06.08.2012

HAUPTSTADTFLUGHAFENFehlplanungen waren früh bekannt

Den Eigentümern der Berliner Flughafengesellschaft, dem Bund sowie den Ländern Berlin und Brandenburg, waren bereits seit Mitte 2010 eklatante Planungsmängel beim neuen Hauptstadt-Airport bekannt. Der damalige Technikgeschäftsführer der Flughafengesellschaft, Manfred Körtgen, hatte auf der Sitzung des Aufsichtsrats am 25. Juni 2010 über "Schlechtleistungen" der Planungsgemeinschaft Berlin-Brandenburg International (pg bbi) informiert. Diese seien vor allem hinsichtlich der Sicherheitstechnik und Gebäudeautomation so gravierend gewesen, dass eine Kündigung der Verträge im Unternehmen erwogen wurde. Allerdings, so sagt ein Insider, habe Körtgen auch darauf hingewiesen, dass im Fall einer Kündigung von pg bbi der Zeitplan für die Inbetriebnahme des Flughafens Willy Brandt nicht einzuhalten sei. Der Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit stimmte wohl deswegen dem Vorschlag der Geschäftsführung zu, mit pg bbi weiter zusammenzuarbeiten. Ein Sprecher Wowereits bestätigt, dass über Kündigungsabsichten gesprochen wurde. Damals sei man aber zu dem Ergebnis gekommen, dass trotz der Probleme eine Trennung 2010 noch nicht zwingend war, weil auch mit der pg bbi der Flughafenbau erfolgreich und termingerecht abgeschlossen werden könnte. Das erwies sich als Irrtum: Knapp vier Wochen vor der geplanten Eröffnung am 3. Juni 2012 musste der Termin abgesagt werden - wegen mangelhaft geplanten Brandschutzes.

DER SPIEGEL 32/2012
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