04.08.1997

GESTORBENGestorben Andre Giraud

72. Sein Traum, einmal Premierminister zu werden, erfüllte sich nicht, war der erklärte Gaullist Giraud doch immer mehr Technokrat als mitreißender Politiker. Der an der Pariser Ecole polytechnique zum Bergwerksingenieur ausgebildete Südfranzose förderte während seiner achtjährigen Amtszeit als Leiter des Atomenergiekommissariats den Ausbau der Kernenergie so stark, daß Frankreich Ende der siebziger Jahre an der Spitze der europäischen Länder lag. 1978 wurde dem ehrgeizigen Energie- und Rohstoff-Spezialisten von seinem Studienkollegen Giscard d'Estaing das Amt des Industrieministers im Kabinett Barre übertragen; dort trieb er während seiner dreijährigen Tätigkeit heimische Zukunftstechnologien voran. Immer bestrebt, die französische Unabhängigkeit zu wahren, war er auch als Verteidigungsminister (1986 bis 1988) unter den schwierigen Regierungsverhältnissen der "Kohabitation" zwischen dem sozialistischen Staatspräsidenten Mitterrand und der bürgerlichen Regierung. André Giraud starb am 27. Juli in Levallois-Perret bei Paris an Krebs.
Von Kleinau und

DER SPIEGEL 32/1997
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