06.08.2012

BriefeJeder ist Spender

Nr. 31/2012, Veras Niere, Walters Geld - SPIEGEL-Report über den kriminellen Handel mit menschlichen Organen
Walters Familie hätte stümperhaften deutschen Medizinern juristisch ihre fachlichen Defizite aufzeigen müssen und sie damit aus dem Verkehr ziehen können, anstatt die soziale Not einer armen Frau auszunutzen.
Henning Ziemann, Schwerin
Menschen wie Herr Walter, die todkrank sind, haben nichts mehr als das zutiefst menschliche Bedürfnis, endlich wieder zu genesen. Dass sie dabei auch auf bedenkliche Methoden zurückgreifen, mag verwerflich sein, ist in einer solchen Situation jedoch vollkommen zu verstehen.
Martin Lorenz, Steinfurt (NRW)
Warum hat in der besorgten Fabrikantenfamilie niemand dem kranken Vater oder Mann selbst eine Niere gespendet?
Michael Derman, Berlin
Direkt unter den Augen der Medizin und der Politik spielt sich in Deutschland und anderen Ländern, die die legale Nierenlebendspende praktizieren, ein weiteres menschliches Drama ab: Zahlreiche Spender berichten von körperlichen und kognitiven Einschränkungen, von chronischer Müdigkeit bis hin zur Erschöpfung. Da nicht sein kann, was nicht sein darf, nämlich dass die Nierenlebendspende ein hochgradig gefährlicher Eingriff in den menschlichen Körper ist, wurden viele erkrankte Spender von Ärzten bisher unbehandelt zurückgewiesen.
Ralf Zietz, Thedinghausen (Nieders.)
Interessengemeinsch. Nierenlebendspende e. V.
Vor neun Jahren, im Alter von 69 Jahren, habe ich eine Niere gespendet und war acht Tage nach der Operation wieder völlig gesund. Ich habe nie Schmerzen gehabt und würde es jederzeit wieder tun - leider hat man nur zwei Nieren.
Gerda Klug, Düsseldorf
Ich rufe auf zur Abkehr von der Organspende und plädiere für Transplantationen von eigens für den Empfänger gezüchteten Organen.
Hartmut Schwarz, Bispingen (Nieders.)
Der wahre Skandal liegt bei uns allen: in der mangelnden Bereitschaft, Organe zu spenden. Wer nicht wie ich das Glück hatte, eine Nierenspenderin - meine Frau - an seiner Seite zu haben, für den wird die Warteliste zwangsläufig zur Todesliste. Auch das neue Organgesetz ist halbherzig, es wird zu keinem höheren Aufkommen von Spenderorganen führen. Deshalb brauchen wir die Widerspruchslösung: Jeder ist Spender, es sei denn, er widerruft. Eine Organspende ist nicht Ausdruck von Mildtätigkeit, vielmehr ist sie ein Versicherungsbeitrag in Naturalien. Der Kreis der potentiellen Spender ist identisch mit dem Kreis der potentiellen Empfänger: wir alle.
Gerald Uhlig-Romero, Berlin

DER SPIEGEL 32/2012
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