28.11.2011

UMWELTSchlamperei bei Tiefseebohrung

Ein Leck bei einer Offshore-Ölbohrung des amerikanischen Chevron-Konzerns vor der Küste von Rio de Janeiro hat Schlamperei und schwerwiegende Fehler bei der Katastrophenvorsorge offenbart. "Chevron war nicht auf den Notfall vorbereitet, die Firma hat den Vorfall heruntergespielt, Fotos von der Unglücksstelle manipuliert und sich total inkompetent gezeigt", klagt Carlos Minc, Umweltminister des Bundesstaats Rio de Janeiro. An der Bohrstelle 180 Kilometer vor der Küste waren bis Mitte vergangener Woche mindestens 385 000 Liter Öl ausgelaufen; der Ölteppich war zeitweilig bis zu sieben Kilometer lang. Inzwischen ist das Leck in 1500 Meter Tiefe weitgehend abgedichtet. Kleine Teerklumpen könnten bei ungünstiger Strömung in den kommenden Wochen jedoch bis an die Strände von Rio gespült werden, so Minc. Die Aufsichtsbehörde ANP entzog Chevron vorübergehend die Lizenz, die Behörden verhängten Strafen in Höhe von umgerechnet hundert Millionen Euro. Das Unglück bestätigt Bedenken von Umweltschützern angesichts der bevorstehenden Ausbeutung von Ölvorkommen in der Tiefsee vor Brasilien. Der halbstaatliche Ölkonzern Petrobras will dort in bis zu 7000 Meter Tiefe Öl fördern, obwohl die Bohrungen als riskant gelten.

DER SPIEGEL 48/2011
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