09.01.2012

HausmitteilungBetr.: Titel

Seit vor gut einer Woche bekannt wurde, dass Bundespräsident Christian Wulff, 52, im Dezember eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter von "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann, 47, hinterlassen hatte, hat die Affäre um den Hauskredit Wulffs eine weitere dramatische Wendung genommen: Wie hält es der Bundespräsident mit der Pressefreiheit, mit den Grundrechten, wie besonnen agiert er unter Druck? Auch der SPIEGEL wird seitdem gefragt, ob Wulffs Vorgänger in der Vergangenheit je persönlich versucht hätten, Veröffentlichungen zu verhindern. Nein, haben sie nicht, und es wäre auch zwecklos. Beschwerden gab es natürlich, hinterher. 1991 wandte sich der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker an SPIEGEL-Herausgeber Rudolf Augstein, es ging um einen Artikel, der Weizsäckers Rolle beim Chemie- und Pharma-Unternehmen Boehringer in den sechziger Jahren beleuchtet hatte - und Boehringers Rolle im Dioxin-Skandal. Man komme, mahnte Weizsäcker damals handschriftlich, "nur mit einem äußersten Maß an Redlichkeit untereinander" weiter. Auch früher schon hatte Weizsäcker den SPIEGEL gelegentlich scharf kritisiert, allerdings hinzugesetzt: "Ich brauche kaum zu versichern, dass ich von der Notwendigkeit und Heilsamkeit einer in jeder Hinsicht freien Presse überzeugt bin." Der aktuelle Bundespräsident ist auch in dieser Woche Gegenstand einer SPIEGEL-Geschichte, die von einem Team um die Redakteure Jürgen Dahlkamp, 46, Konstantin von Hammerstein, 50, und René Pfister, 37, recherchiert wurde. "Wulffs Problem ist", sagt Hammerstein, "dass er offenbar gar nicht versteht, was er falsch gemacht hat" (Seite 16).

DER SPIEGEL 2/2012
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