14.12.1998

HAUSMITTEILUNG 14. Dezember 1998 Betr.: Öcalan

Vierzig Autominuten vom Zentrum Roms entfernt liegt der Vorort Ostia. Dort, im Viertel Infernetto ("kleine Hölle"), wohnt derzeit Kurdenführer Abdullah Öcalan, 50. Er steht unter Hausarrest, bis sein weiteres Schicksal geklärt ist. Die Villa in der Via Malè 90 ist schwer bewacht, italienische Polizisten riegeln die Zufahrtsstraßen ab. Besucher werden gründlich gefilzt, wie SPIEGEL-Redakteur Romain Leick, 49, und SPIEGEL-Mitarbeiter Namo Aziz, 40, vergangenen Donnerstag erleben konnten. Sogar einen Kugelschreiber mußten sie als potentielle Waffe abgeben. Erstmals seit seiner Festnahme vor einem Monat stellte sich der PKK-Chef ausführlich den Fragen deutscher Journalisten (Seite 152). Leick und Aziz trafen einen nach wie vor energischen Mann, der "fast gierig" die Nachrichten internationaler Rundfunksender verfolgte. Der Kurdenführer sprach zum Erstaunen der SPIEGEL-Leute türkisch, die Sprache des Feindes also. "Ich denke und plane in türkisch", sagt Öcalan, kurdisch kommt erst an zweiter Stelle.

DER SPIEGEL 51/1998
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