21.07.1997

URHEBERRECHTLangsame Faxe kosten Millionen

Durch künstlich verlangsamte Kopiergeräte entgehen der Verwertungsgesellschaft (VG) Wort jedes Jahr mehrere Millionen Mark. Die Organisation, die für 220 000 Autoren und 5000 Verlage Urheberrechte in Deutschland wahrnimmt, hat deshalb eine Eingabe an den Rechtsausschuß des Deutschen Bundestags gerichtet. Die VG Wort will das Urheberrecht ändern lassen. Darin ist seit 1985 festgelegt, daß Kopiergeräte, die mehr als eine Minute brauchen, um zwei Seiten zu vervielfältigen, nicht der Vergütungspflicht unterliegen. Das gilt vor allem für Faxgeräte, die sich als Kopierer verwenden lassen, und für Scanner, die Bilder oder Texte in elektronische Daten verwandeln. VG-Wort-Chef Ferdinand Melichar: "Teilweise arbeiten die gleichen Geräte heute langsamer als früher. Einzelne Importfirmen zahlen nur mehr zehn Prozent der bisherigen Vergütungen." Lediglich durch eine Nachzahlung in Höhe von über sechs Millionen Mark konnten die Kopierabgaben 1996 mit 47,97 Millionen Mark den Stand von 1994 knapp übertreffen. Melichar: "Es kann nicht sein, daß Urheber und Verleger auf diese Art um die vom Gesetz vorgesehene Vergütung gebracht werden." Deshalb solle Bonn die jetzige Geschwindigkeitsvorschrift in der geplanten Gesetzesnovelle abschaffen.
Von Heinlein und

DER SPIEGEL 30/1997
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