21.07.1997

Siegfried, Lohengrin, Parsifal - Hitler?

Rudolf Augstein über die Beziehungen zwischen dem Weltzerstörer Adolf Hitler und dem Erbauer Walhalls. Sind Musik und Schriften Richard Wagners schuld an Hitlers Greueltaten?
"Wenn ich Wagner höre, ist mir, als seien das Rhythmen der Vorwelt!" HITLER NACH DER NIEDERLAGE VOR MOSKAU 1942
Auch der ärgste Wagner-Gegner hat bisher nicht behauptet, Richard Wagner sei vom Feuerstrahl des Führers Adolf Hitler getroffen worden. 1871 fällt die Reichsgründung fast gleichzeitig mit dem Bau des Festspielhauses zusammen, aber die Reichsgründung hat sonst nichts mit Bayreuth zu tun, und sogar der Erste Weltkrieg ist ohne nennenswerten Einfluß der Wagnerianer vom Zaun gebrochen worden.
Die Frage ist, ob wir das auch für den Zweiten Weltkrieg sagen können. Fischt man nicht an der Oberfläche herum, wird man rasch herausfinden, daß Adolf Hitler ihn in jedem Fall angestoßen hätte, was immer er an Wagnerschem Gedanken- und Gefühlsgut in sich ausbrütete. Beide Weltkriege wären auch ohne die Existenz und die Schöpfungen Richard Wagners losgetreten worden - leider von Deutschen -, und auch damit, daß beide Kriege verlorengingen, hat der aus Sachsen stammende Bayreuther Meister nichts zu tun.
Aber wir dachten bisher, vieles über die Beziehungen zwischen Hitler und Wagner, zwischen Hitler und dem Bayreuther Kreis, zwischen Hitler und den geistigen wie leiblichen Erben Richard Wagners zu wissen. Dies sieht nun anders aus.
Es gibt inzwischen mehr gesichertes Wissen über die Beziehungen zwischen dem Weltzerstörer und dem Erbauer Walhalls, als wir bisher glaubten. Joachim Köhler bringt in seinem in diesem Frühjahr erschienenen Buch "Wagners Hitler"* ebensoviel Neues ans Licht wie im vergangenen Herbst die Historikerin Brigitte Hamann mit "Hitlers Wien"**.
Legt man beide Bücher übereinander und filtert das jeweils Passende heraus, so finden sich ganz neue Netzwerke, die von London über Paris und Wien nach Mün-
* Joachim Köhler: "Wagners Hitler - Der Prophet und sein Vollstrecker". Karl Blessing Verlag, München; 504 Seiten; 49,80 Mark.
** Brigitte Hamann: "Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators". Piper Verlag, München; 652 Seiten; 59 Mark.
chen und Nürnberg reichen, ja, und zum Schluß natürlich in die Berliner Reichskanzlei.
Bayreuth und der Bayreuther Kreis spielen dabei eine größere Rolle als bisher angenommen. Was man auch nicht genau wußte, war, wie der stellungslose Bohemien Hitler in Wien als selbständiger Heimbewohner gelebt hat; sein Umgang damals fast nur Juden, sein Hauptfeind damals die Tschechen, die aus Wien eine zweisprachige Stadt zu machen bestrebt waren. Hitler kannte außer seinen meist jüdischen Mitbewohnern im Heim nur eine einzige Tschechin, so der Hauptzeuge aus jener Zeit, der Österreicher August Kubizek, auf den wir uns weitgehend verlassen müssen.
Brigitte Hamann versucht in ihrem Buch zu belegen, daß jener Hitler, der 1913 vor der k.u.k. Armee nach München flüchtete, in Wien die Sprengkraft des Antisemitismus entdeckt hat. An anderer Stelle beweist sie das Gegenteil. Er führte keine geordnete "Weltanschauung" mit sich, sondern nur ein Sammelsurium ungeordneter Gedankenfetzen.
Wir wollen uns in die Rolle jenes begeisterten Kriegsfreiwilligen Adolf Hitler versetzen, der zufällig auf einem häufig gedruckten Foto, immer mit weißer Kreide umrandet, erscheinen wird. Es ist der 2. August 1914, der Tag nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges, auf dem Odeonsplatz in München, wo Adolf Hitler unter Tausenden Gleichgesinnter eindeutig zu erkennen ist. Er wird sich am nächsten Tag für den Kriegsdienst melden. "Diesen Hysteriker", spottete angeblich sein Kompanieführer später, "mache ich niemals zum Unteroffizier."
Man muß sich einen Adolf Hitler vorstellen, der miterlebt hätte, wie ein siegreicher Kaiser Wilhelm II. durch das Brandenburger Tor geritten wäre; mit seiner Energie hätte der in Wien als Architekt Gescheiterte sicherlich versucht, doch noch Architekt zu werden. Diese Energie wurde dann anderweitig explosiv. (Wer die monströseren Reihenhäuser gebaut hätte, sein künftiger Rüstungsminister Albert Speer oder er, mag der Phantasie jedes einzelnen überlassen bleiben.)
Der verlorene Wilhelminische Krieg muß dem vorübergehend gasblinden Österreicher das schlimmste Trauma seines Lebens bedeutet haben, schlimmer noch als der Tod seiner Mutter. Mit gesunden Augen kehrte er Ende November 1918 nach München zurück und lungerte dort wie so viele stellungslose Ex-Soldaten in den Kasernen herum, da er von seinen Aquarellen vermutlich noch schlechter hätte leben können als von seinem Sold. Was nützten ihm Frack und Lack?
Hitler behielt die Uniform an und schob Wachdienst auf dem Bahnhof. Ein gewisser Hauptmann Karl Mayr entdeckte den herumsitzenden Heimkehrer in einer Kaserne und nahm ihn mit. Es ist fast unnötig zu sagen, daß Mayr später in einem Konzentrationslager umkommen wird.
Weder in jener Wiener noch in der Münchner Zeit gab es irgendeinen Menschen, der damals auch nur auf die Idee gekommen wäre, aus Hitler könne irgend etwas Großes, wenn überhaupt etwas werden. Er war ein Nobody, aber in seinem Gedankensammelsurium waren doch etliche formbare Stücke aufgetaucht: der Haß auf die Kriegsverlierer, die Marxisten, die Juden, die Novemberverräter. Das alles hatte er nun schon vor Augen, aber noch keine Gelegenheit gehabt, die Probe aufs Exempel zu machen.
Hauptmann Mayr verschaffte sie ihm. Was Mayr von Hitler wollte, sollte sich bald herausstellen. München war damals eine revolutionsschwangere Stadt. Die Reichswehr machte hier ihre eigene Politik, Hitler sollte als Redner ausprobiert werden, als Agitator, und sehr schnell stellte sich sein großes Talent heraus. Er war ein Agitator, er war ein Redner, ja, er war sogar ein Volksredner. Das Jahr 1920 beendete Hitlers Anonymität. Über Nacht war er wer.
"Man pilgerte zu Hitler", so der Pianist Ernst "Putzi" Hanfstaengl, "wie zu einem grandiosen Theaterereignis." Die Richtung, in die man Hitler geschickt hatte, war ihm klarer als jenen Instruktionsoffizieren, die ihn auf den Weg brachten.
Er kannte den Feind besser als sie. Schließlich hatte sich in seinem Kopf nicht nur die Feindschaft gegen die Tschechen, die er mit den meisten Wienern teilte, sondern auch die Person des Wiener Bürgermeisters Dr. Karl Lueger eingeprägt. 13 Jahre war Lueger Bürgermeister von Wien. Als es 1910 mit ihm zu Ende ging, schien die Stadt wochenlang wie gelähmt.
Der Kaiser selbst und viele Erzherzöge nahmen an der Trauerfeier im Wiener Stephansdom teil. Noch heute heißt eine der großen Straßen Wiens Dr.-Karl-Lueger-Ring.
Lueger machte auf Hitler erheblichen Eindruck. Viele glaubten, Lueger sei gar nicht solch ein Judenfresser, wie es der Allgemeinheit erschien. Lueger profitierte von diesem Urteil. Wo angebracht, erklärte er: "Wer a Jud ist, bestimm i!" Tatsächlich pflegte Lueger zwischen Juden und Juden zu unterscheiden, zumal dann, wenn sie ihm in irgendeiner Form nützten: "Ich mag die ungarischen Juden noch weniger als die Ungarn, aber ich bin kein Feind unserer Wiener Juden; sie sind gar nicht so schlimm, und wir können sie gar nicht entbehren."
Neben Lueger verehrte Hitler Georg Ritter von Schönerer, den Führer der Alldeutschen, der die Österreicher dem Reich zuführen und die Auflösung der Habsburger Monarchie in Kauf nehmen wollte. Das eben wollte Hitler ja auch.
Schönerer hatte als eine seiner Parolen "Deutschland den Deutschen" kreiert, und Hitler behielt diese Parolen vielleicht unbewußt in seinem Gedächtnis. Es muß nicht, aber es kann der "Heil"-Gruß durch Schönerer in der Vorstellungswelt seines gelehrigen Schülers haften geblieben sein. Mit Richard Wagner jedenfalls hat das alles wirklich nichts zu tun.
Eine andere Wahnidee scheint sich damals schon in Hitler festgesetzt zu haben: Ihm wäre der verlorene Krieg nicht passiert. Wäre er rechtzeitig zur Stelle und in der richtigen Stellung gewesen, er hätte den Krieg gewonnen. So sagte er es ungefähr wörtlich dem britischen Botschafter Sir Nevile Henderson wenige Tage vor dem Zweiten Weltkrieg, den Hitler allein entfesseln wird und den zu gewinnen es gar keine Chance gegeben hat. Wie zuvor im Ersten Weltkrieg Hindenburg und Ludendorff, wird er es zwar beinahe zum Siege bringen, aber eben nur beinahe.
Daß Hitler Wien im Mai 1913 überhaupt verlassen konnte, verdankte er einer kleinen Erbschaft, die ihm nach seinem 24. Geburtstag ausgezahlt wurde. Einige Aquarelle, die er wohl für gelungen hielt, nahm er mit sich und behielt sie lebenslang. Mag sein, daß er in besonderen Notzeiten auch einmal Gelegenheitsarbeiten verrichtet hat, aber stetige Arbeit, etwa auf dem Bau, die hat er nicht getan, sondern sich zusammengelogen.
In München machte er zusammen mit Ludendorff im November 1923 einen völlig unausgegorenen Marsch auf die Feldherrnhalle, der von der Landespolizei schmählich zusammengeschossen wurde.
Schon da genoß er die Fürsorge reicher Damen, die nun ihrerseits dafür sorgten, daß nach Friedrich Eberts Tod Hindenburg zum Reichspräsidenten gewählt wurde. Das konnte der seinerzeit nur werden, weil die Bayerische Volkspartei, obwohl katholisch, den katholischen Gegenkandidaten Wilhelm Marx nicht wählte. Diese Wahl im Jahre 1925 entsproß dem "bayerischen Sumpf" (Thomas Dehler), in dem sich auch Hitler politisch tummelte. Die Damen um Winifred Wagner machten erfolgreiche Versuche, ihm sein linkisches Wiener Wesen ("Küß die Hand, gnä Frau") auszutreiben. Auch vom Arier wird er in diesem Kreis etwas erfahren haben.
In Bayreuth war Richard Wagners Sohn Siegfried zwar nominell der Herr im Hause, doch dessen englische Frau Winifred, geborene Williams, beherrschte in Wirklichkeit den Hügel. Gelassen sah ihr Gatte zu, wie sie Hitler Liebespäckchen in seine komfortable Landsberger Haft schickte. Siegfried Wagner hatte mit Hitler nichts am Hut. Seiner Frau schenkte er vier Kinder, wandte sich dann aber bis zu seinem Tode wieder dem Junggesellenleben zu.
Winifred brauchte einen physischen und einen psychischen Führer. Ihr späterer Künstlerischer Leiter der Festspiele, Heinz Tietjen, wurde auch im übrigen ihr Genosse.
Der Reichskanzler Hitler bevorzugte die Bayreuther Herrin, wenn er Gäste hatte, von denen er annahm, sie seien kulturell hochstehend. Er sorgte für großzügige finanzielle Zuwendungen an das chronisch unter Geldmangel leidende Festspielunternehmen.
Der geistige Oberverwalter des Wagnerschen Erbes in Bayreuth, Admiralssohn Houston Stewart Chamberlain, war mit Sicherheit eine der Quellen für Hitlers inneres Durcheinander.
Chamberlain war in Frankreich erzogen und von seinem Privatlehrer zum Deutschtum bekehrt worden. Der Weltmann übte im Kreis der Wagnerianer einen großen Einfluß aus. Mit seiner Wagner-Biographie aus dem Jahre 1896 hatte er bereits die führende Position im Wagner-Heldenkult eingenommen. Von Chamberlain stammt die Schrift "Arische Weltanschauung" (1905), verfaßt zu einer Zeit, da Hitler diesen Begriff wohl kaum gekannt haben kann.
Hitler sagte noch vor seinem Münchner Putsch in einem Interview: als seine Hauptaufgabe betrachte er die Vernichtung der Juden.
Der Feind war also damals bereits ausgemacht. Wie er zu diesem radikalen Feindbild kam, ist bis heute noch keineswegs schlüssig geklärt.
Neben den Schriften Richard Wagners ist dieser Houston Stewart Chamberlain das beste Beispiel dafür, daß es einen schwärmerisch-verrückten Antisemitismus in Bayreuth schon gab, als Hitler noch seine Meldegänge in den Gräben der Westfront absolvierte.
Der Engländer durfte im Jahre 1908 die Wagner-Tochter Eva heiraten. Die beiden sollen nach Hitlers Festungsaufenthalt in Landsberg die Druckfahnen des Buches "Mein Kampf" durchgesehen und redigiert, Winifred überhaupt den Anstoß dazu gegeben haben.
Vielschreiber Chamberlain hatte im Jahr 1899 sein Paradebuch "Die Grundlagen des Neunzehnten Jahrhunderts" herausgegeben. Kaiser Wilhelm II. antwortete dem Verfasser auf dessen Buchgabe mit einem Gedenkblatt, in dem er ihn wissen ließ, er habe angeordnet, in jeder preußischen Schulbibliothek müsse ein Exemplar des Chamberlain-Werks ausliegen.
Wilhelm schrieb dem Autor als sein "treu-dankbarer Freund", er habe "mit einem Zauberschlage Ordnung in den Wirrwarr seiner germanischen Ahnungen gebracht und Wege aufgezeigt, die verfolgt werden sollen zum Heil der Deutschen und damit zum Heil der Menschheit". Denn, so Wilhelm im Ton religiösen Schwärmertums: "Ihr Buch dem deutschen Volk und Sie persönlich sandte mir Gott."
Chamberlain hatte dem deutschen Kaiser geschrieben, es gelte, das Reich "aus der zermalmenden Umarmung der Juden ... zu erlösen". Die kaiserliche Ansicht dazu kennen wir aus Briefen und Äußerungen der Jahre 1907 und 1929, als Wilhelm II. verlauten ließ, es gebe zu viele Juden in seinem Land, "sie müssen ausgemerzt werden". Noch aus dem Exil in Doorn schrieb er, man müsse "Juden wie Mücken vergasen".
Der inzwischen bekannte Adolf Hitler erfuhr 1920 von Dietrich Eckart, dem späteren Chefredakteur des VÖLKISCHEN BEOBACHTERS, bei seinem Antrittsbesuch: "Am liebsten würde ich sämtliche Juden in einen Eisenbahnzug verladen und ins Rote Meer damit fahren."
Dieser Mentor starb kurz nach seiner Haftentlassung im Jahre 1923. Hatte er ernst gemeint, was er sagte? Oder waren das bloße Redereien? In den Ohren Hitlers wohl nicht. Eckart diente ihm als Schutzpatron, weil er tot war. Man konnte sich aus dessen Brausekopf nun beliebig bedienen; so wurde aus dem "aufgekratzten Saufpoeten" (Köhler) Dietrich Eckart der alte "getreue Eckehart" der Sagen. (Er sitzt vor dem Hörselberg und warnt die Vorübergehenden vor dem Eintritt zu Frau Venus.)
Man sieht, der gewalttätige Antisemitismus ist nicht vom Himmel gefallen, sowenig wie der geniale Meister Vincent van Gogh.
Adolf Hitler hatte sich mit den theoretischen Schriften Wagners beschäftigt. Offenbar auch mit dessen endzeitlichen Tiraden, nach denen es dem deutschen Volk "urvorbestimmt" sei, die Helden zu gebären, die mit der "grauenhaften Weltanarchie" Schluß machen.
Die Schriften Wagners zu kennen wurde im Bayreuther Kreis um Winifred ja als quasi selbstverständlich vorausgesetzt. Der in München auftretende Hitler wirkte zu Anfang hölzern und schüchtern. Aber wo sonst hatte man schließlich einen jungen erfolgsträchtigen Politiker, der die Werke Richard Wagners wirklich alle kannte, vom frühen "Rienzi" bis zum Spätwerk "Parsifal"?
Wer so im Mittelpunkt stand wie Adolf Hitler nach seinem Prozeß, der wußte eine geistige Elite um sich, Antisemiten mehr oder weniger alle. In Richard Wagner sahen sie ihren Propheten. Das Bayreuther Festspielhaus, ursprünglich nur für den "Ring" gebaut, wurde zu einer Art nationaler Weihestätte. Sicherlich wird man sich kein Bayreuth ohne Richard Wagner vorstellen können, keine Loreley ohne Heinrich Heine, aber auch keinen Bayreuther Kreis ohne Winifred Wagner. Was sie eigentlich von Hitler wollte, hätte sie ihm nicht sagen und hätte er auch nicht erfüllen können.
Wichtiger aber als der direkte oder indirekte Einfluß der Theorien Wagners auf Hitler war seine nicht zu bestreitende Vorliebe für Richard Wagners Musik, wobei er sonderbarerweise Isoldes Liebestod aus dem "Tristan" vorgezogen haben soll. Dies mag so sein.
Aber kaum möglich ist, daß er in Wien, wo Hitler nur Geld für einen Stehplatz in der Hofoper hatte, die ganze Aufführung von "Tristan und Isolde" 30- bis 40mal gesehen hat. Wie zuverlässig die Quelle, aus der dafür geschöpft wurde, auch gewesen sein mag: Dies kann man sich kaum vorstellen. Als Meldegänger will er, laut eigener Aussage, dank der Klavierauszüge alle wesentlichen Stellen vor sich hin gepfiffen haben. Das mag sogar stimmen. Große Geister sind mit solchen Zahlen nicht kleinlich. Auch Nietzsche, der am liebsten die Kurkapelle in Turin hörte, behauptete, Bizets "Carmen" mehr als Dutzende Male gesehen zu haben.
Hitler liebte auch eine andere Musikart. Lehárs Operette "Die lustige Witwe" hat er siebenmal in einem Jahr gesehen. In der "Wolfschanze" in Ostpreußen 1943/44, nach dem totalen Verlust des totalen Krieges also, hörte keiner jemals, daß der Führer sich Wagner-Musik vorspielen ließ. Hingegen gibt es eine Zeitzeugin, Hitlers Diätköchin, die dort immer nur die "Lustige Witwe" ablaufen hörte. Es sei allerdings doch Hitlers Wunsch gewesen, in seiner Todesstunde "Isoldes Liebestod" spielen zu lassen, wie seine Sekretärin versicherte.
Hitler sah sich selbst als den Siegfried in der "Götterdämmerung". Er mag sich auch für den Wotan einer untergehenden Welt gehalten haben. Schwer glaubhaft ist aber, daß er den König Marke oder den ungetreuen Tristan verkörpern wollte.
Als Gralsritter gegen die jüdisch-bolschewistische Mongolenflut hat er sich 1935 ja malen lassen. Die Bezeichnung "Barbarossa" für seinen Kreuzzug gegen das jüdisch-asiatische Untermenschentum war kein Deckname, sondern eine Anknüpfung an den im Fluß Saleph ertrunkenen Märchenkaiser Friedrich I., der auch Wagner schon zum Sujet gedient hatte. Wagner vollendete seine "Barbarossa"-Oper nicht, obwohl er noch 1871 von dieser Figur in ihrer "großartigen, barbarischen, erhabenen, ja göttlichen Unwissenheit" schwärmte.
Der Führer trat sein Unternehmen "Barbarossa" an.
Weder Militärs noch Kirchen hinderten ihn, 1939 das katholische Polen zu überfallen und die Intelligenz möglichst zu vernichten. Niemand kann beweisen, was ich immerhin für denkbar halte, daß er den Krieg gar nicht gewinnen wollte.
Schon vor etlichen Jahren habe ich im SPIEGEL geschrieben, daß Hitlers Unterbewußtsein dem Untergang und diesem Ende in der Reichskanzlei zustrebte. Jüngst hat Henry Kissinger in einer Fernsehsendung über die beiden Weltkriege dies ebenfalls erwogen.
Wagners "Götterdämmerung" und das Nibelungenlied aus den Jahren 1198 bis 1204 mögen in Hitlers Unterbewußtsein verankert gewesen sein, ja, und auch der Volkstribun Cola di Rienzo, dieser Erlöser von den Adelscliquen in Rom.
Wagner idealisierte diese Figur zu einer Erlösergestalt, vielleicht gerade, weil der richtige Cola di Rienzo ein ausschweifender Spinner gewesen war. Es leuchtet ein, daß "Rienzi", den Hitler noch an der Linzer Oper erlebte, auf ihn einen gewaltigen Eindruck machte. "In jener Stunde begann es", sagte er dem 1939 nach Bayreuth gekommenen Schulfreund "Gustl" Kubizek.
Das war gewiß so. Hitler verstand es, sich selbst in Wagners Bühnengestalten wiederzuerkennen. Man beachte, auch Rienzi geht ja kläglich unter, wird, laut Wagner, erschlagen und kommt in den Flammen um.
Vor seiner Sekretärin brüstete sich Hitler, Teile des "Ring des Nibelungen" "bis zu 140mal gesehen" zu haben. Zweifellos hat der "Ring" auf Hitler Einfluß gehabt. Wir wollen um Ziffern nicht streiten. Sicher ist, daß Hitler die Wiener "Ring"-Aufführungen des berühmten, als "modern" verschrienen Alfred Roller regelmäßig vom Stehplatz aus sah und hörte. Er hatte zwar oft zuwenig Geld, um sich die für seine Aquarelle notwendigen Malutensilien zu beschaffen, doch für eine Karte zu einer Roller-Inszenierung verzichtete er manchmal sogar aufs Essen.
Rollers Bühnenbilder blieben Hitler im Gedächtnis. Während der dreißiger Jahre schaltete er sich bei Bayreuther Aufführungen direkt ein. Ein Mitarbeiter erzählte, daß im zweiten Akt (von "Tristan und Isolde") auf Wunsch des Führers "am Himmel ein Mond und unzählige Sterne leuchten sollten". Noch 1943 ließ Stardirigent Wilhelm Furtwängler in Wien, offensichtlich auf Befehl seines obersten Dienstherrn, für eine Neuinszenierung des "Tristan" die Bühnenbilder von Alfred Roller aus dem Jahre 1903 installieren.
Daß er sich am Theater einmischte, ist unbestritten. 1936 wollte er sogar eine "Lohengrin"-Aufführung zur Krönung des neuen (kurz darauf aber wieder abgedankten) englischen Königs Edward VIII. von Bayreuth nach Covent Garden verlegen. Verzweifelt und ingrimmig machten Winifred Wagner und ihr Ko-Pilot Heinz Tietjen ihrem Führer klar, daß nicht die geringste Aussicht bestehe, das Projekt technisch zu verwirklichen.
Ein schlechter Künstler mag Hitler gewesen sein, aber ein erfolgreicher Künstler war er auch. Auf dem ersten Reichsparteitag in München 1923 bekam man zwar viel von "Ariertum" zu hören, das politische Programm aber blieb aus. Doch als Höhepunkt der Veranstaltung wurden die von Hitler selbst entworfenen Rienzi-Standarten geweiht, die, schon bald danach mit Hakenkreuz und "Deutschland erwache" geschmückt, in der Bewegung großen Anklang fanden.
Die "Rienzi"-Ouvertüre wurde zur heimlichen Hymne des Dritten Reichs, vor allem bekannt durch die Nürnberger Parteitage. Der "Lichtdom" während des Parteitags 1936 war allerdings eine Erfindung des Hitler-Architekten Albert Speer.
Hitlers wirksamste Reden in München galten der "Dolchstoß-Legende". Die Heimat war der siegreichen Front in den Rücken gefallen. Nicht er, sondern Hindenburg hatte diese Legende erfunden, aber da der grimme Hagen ja den hehren Siegfried von hinten niederstreckte, wußte Hitler sich wenigstens das Richtige vorzustellen.
Der Führer wird sich später noch oft rühmen, daß nur er durch seine Wiener Erfahrungen die Bedeutung ethnischer Minderheiten und Kontroversen habe beurteilen können. Es mag auch sein, daß antijüdische Gedankensplitter in seinem Sammelsuriumskasten für alle Fälle herumlagen. Aber in Wien ging es noch gegen die Tschechen - an denen er später Rache nehmen würde - und nicht gegen die ihm dort noch nahestehenden Juden, die seine Bilder verkauften.
Den Parlamentssitzungen in Wien hat er als Zuschauer beigewohnt. Unschwer erkannte er damals, daß man mit 30 Parteien keine vernünftigen Beschlüsse fassen konnte.
Hitlers Wien bestand aus viel Gift und Galle in Kunst und Kultur. Man führe sich vor Augen, daß die Oper "Salome" von Richard Strauss bei den Konservativen als unsittlicher Abfall verhöhnt wurde. Die Karikaturen dazu könnten allesamt schon dem noch nicht existierenden STÜRMER entnommen sein. Hitler war hier nicht mittenmang, aber während er seine Postkarten und Aquarelle im Leseraum des Männerheims verfertigte, mußte er notgedrungen den Streitereien der anderen zuhören.
Zu Wiener Zeiten war der STÜRMER-Jude offensichtlich noch nicht geboren. Hitlers Freund Gustl Kubizek, der Musik studierte und als Bratschist in der Hauskapelle eines reichen jüdischen Industriellen aushalf, nahm Hitler dort einmal mit zu einer Soiree. Er bewunderte die Bibliothek des Hausherrn. Von Ressentiments gegen dessen Reichtum noch keine Rede. Während der Unterhaltung an jenem Abend verhielt Hitler sich aber still. Als die beiden Freunde nach Hause gingen, fragte Kubizek seinen Freund, wie es ihm gefallen habe. Hitler antwortete, er habe sich alles andere als wohl gefühlt in seiner abgewetzten schäbigen Kleidung. Und beim Gespräch habe er auch nicht mithalten können, da er kein Musiker sei. Da die Rede nicht auf Wagner gekommen war, habe er nicht mitreden können.
Wagners Antisemitismus war schillernder Natur. Wegen seines Pamphlets "Das Judentum in der Musik", 1850 zunächst unter dem Pseudonym K. Freigedank in einer Zeitschrift veröffentlicht, versuchten auch militante Antisemiten ihn später für ihre Zwecke zu vereinnahmen, was Wagner ablehnte. Seine Abneigung gegen Juden mag in Paris entstanden sein, wo er dem erfolgreichen Opernkomponisten Giacomo Meyerbeer begegnete. Wagner selbst hatte damals recht wenig Erfolg.
Der Neid erfolgloser Künstler auf erfolgreiche Juden, getauft oder nicht getauft, zieht sich durch das ganze Jahrhundert. Wagner war aber nicht sonderlich konsequent.
Obwohl er seine Werke nur in Bayreuth gespielt haben wollte, mußte er dem Wunsch Ludwigs II. folgen und allein für den König im Münchner Hoftheater den "Parsifal" spielen lassen. Als Dirigenten wählte er den Juden Hermann Levi.
Wagner umgab sich privat durchaus mit Juden, so daß er selbst sagte, Wahnfried werde allmählich zur Synagoge; und: Die Juden seien am Ende "doch die allervornehmsten".
Daß Cosima und die Schwiegertochter Winifred mit ihrem Bayreuther Kreis echte Antisemiten waren, daran besteht kein Zweifel. Hitler wurde Cosima bei seinem ersten Besuch in Bayreuth 1923 als "Retter Deutschlands" angekündigt. Tatsächlich war man auf Wahnfried überzeugt, der neue Messias sei gekommen. Bei Winifred hieß er nur "Wolf".
Der ehemalige Senatspräsident von Danzig, Hermann Rauschning, dessen "Gespräche mit Hitler" von fragwürdiger Authentizität sind, berichtet recht glaubhaft, Hitler habe in einer Unterhaltung mit ihm gesagt, "niemand wisse mehr, was Wagner wirklich sei. Er meine nicht nur die Musik, sondern die ganze umstürzende Kulturlehre". Wäre dies von Rauschning erfunden worden, der ein Musikfachmann war, so wäre es trefflich erfunden.
Selbst wenn Hitler das vielleicht nicht selbst gesagt hat, der Satz könnte von ihm sein. Das Problem sei doch, so habe Hitler Rauschning weiter erklärt, wie man "den Rassenverfall aufhalten" könne. Indem man auf die breite Masse Einfluß nehme? Oder indem man nach "Parsifal"-Vorbild eine "erlesene Schar von wirklich Wissenden" bilde, vergleichbar dem Orden "um den heiligen Gral des reinen Blutes".
"Hinter der abgeschmackten, christlich aufgeputzten äußeren Fabel mit ihrem Karfreitagszauber", so Hitler damals, "erscheint etwas ganz anderes als der eigentliche Gegenstand dieses tiefsinnigen Dramas."
Verherrlicht würde nicht die christlichschopenhauersche Mitleidsreligion, sondern "das reine, adlige Blut, das in seiner Reinheit zu hüten und zu verherrlichen sich die Bruderschaft der Wissenden zusammengefunden hat".
Man traut Hitler manche seiner Bemerkungen nicht zu. Den Bayernkönig Ludwig I. nannte er einen modernen Monarchen, dem die Bayern viel zu verdanken haben. Es zeigt sich, der Führer war mal einseitig, mal gar nicht belichtet.
Richard Wagners Schöpfung Bayreuth, seine Schriften und seine Ausstrahlung haben ohne Zweifel einen großen Einfluß auf Hitler im Rahmen des Zeitgeistes ausgeübt, in Rassenfragen schwerlich den entscheidenden. Und ob die Nazi-Blutmystik mit ihren Blutfahnen, Blutzeugen und so fort dem "Parsifal" entstammt, ist eine Spekulation, die jedem freisteht.
Der unbezweifelbar nichts erfindende Walther Rathenau, Chef der Rüstungsproduktion im Ersten Weltkrieg, als Außenminister im Jahre 1922 von Rechtsextremisten ermordet (daß einer seiner Nachfolger ein Herr Joachim von Ribbentrop werden würde, kann in seinen schlimmsten Ahnungen keinen Platz gehabt haben), erkannte durchaus Wagners zeitgenössische Bedeutung.
Es sei "kaum einzuschätzen", so Rathenau 1918, "wie stark die letzte Generation vom Einfluß Richard Wagners gebannt war, und zwar nicht so entscheidend von seiner Musik wie von der Gebärde seiner Figuren, ja seiner Vorstellungen".
Wie sehr und warum und wann Hitler ein so einmaliger Massenmörder geworden ist, bedarf immer noch des richtigen Schlüssels.
Sein Haß auf die Juden stammt sicher nicht von Benito Mussolini. Der ließ sich das erst später aufschwatzen.
Man darf es vielleicht zwei-, dreimal sagen: Hätte es Richard Wagner und sein Bayreuth nie gegeben, so hätte Adolf Hitlers Weg dennoch nach Auschwitz-Birkenau geführt; natürlich nicht in Person, weil er niemals eine Stätte besuchte, wo er Verbrechen befohlen hatte. Mit Sicherheit hat er keine irgend geartete Gaskammer gesehen, schon gar nicht in Auschwitz-Birkenau.
Sein Unterbewußtes und seine innersten Bedürfnisse dürfte er kaum gekannt haben. Vielleicht war es "Muspilli", der Weltuntergang in der germanischen Mythologie, den er in sich hatte.
Man kann "Muspilli" in König Etzels Schlafsaal des Nibelungenliedes ausmachen, wo Hagen und der Spielmann Volker in unverbrüchlicher Nibelungentreue für die Ermatteten die Nacht bis zum Morgen freihalten.
Man kann dies alles bei Hitler auf den erschlagenen und verbrannten Rienzi, den irgendwann entschwindenden Gralsritter Lohengrin und den vom Dolchstoß ereilten Siegfried Richard Wagners beziehen. (Bei Parsifal bedürfte es eines eigenen Kapitels.)
Auch Hitler war zu Beginn des Jahres 1942 noch der gepanzerte Schutzherr Europas und wird gegen Ende seiner blutigen Laufbahn von seinem feigen Volk in den Rücken gestoßen.
Daß er, und nur er, den aussichtslosen Krieg angefangen hatte, muß ihm entfallen gewesen sein. Das Volk hatte sich seiner nicht würdig erwiesen, hatte versagt.
Ganz ohne Vorbilder war Hitler nicht. Ich habe in einem Buch aus dem Jahre 1920 die Liedzeilen deutscher U-Boot-Fahrer in Erinnerung: *___Die Welt soll erzittern in höllischem Klang bei der Germanen ____Untergang.
Da war nun kein Richard Wagner im Spiel, kein Adolf Hitler, nur der verheerende Zeitgeist.
Die Welt soll erzittern in höllischem Klang bei der Germanen
Untergang.
* Joachim Köhler: "Wagners Hitler - Der Prophet und sein Vollstrecker". Karl Blessing Verlag, München; 504 Seiten; 49,80 Mark. * Im weißen Kreis der junge Adolf Hitler. * Gemälde von Hubert Lanzinger (1935). * Links: Bayreuther "Götterdämmerung" von Alfred Kirchner mit Wolfgang Schmidt als Siegfried (1995); rechts: das Plakat wurde für den SPIEGEL-Titel verwendet. * Bei den Bayreuther Festspielen 1939.
Von Rudolf Augstein

DER SPIEGEL 30/1997
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