30.07.2012

BriefeUnschuldig verhöhnt

Nr. 29/2012, Ein Justizopfer erfährt weder Entgegenkommen noch Genugtuung
Selten hat mich ein Bericht so betroffen gemacht. Ich hoffte und hoffe, dass dieser Artikel nicht stimmt, dass es wenigstens ein bisschen anders war. Aber wahrscheinlich war es genau so. Das Schlimmste ist wohl nicht der Justizirrtum, der hier ein Leben zerstört hat, sondern die unglaubliche Arroganz, mit der die Akteure im Nachhinein mit dem Fall umgehen.
Bernd Kesseler, Erkrath-Hochdahl (NRW)
Überforderte oder schlicht unfähige Gutachter und Richter - diese brisante Konstellation mag im Einzelfall kaum vermeidbar sein. Es ist aber zutiefst beschämend, wenn nach der quälend langsamen Korrektur eines Fehlurteils dessen Opfer dem langsamen gesellschaftlichen Tod ausgeliefert wird.
Heinz Uray, Graz
Solche Artikel sollten Pflichtlektüre für Justiz und Politik werden. Letztere hat den Personalmangel bei Staatsanwaltschaften und Gerichten zu verantworten, der für Fehlurteile mitverantwortlich ist.
Günther Parusel, Ellingen (Bayern)
Unsere überhebliche Justiz befolgt immer weniger den Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten", sie maßt sich vielmehr an, Sachverhalte, die sie glaubt, als bewiesen anzusehen. Zu allem Überfluss verhöhnt sie unschuldig Verurteilte dann auch noch durch Vorenthaltung jeder Wiedergutmachung.
Matthias Treude, Weilheim (Bayern)

DER SPIEGEL 31/2012
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