30.07.2012

BriefeAn allen Stellen überfordert

Nr. 30/2012, Geheimakte Olympia - Das Attentat von München: Wie der Staat sein Versagen vertuschte
Das Denken der damals agierenden Verantwortlichen von Stadt, Land und Bund erscheint aus heutiger Sicht sehr naiv, gutgläubig, aber auch verantwortungslos. Immerhin wusste schon so mancher Amtsträger von den möglichen Gefahren. Dass die Terroristen das Drama um die Geiseln im Fernsehen verfolgen konnten, grenzt an kaum vorstellbaren Dilettantismus. Man kann nur hoffen, dass die richtigen Lehren aus dem damaligen Handeln von Politik und Polizei gezogen wurden.
Jens Henschel, Erkerode (Nieders.)
Ist es angebracht, zu einem Zeitpunkt, an dem sich dieses scheußliche Verbrechen zum 40. Mal jährt, ein derart täterfixiertes Titelbild zu präsentieren?
Matthias Kaiser, Hausach (Bad.-Württ.)
Nach Kenntnisnahme der Titelgeschichte und der DVD weiß man nicht, was beschämender war: das anhaltende Fehlen von Unrechtsbewusstsein bei der Polizeiführung, die die selbstverständlichsten Minimalia professioneller Polizeiarbeit ignorierte beziehungsweise nicht beherrschte, oder das bängliche Verhalten der eingesetzten Polizisten - immerhin ausgebildete Waffenträger der Nation -, die sich während des Feuergefechts in eine Bodenspalte pressten.
Bernd Walter,
Königs Wusterhausen (Brandenb.)
Ich war 1972 Mitglied der ARD-Redaktion, die über das Randgeschehen bei den Olympischen Spielen berichtete. Für den Morgen des 5. September hatte ich beim Bürgermeister des olympischen Dorfs Dreharbeiten unter dem Titel "Das Dorf erwacht" angemeldet und auch genehmigt bekommen. Als wir vor dem Dorf von Sicherheitskräften energisch abgewiesen wurden, ich aber auf die Genehmigung hinwies, wurde deutlich, wie sehr man mit der Situation an allen Stellen überfordert war. Nach kurzer Rücksprache über Funk wurden wir um sechs Uhr früh in das Dorf eingelassen, einzige Bedingung: keine Filmaufnahmen in der Nähe der israelischen Unterkünfte. Wir drehten dann unbehelligt bis zum Abflug der Hubschrauber nach Fürstenfeldbruck, selbstverständlich auch das Geschehen um das Attentat.
Rudolf Werner, Annweiler (Rhld.-Pf.)

DER SPIEGEL 31/2012
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