14.11.2011

RUANDAGeste der Versöhnung

Die ruandische Polizei hat 70 Tonnen geschmuggelte Erze in den benachbarten Kongo zurückschaffen lassen. Der Osten des Kongo ist eines der rohstoffreichsten Gebiete der Welt, seit Jahren aber auch heftig umkämpft. Verschiedene Milizen und die kongolesische Armee streiten hier um bedeutende Vorkommen an Kupfer, aber auch an Coltan und Kassiterit - begehrte Bodenschätze, die unter anderem bei der Handy-Fertigung benötigt werden. Ein großer Teil der Erze, die unter unmenschlichen Bedingungen in den ostkongolesischen Minen gefördert werden, wird über Ruanda auf den Weltmarkt geschmuggelt; die Kriegsparteien versorgen sich auf diese Weise mit frischem Geld. Auch Ruandas Militär, das mehrfach in den Kongo einmarschiert war, soll am Coltan-Handel verdient haben. Mit der feierlichen Übergabe des Schmuggelguts will Kigali den Ruf loswerden, sich an sogenannten Blut-Mineralien zu bereichern und zugleich das Vertrauen zwischen den beiden Nachbarländern wiederherstellen. Die kongolesische Regierung hat ihrerseits vor kurzem beschlossen, Minenbetreiber und Handelsfirmen schärfer zu kontrollieren.

DER SPIEGEL 46/2011
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