18.06.2012

BriefeUSA, nicht Lummerland

Nr. 24/2012, Schade. Obamas missglückte Präsidentschaft
Kompliment - eine hervorragende Analyse der US-Wirklichkeit anno 2012! Wie soll es weitergehen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Wäre Romney der Präsident, der versöhnt und nicht spaltet? Kaum - und deshalb spricht mehr für den erfahrenen Amtsinhaber, der die Chance braucht, Anspruch und Wirklichkeit zur Deckung zu bringen.
Hartmut Velbinger, Stuttgart
Es ist erschütternd zu sehen, wie die stolze Selbstgewissheit der "auserwählten Nation" in dieser Identitätskrise als fundamentalistischer Reflex fortbesteht und Amerika blind macht für die Option eines kooperativen, aufgeklärten Handelns.
Andreas Hummel, München
Mit Obama wurde mal wieder eine politische Perle vor die Säue geschmissen.
Günter Sauer, Gross-Umstadt (Hessen)
Ein Problem ist ja: Es sind die USA, um die es geht, es ist nicht Lummerland.
Ulrich Grode, Neumünster
Die USA leiden an einer aufgeblähten Bürokratie sowohl auf nationaler Ebene als auch in vielen Einzelstaaten. Obama hat diese Bürokratenklasse wie kaum ein anderer gesteigert, und er will diesen Kurs in einer zweiten Amtszeit fortsetzen und mit Steuererhöhungen und noch mehr Staatsverschuldung ernähren.
Christopher Arend, Frankfurt am Main
Wer mit schönen Reden Hoffnungen weckt und Vertrauen gewinnt, dann aber nicht liefert, braucht sich über enttäuschte Wähler nicht zu wundern. Und ein voreilig ausgezeichneter Friedensnobelpreisträger, der, wie es heißt, gut damit klarkommt, in einem schmutzigen Schattenkrieg Richter und Henker zugleich zu sein, wird zu einer Karikatur seiner selbst. Wer hätte gedacht, dass aus Obamas hoffnungsvollem "Yes, we can!" ein gnadenloses "Yes, we can kill" werden könnte? Wenn man sich allerdings die Alternativen auf Seiten der Republikaner ansieht, könnte man endgültig den Glauben an die Fähigkeit der USA verlieren, sich immer wieder neu zu erfinden. Eine große Nation zerlegt sich selbst. Schade.
Christiane Theiss, Hannover
Bei den beiden großen US-Parteien, ihren Wählern und Anhängern wird nach Ihrer Auffassung die fehlende Moral, die Gier nach Geld und Macht und die fehlende Charakterstärke fast ausschließlich bei den Republikanern verortet, während die Demokraten als die Naiven, Getriebenen und Gutmeinenden dargestellt werden.
Alfons Siepert, Landsberg am Lech
Nach den großen Erwartungen sind viele enttäuscht von Obamas Amtszeit. Doch was der Präsident auf den Weg brachte, übertrifft die Leistungen der meisten seiner Vorgänger bei weitem. Innenpolitisch ist die Gesundheitsreform das bedeutendste Projekt der Regierung. Wird sie für verfassungskonform erklärt, hat Obama erreicht, woran über acht Jahrzehnte hinweg demokratische wie republikanische Präsidenten scheiterten: So gut wie jedem Amerikaner eine erschwingliche Krankenversicherung zu garantieren.
Simon Vaut, Berlin
Nie habe ich erwartet, dass Obama übers Wasser gehen könnte. Und trotz aller Schwierigkeiten ist er eine Offenbarung gegenüber George W. Bush. Die destruktiven Manöver der Tea-Party-Anhänger sind vor allem Rückzugsgefechte der bisher traditionell herrschenden White Anglo-Saxon Protestants. Im Laufe dieses Jahrhunderts werden die Minderheiten von Latinos, Schwarzen und Asiaten zusammen die Mehrheit haben und die US-amerikanische Politik bestimmen.
Karsten Strey, Hamburg
Sie bedienen gedankenlos die gängigsten deutschen Klischees über Amerikaner: Waffennarren, fettleibig und unterbelichtet. Den als überhitzten Medienbetrieb gut analysierten Politikprozess beschreiben Sie selbst mit phrasenhaften Aussagen und pauschalen Werturteilen.
Jacob Schrot, Brandenburg
Ich habe selbst im Stab eines Kongressabgeordneten gearbeitet und kann Ihre Einschätzungen nur bestätigen. Die überparteiliche Kooperation geht gegen null, nur in sicherheitspolitischen Ausschüssen gibt es so etwas wie vorsichtige Annäherung. Für die übrige politische Arbeit gilt: "Gestern standen wir am Abgrund. Heute sind wir einen Schritt weiter." Das Ausmaß des politischen Bankrotts in Amerika und die Zentrifugalkräfte rund um den Dauerwahlkampf sind kaum abzusehen.
Sebastian Bruns, Kiel
Es hat sich bisher immer eher Inhumanität als Humanität durchgesetzt, und so wird sich auch die Idee von sozialer Gerechtigkeit, wie sie Obama anstrebt, erst dann realisieren lassen, wenn sie von einer breiten Mehrheit erkämpft wird.
Josef Gegenfurtner, Schwabmünchen

DER SPIEGEL 25/2012
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