12.03.2012

GRIECHENLANDFindige Bauern

In griechischen Rathäusern werden seit kurzem auch Bestellungen für Kartoffeln entgegengenommen. 32 Cent kostet das Kilo zum Beispiel in zwei Athener Vororten - das ist etwa um die Hälfte billiger als in einem griechischen Supermarkt. Der Grund: Angesichts steigender Lebensmittelpreise haben sich die Bauern vielerorts entschieden, ihre Produkte direkt an die Kommunen zu verkaufen. Zwischenhändler, die die Preise in die Höhe treiben, können so von den Verbrauchern umgangen werden. Was als Graswurzelbewegung in der nordgriechischen Region Pieria begann, breitet sich mittlerweile über das ganze Land aus. Nach den Kartoffelbauern entschlossen sich auch Olivenölproduzenten auf Kreta und nordgriechische Viehzüchter, auf Zwischenhändler zu verzichten. In fast allen größeren Städten kaufen die Griechen Gemüse, Olivenöl, sogar Fleisch nun direkt vom Bauern. Bei der Vermittlung helfen nicht nur die örtlichen Rathäuser, sondern auch das Internet: Auf der Seite otoposmou.gr können die Verbraucher direkt bei den Erzeugern bestellen, die ihrerseits davon profitieren, dass das Preisdumping der Großhändler wegfällt; sie bekommen mehr für ihre Ware. Für die Griechen, deren Gehälter weiter gekürzt werden, sind viele Lebensmittel kaum noch bezahlbar: Die Lebenshaltungskosten liegen inzwischen bis zu 30 Prozent höher als in Deutschland.

DER SPIEGEL 11/2012
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