zu werden (in Deutschland sind es 5 Prozent). Sein Erfolg gab Tausenden Zuversicht, auch wenn er später einige der Nachahmer, wie den Netscape-Gründer und Microsoft-Konkurrenten Marc Andreesen, bitter bekämpfte. "Er ist wie eines jener Kids, die gerade ihre erste Firma gegründet haben und nun fürchten zu verlieren, wenn sie nicht jeden Wettbewerber gleich platt machen", sagt Gates' ehemaliger Manager Rob Glaser über seinen früheren Boß.
Heute ist Microsoft einer der aggressivsten Konzerne Amerikas, krakengleich umklammert er die Computerwelt. Gates will das Internet beherrschen, digitales Fernsehen veranstalten, Reisen, Bücher, Zeitschriften ebenso wie Bankleistungen online verkaufen. Er will 840 Satelliten in den Orbit schießen und damit Daten, Software, Fernsehen und Internet in jeden Winkel der Erde verbreiten. Obwohl die US-Behörden verbissen Kartellverfahren gegen ihn führen, ist es Gates' erklärtes Ziel, Microsoft-Programme überall dort zu installieren, wo Computerchips nach einem Kommandosystem verlangen.
Der amerikanische Verbraucheranwalt Ralph Nader über Gates: "Der Unterschied zwischen John D. Rockefeller und Bill Gates ist, daß Gates keine Grenzen für seine Monopolstellung anerkennt."

DER SPIEGEL 46/1998
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