21.12.1998

SPIELEZelda hilf!

Die Firma Nintendo, in letzter Zeit schwer bedrängt vom Erzrivalen Sony, trumpft jetzt mit einem Spiel auf, das die Fachpresse als Meisterwerk feiert: "The Legend of Zelda: Ocarina of Time" (für die Konsole Nintendo 64; 129 Mark). Die Spieler steuern den Helden Link durch eine zauberische Welt, in der elektrische Blumen aus dem Boden schießen, Sandstürme toben und Laubwesen Feuerbälle speien. Überall gilt es, Gefahren zu überwinden und Rätsel zu lösen. Ein jedes Ding kann auf vielerlei Art gebraucht werden. Ein Stock ist nicht nur eine Waffe. Hält man ihn an eine Fackel, so fängt er Feuer, und man kann mit ihm hinderliche Spinnweben abbrennen. In jeder Lage empfiehlt es sich nachzudenken, was man im wirklichen Leben jetzt tun würde. Selten war ein Computerspiel so sinnreich konstruiert - und so detailverliebt: Wenn Link zum Fliegenfischen geht, spiegelt sich die Sonne im Wasser, und ab und zu wirbelt ein Fisch den schlammigen Boden auf. Sogar das abgebrühte US-Spielemagazin "Next Generation" ließ sich hinreißen und ernannte "Zelda" zum "Spiel des Jahrhunderts".

DER SPIEGEL 52/1998
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