14.07.1997

KULTURKAMPFCentre Pompidou in Karlsruhe

Der Hallenbau A der Industriewerke Karlsruhe Augsburg (IWKA) stand zehn Jahre leer. Jetzt soll er zu einem badischen "Centre Pompidou" werden, zu einem Tempel der Gegenwartskunst. Am 18. Oktober eröffnet dort das Karlsruher "Zentrum für Kunst und Medientechnologie" (ZKM) seinen neuen Sitz, ein interdisziplinäres Konglomerat aus technischen und musischen Instituten. Jetzt hat eine Studie des Soziologieprofessors Hans-Joachim Klein für Unruhe und Streit gesorgt. Seine Umfrage unter Besuchern des Medienfestivals im Vorfeld der Eröffnung - Titel: "Multimediale" - ergab: viel Erlebnisspaß und wenig Kunstgenuß. Bemängelt wurden unverständliche "interaktiv" funktionierende Kunstwerke und schlechte Präsentation, aber auch "Pseudoinnovatives" und "kalter Kaffee", die allermodernste Kunst betreffend. Selbst Heinrich Klotz, Direktor des Zentrums, zeigte sich ernüchtert. Doch der durchsetzungsfähige Professor für Kunstgeschichte, der zum umtriebigen Kulturmanager wurde, ist vom Erfolg seines Riesenprojekts überzeugt: Allein sein "Museum für Neue Kunst", das 1999 fertiggestellt sein soll, werde mit 14 000 Quadratmetern reiner Ausstellungsfläche "alle vergleichbaren Präsentationen in Deutschland übertreffen": "Das wird eine Art Centre Pompidou - mit weniger Geld, aber mehr Phantasie."
Von Reinhard Mohr und

DER SPIEGEL 29/1997
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