23.11.1998

HARDWARESchlaue Vase

Aztec, Beta, Castia und Tetris heißen die Prototypen für den PC von morgen, die Intel letzte Woche auf der Computermesse Comdex vorstellte. Den pyramidenförmigen Aztec nennt der PR-Text schwülstig "ein Monument an die Götter von Leistung und Geschwindigkeit". Doch die an Vasen und Sitzkissen gemahnenden Designstudien sind nicht nur optischer Gag. Das bunte Kleid verbirgt eine generalüberholte Systemarchitektur: Der PC müsse endlich den Ballast aus frühen Computertagen abwerfen, propagiert der Chip-Konzern. So fehlen dem Rechner die ebenso vertrauten wie vertrackten Anschlüsse der seriellen Schnittstellen und des Druckerports. Statt dessen wird Zubehör künftig nur noch über sogenannte USB- und IEEE-1394-Stecker angestöpselt. Die haben zwar sperrige Namen, versprechen aber, dem Benutzer alle Installationsarbeit abzunehmen. Auch Steckkarten nach dem überholten ISA-Standard sollen zur Jahrtausendwende aussterben. Nun hängt es von der nächsten Windows-Generation ab, ob die neue Elektronik tatsächlich den Benutzerfrust reduziert. Mißlingt die Initiative, sehen die Martergeräte zumindest freundlicher aus.

DER SPIEGEL 48/1998
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HARDWARE:
Schlaue Vase

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