23.06.1997

BERTELSMANNNeue Chefs

Dem Bertelsmann-Konzern (Umsatz: fast 22 Milliarden Mark) steht ein Generationswechsel bevor: Am 4. Juli tagt der Aufsichtsrat, einen Tag später wird Konzernchef Mark Wössner, 58, einer Versammlung von rund 70 Spitzenmanagern seinen mit Spannung erwarteten Nachfolger präsentieren: Thomas Middelhoff, 44, bisher Konzernvorstand für Multimedia und Strategie, soll ab Oktober 1998 die Gesamtverantwortung im drittgrößten Medienkonzern der Welt übernehmen. Gleichzeitig wird auf den bisherigen Middelhoff-Posten ein Mann aus dem hausinternen Pool von rund 120 Nachwuchsmanagern aufsteigen. Auch Veränderungen in der zweiten und dritten Führungsebene sollen bei dem Treffen bekanntgegeben werden. Zeitgleich verjüngt der Vorstandsvorsitzende des Verlags- und Druckhauses Gruner + Jahr, das zu 74,9 Prozent dem Bertelsmann-Konzern gehört, seinen Vorstand. G + J Chef Gerd Schulte-Hillen, 56, wechselt im Oktober des Jahres 2000 auf den Posten des G + J-Aufsichtsratsvorsitzenden. Der bisherige Premiere-Chef Bernd Kundrun, 39, hat dann beste Chancen, den Spitzenjob bei Deutschlands umsatzstärkstem Pressehaus zu übernehmen. Am 1. August dieses Jahres tritt Kundrun zunächst als einfaches Vorstandsmitglied an, zuständig für das in- und ausländische Zeitungsgeschäft. Der bisherige Zeitungsvorstand Martin Stahel, 52, übernimmt das neue Ressort Unternehmensentwicklung und Strategie. Der Marketingexperte Kundrun soll vor allem die nur mäßig erfolgreichen Boulevard-Zeitungen (BERLINER KURIER, HAMBURGER MORGENPOST, DRESDNER MORGENPOST, CHEMNITZER MORGENPOST) "nach vorn bringen, was denn sonst", sagt Schulte-Hillen: "Da hat er einen schönen Knochen zum Nagen." Im G + J-Vorstand werden in absehbarer Zeit auch John Jahr junior, 63, (Handel) und Jochen Frangen, 55, (Druckereien) durch Jüngere ersetzt. Der im ausländischen Zeitschriftengeschäft erfolgreiche G+J-Vorstand Axel Ganz, 59, soll laut Schulte-Hillen trotz der konzerninternen Altersgrenze von 60 Jahren bleiben. Sein Vertrag läuft noch bis 1999. Schulte-Hillen: "Man darf nicht undifferenziert vorgehen. Der Mann ist so vital."
Von Steingart und

DER SPIEGEL 26/1997
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