13.01.1997

ZAIRESöldner sollen Mobutu retten

Demokratische Wahlen und einen totalen Sieg über die Rebellen hatte er noch in seiner Neujahrsansprache angekündigt, doch am vorigen Donnerstag setzte er sich nach Europa ab: Mobutu Sese Seko, im Dezember nach Zaire heimgekehrter krebskranker Diktator, weilt wieder in Frankreich und baut auf die Hilfe des Gastlandes bei der Rettung seines Reichs. In Mobutus Auftrag rekrutiert Oberst Alain Le Carro, Chef der Präsidentengarde unter Mitterrand, mehrere hundert Söldner. Die "weiße Legion" soll im östlichen Zaire die Rebellen von Laurent Kabila stoppen, nachdem eine Gegenoffensive der zairischen Armee zusammengebrochen ist. Die Rebellen fordern nun von den Bergbauunternehmen des goldreichen Gebiets Abgaben, die bislang Mobutu kassierte. Der angeschlagene Diktator drängt Paris, im Osten Zaires so einzugreifen wie im Nachbarland: In der Zentralafrikanischen Republik beendeten französische Eliteeinheiten eine Meuterei der Armee. Diese Truppen, befürchtet Rebellenchef Kabila, könnten jetzt nach Zaire verlegt werden. Seine Gefolgsleute drohen mit Vergeltung: Gefangene weiße Soldaten würden sofort erschossen.

DER SPIEGEL 3/1997
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ZAIRE:
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