02.06.1997

Margarita Mathiopoulos,

40, einst Beinahe-Sprecherin der Bonner SPD unter Willy Brandt, ist nach einem fünfjährigen Ausflug in die Welt des Bankenwesens erneut arbeitslos. Vergangene Woche wurde die studierte Historikerin von ihrem Job als Sprecherin der Hannoverschen Nord/LB fristlos beurlaubt. Ihr Ende Juni auslaufender Vertrag, so die Bank, werde wegen "nicht zu überbrückender Meinungsverschiedenheiten" nicht verlängert. Die ehemalige Harvard-Studentin, wegen ihres teils rüden Umgangs mit Bank-Mitarbeitern firmenintern auch als "schwarze Mamba" tituliert, gab sich "maßlos enttäuscht" und überrascht von ihrer Demission. Ihre Anwälte prüfen derzeit, ob die Kündigung Rechtens ist. Ganz so unerwartet kann Mathiopoulos der Rauswurf allerdings nicht getroffen haben. In Bankerkreisen war die anstehende Kündigung schon seit Herbst vergangenen Jahres bekannt. Einen neuen Job hatte die umtriebige Ex-Griechin seither nicht gefunden. Deshalb klagt sie auf Festanstellung bei der Nord/LB, wo sie, so Mathiopoulos treuherzig, "erst vor einer Woche einen meiner schönsten Tage erlebt" habe, "als ich im Kollegenkreis meinen Geburtstag feierte".
Von Weber und

DER SPIEGEL 23/1997
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