06.08.2012

REITENDonnerhalls Enkel

Die Wettkämpfe der Reiter gelten als Olympia-Attraktion. Das deutsche Dressurteam hat den Auftrag, Goldmedaillen zu holen. Doch die Mission ist schwierig geworden.
Das Pferd, so sagt der Bundestrainer der deutschen Dressurreiter, weiß nicht, dass es bei Olympia ist. Wenn man beobachtet, wie Diva Royal, die erste Starterin der deutschen Mannschaft, in die Arena des Londoner Greenwich Park trabt, versteht man das Pferd.
An drei Seiten des Stadions ragen Tribünen in den Himmel, auf denen insgesamt 23 000 Zuschauer sitzen, an der vierten steht das Queen's House, das 1635 im Auftrag Karls I. fertiggestellt wurde und hinter dem sich heute die Skyline des boomenden East End erhebt. An den Seiten des Dressurrechtecks stehen sieben bunte, mit Blumentöpfen umpflanzte Pavillons, in denen die Punktrichter sitzen. Dann gibt es noch diverse Blumeninseln, in denen sich die Kameramänner verstecken wie Osterhasen.
Die Olympiaorganisatoren haben für 50 Millionen Euro eine hochmoderne Reitanlage in den denkmalgeschützten Greenwich Park gebaut. Alles steht auf Stelzen, um die traditionsreiche Erde, in der im 12. Jahrhundert die Elizabeth-Eiche gepflanzt wurde, nicht zu beschädigen. Vielleicht gibt es in London keinen anderen Ort, an dem Geschichte und Gegenwart der Olympischen Spiele so kräftig aufeinanderprallen wie beim Dressurreiten im Greenwich Park.
Am Himmel donnern Passagierjets, auf den Pferden sitzen Reiter mit Zylinderhut.
Das einzig Vertraute in dieser verwirrenden Umgebung dürfte für Diva Royal ihre Reiterin Dorothee Schneider sein. Pferd und Reiterin sind das erste Mal bei Olympischen Spielen, sie sind in die Mannschaft gerutscht, weil Matthias Rath, der das zehn Millionen Euro teure Superpferd Totilas zu deutschem Olympiagold reiten sollte, an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankte. Dorothee Schneider führt ihr riesiges Pferd wie eine Handpuppe über den weißen Sand. Das deutsche Paar setzt sich an die Spitze des Teilnehmerfelds.
"Ich habe den Rhythmus für unser Team vorgegeben", sagt Schneider und lächelt gelassen, als sie ihr Pferd aus dem Stadion führt. Es klingt, als hätte sie eine Maschine angeworfen. Eine deutsche Maschine.
Keine ihrer Mannschaftskameradinnen ist je bei Olympia gestartet, sie sind jung, ihre Pferde sind jung, und doch würde sich niemand wundern, wenn sie gewinnen. Als gäbe es da etwas Gesetzmäßiges. Seit das Mannschaftsdressurreiten 1928 olympische Disziplin wurde, hat Deutschland zwölfmal Gold geholt. Zuletzt siebenmal hintereinander. Und auch diesmal erwarten die Sportfunktionäre des Deutschen Olympischen Sportbunds von den Reitern Goldmedaillen. Sie sollen mindestens fünf Medaillen holen, zwei davon in Gold. So steht es in ihrer Zielvereinbarung.
"Natürlich geht es um Medaillen", sagt Bundestrainer Jonny Hilberath. "Aber die Pferde wissen das nicht."
Die Menschen tun, was sie können.
Sie versuchen, die Pferde behutsam auf England einzustimmen. Sie sind durch den Tunnel angereist, damit die Tiere nicht seekrank werden, und haben die ersten Tage auf der Kilbees-Farm in Windsor, Berkshire, verbracht. Die Farm gehört der Familie Pidgley und liegt hinter einem gewaltigen schmiedeeisernen Tor, das automatisch aufsummt und den Weg in ein endloses parkähnliches Gelände mit Pferdedenkmälern, Reithallen und einer eigenen Galopprennbahn freigibt. Die Pidgleys sind zur Jagd aufgebrochen. Das deutsche Dressurteam sitzt in einem Hof zwischen Pferdeboxen auf Klappstühlen und Umzugskisten und wartet auf den Pizzaservice.
Es sind die vier Reiterinnen Kristina Sprehe, Anabel Balkenhol, Helen Langehanenberg und Dorothee Schneider, die in diesem Jahr für Deutschland starten, ihre Pfleger, die Trainer und der Mannschaftsleiter Klaus Roeser.
Vor ein paar Tagen ist neben Totilas noch ein zweites Pferd ausgefallen, es heißt Whisper und hatte eine Erkältung. Husten, Schnupfen, Heiserkeit, sagt Roeser, der trotzdem entspannt wirkt. Er steckt sich einen Zigarillo an.
"Der Druck liegt jetzt bei den Engländern", sagt er. "Die haben sich lange versteckt und haben ja Heimvorteil."
Spüren denn die englischen Pferde auch im Greenwich Park, dass sie zu Hause sind?
"Na ja, emotional vielleicht", sagt Roeser. "Außerdem ist der Chefpunktrichter Engländer."
Die Engländer scheinen die Einzigen zu sein, die den deutschen Dressurreitern in London gefährlich werden können. Sie seien traditionell eher Vielseitigkeitsreiter, sagt Roeser, hätten im Hinblick auf die Olympischen Spiele aber viel ins Dressurreiten investiert. Da seien eine Menge Lotteriegelder geflossen. Vor allem ins Pferdematerial, wie er es nennt. Bundestrainer Jonny Hilberath sieht sich als Moderator. Er möchte, dass alle gute Laune haben. Das sei bei so einem langen Turnier sehr wichtig. Für die Reiter plant er Ausflüge und Abendessen.
Und die Pferde?
"Die sind mit viel Lebensfreude in England angekommen. Sie müssen lässig und locker bleiben", sagt Hilberath.
Er beißt von seiner Pizzascheibe ab. Er lächelt. Das mit der guten Laune bei den Reitern kriegt er hin. Die Pferde sind ruhig. Damon Hill, Desperados, Diva Royal und Dablino stehen hinter ihnen in geräumigen Boxen, auf Sägespänen, die so hell aussehen, als wären sie einzeln gewaschen worden. Schwer zu sagen, ob sie lässig und locker sind.
Was feststeht, ist, dass sie alle miteinander verwandt sind. Die deutschen Olympiastarter stammen von Donnerhall ab, einem Zuchthengst, dem sie in der Fußgängerzone von Oldenburg ein bronzenes Denkmal errichtet haben. Ihre Namen beginnen mit D. Es steht nicht für Deutschland.
"Der hat schon ein ziemlich dominantes Blut, der Donnerhall", sagt Paul Sprehe, der an der Pferdebox des Hengstes Desperados im Schatten steht.
Sprehe trägt ein kariertes Hemd über einem stattlichen Bauch und einen Schlapphut. Man könnte ihn für einen Stallburschen halten, aber ihm gehört Desperados, der Hengst, den seine 25-jährige Tochter Kristina bei den Olympischen Spielen von London reitet. Und das ist nicht alles.
Paul Sprehe betreibt ein Gestüt mit 200 Pferden in der Nähe von Oldenburg, außerdem besitzt er die Unternehmensgruppe Sprehe, die Fleischwaren herstellt, eine Firma mit 2500 Angestellten und einem Jahresumsatz von 650 Millionen Euro. Sprehe ist in einfachen Verhältnissen auf dem Land groß geworden. Er macht hier in London zum ersten Mal seit Jahren Urlaub.
"Es ist aber nicht so, dass ich meiner Tochter ein teures Pferd von der Stange gekauft habe und jetzt erwarte, dass sie Olympiasiegerin wird", sagt Sprehe. "Das Mädchen reitet Wettkämpfe, seit sie sieben Jahre ist. Die hat mit elf an den deutschen Meisterschaften teilgenommen. Um erfolgreich zu sein, brauchst du Talent, Ehrgeiz und ein gutes Pferd. Einen Olympiasieg kannst du nicht kaufen. Oder, Jürgen?"
Paul Sprehe schaut zu einem älteren Mann, der in einem Liegestuhl in der Sonne liegt. Das ist Jürgen Koschel, der Trainer seiner Tochter. Koschel nickt zögerlich. London sind seine sechsten Olympischen Spiele. Er hat schon für Spanien, Finnland, die Schweizer und die Niederländer gearbeitet, diesmal ist er für Deutschland dabei.
"Die Nachfragen nach einem Hengst, der von so einem jungen Mädchen geritten wird, sind natürlich groß. Das spricht dafür, dass das Tier ein gutes Handling hat", sagt Koschel.
"Ein Hengst, der bei Olympia gewinnt, kann locker 700 Stuten besamen", sagt Sprehe und reibt sich den Bauch. "Wir haben eine florierende Hengststation."
"Ich hoffe natürlich, dass er den Hengst bei uns im Training lässt", sagt Koschel, der zusammen mit seinem Sohn Christoph im Teutoburger Wald einen Reiterhof leitet. Christoph Koschel wäre auch ein Kandidat für die Olympiamannschaft gewesen, aber sie haben sein Pferd verkauft. Vor den Spielen stiegen die Preise, sagt Koschel. Das Pferd startet jetzt für Dänemark.
"Wir leben davon", sagt Koschel. "Pferde sind auch ein Geschäft. Hier stehen bestimmt 15 Millionen im Stall."
"Mehr als 15, Jürgen", sagt Sprehe, schaut auf die vier deutschen Olympiapferde und lächelt.
Der olympische Gedanke geht etwas verloren, wenn man den beiden Männern zuhört. Sie reden wie Pferdehändler. Sprehe hat bislang nicht viel von den Olympischen Spielen mitbekommen. Er hat ja nur die Pferdebesitzerakkreditierung. Die Eröffnungsfeier hat er im Hotelfernseher gesehen. Am besten hat ihm Mister Bean gefallen. Und natürlich wird seine Tochter Kristina mit den anderen im Olympischen Dorf wohnen. Der Geist und das alles, sagt Sprehe.
Am Nachmittag kommt eine deutsche Spedition und bringt die Pferde aus Windsor in die Olympischen Ställe im Greenwich Park. Es ist das erste Mal seit vielen Jahren, dass die Reitwettbewerbe wieder im Herzen einer Olympiastadt ausgetragen werden. Bei den Spielen in Peking blieben die Pferde im 2000 Kilometer entfernten Hongkong, die Reiter schienen an einem separaten Wettbewerb teilzunehmen. Der Pferdesport rutscht aus dem Blickfeld, es fällt immer schwerer, ihn mit den anderen olympischen Disziplinen zu vergleichen. Der internationale Handel mit kostbarem Erbgut macht es nicht besser. Und das Dressurreiten ist, zumindest für den Laien, am allerschwersten als olympischer Sport zu begreifen. Wenn man den stattlichen Pferden bei ihren seltsamen Tänzen zusieht, fragt man sich, wann eigentlich Schlangenbeschwörung olympisch wird. Oder Flohzirkus.
Auch die Experten haben Schwierigkeiten, die einzigartige olympische Kombination von Tier und Mensch zu erklären. Bundestrainer Hilberath redet viel von Harmonie, von Dingen, die man spürt, wenn man auf dem Rücken eines Pferdes sitzt. "Ich merke sofort, ob Damon mitarbeiten will oder nicht", sagt die beste deutsche Reiterin Helen Langehanenberg. "Wir sind nur so gut wie unsere Pferde", sagt Mannschaftsleiter Roeser. Im Katalog der deutschen Olympiateilnehmer stehen die Pferdenamen in den Biografien der Reiterinnen allerdings nur unter dem Gliederungspunkt "Anmerkungen".
Es klingt, als wäre Dressurreiten nur noch dazu da, die deutschen Sportfunktionäre mit Olympiamedaillen zu versorgen.
In London aber scheint es zu funktionieren. Die Pferde passen wunderbar in den Greenwich Park. Am Tag, als die Vielseitigkeitsreiter ihren Geländeritt absolvieren, sieht der Park aus, als würde hier ein Jane-Austen-Roman verfilmt. Die Sonne scheint, Zehntausende Londoner picknicken auf den Rasenflächen, ab und zu kommt ein Pferd vorbeigaloppiert. Reiter fliegen durch die Luft, Wasser spritzt aus den Gräben, und die Enkeltochter der Queen reitet auch noch mit. Prinz William und seine Frau Kate, Prinz Harry und Camilla, die Frau von Prinz Charles, sind da. Es ist ein großes Spektakel. Und am Ende holen die Deutschen ihre langersehnten ersten olympischen Goldmedaillen.
Die Dressurreiter sehen sich die Wettkämpfe von der obersten Reihe der Tribüne auf einer Großleinwand an.
Ganz außen sitzt ein stiller älterer Herr mit einem breitkrempigen hellen Sommerhut und einer Sommerbrille. Das ist Klaus Balkenhol, der einst mit einem Dressurpferd der deutschen Polizei in Barcelona Olympiasieger wurde und später sieben Jahre lang Trainer der amerikanischen Dressurmannschaft war. Heute trainiert er seine Tochter Anabel sowie Laura Bechtolsheimer, die für das britische Team startet, das als größter Konkurrent der Deutschen für den Olympiasieg gilt. Balkenhol findet das nicht schlimm. Die beiden Frauen seien beste Freundinnen, sagt er.
Balkenhol schläft zusammen mit dem englischen Team im Hotel. Er reist jeden Monat für mindestens drei Tage nach England, um Laura zu trainieren. Er ist mit der Familie befreundet. Tolle Menschen, sagt er. Die Bechtolsheimers sind vor knapp 30 Jahren aus Deutschland ausgewandert, Lauras Großvater ist der Milliardär Karl-Heinz Kipp. Auf der Großbildleinwand sieht man, wie die königliche Familie den Ritt der Enkeltochter der Queen bejubelt. Balkenhol spricht über die Medaillen, die er mit der amerikanischen Nationalmannschaft gewann. Zwischendurch erinnert er seine Tochter Anabel daran, dass sie nachher noch ein wenig reiten müsse, damit ihr Pferd noch gelassener werde. Sie ist die Einzelreiterin des deutschen Dressurteams. Wenn man Klaus Balkenhol zehn Minuten zuhört, lösen sich die Grenzen in der weiten Welt der Dressur auf.
Wer kämpft hier eigentlich gegen wen?
Balkenhol schweigt einen Moment, sieht zu, wie Zara Phillips ins Stadion reitet. Die Leute im Stadion jubeln, sie trampeln auf den Tribünen. Die Prinzen und ihre Begleiterinnen klatschen. Balkenhol kennt Zara Phillips' Vater Mark aus seiner Zeit in Amerika gut.
"Es ist natürlich alles nicht so einfach. Die Engländer zum Beispiel haben sich ja erst in den letzten Jahren dem Dressursport zugewandt. Da nutzen sie natürlich die Erfahrungen anderer Nationen. Die Laura Bechtolsheimer reitet ein dänisches Pferd, ihre Mannschaftskollegin einen Holländer. Inzwischen kann man da nicht mehr sagen, was was ist. Aber angefangen hat es natürlich in Deutschland", sagt Balkenhol und erzählt von einer Heeresdienstvorschrift der deutschen Kavallerie aus dem Jahr 1912. H.Dv. 12, sagt Balkenhol. Die schrieb vor, die Pferde langlebig und schonend auszubilden, damit sie im Krieg lange hielten. Das hat man für den Sport abgeleitet. So sind die Richtlinien der Deutschen Reiterlichen Vereinigung entstanden.
Das würde einiges erklären. Die Deutschen haben sich einen Sport ausgedacht, in dem sie praktisch unschlagbar sind. Eine Art Militärparade mit Pferd, in der sie alles gewinnen.
"Na ja", sagt Balkenhol. "Die deutsche Zucht ist für den Dressursport prädestiniert. Sie bringt bei den Pferden jene Eigenschaften hervor, die dort gefragt sind."
Und welche sind das?
"Gutes Gangwerk, guter Charakter, Leistungsbereitschaft", sagt Balkenhol. Er könnte von einem deutschen Offizier sprechen oder einem deutschen Auto. Deutschland kann einen Pferdekrieg eigentlich nicht verlieren.
Am nächsten Abend kommen die Dressurreiter ins deutsche Haus, um mit ihren Kollegen von der Vielseitigkeitsreiterei die Goldmedaillen zu feiern. Der Doppelolympiasieger Michael Jung trägt eine Geburtstagstorte durch das umgebaute Museum of London Docklands. Die Funktionäre jubeln. Die Reiter haben ihre Gold-Zielvorgabe bereits jetzt erfüllt. Und nun kommt die Dressur. Da gewinnen die Deutschen ja sowieso. Die vier Frauen aus dem Dressurteam stehen am Rande wie Fans. Helen Langehanenberg sagt, sie wolle, dass es jetzt endlich losgeht. Sie sehen klein aus, sie wirken nun wie die Olympianeulinge, die sie sind. Vielleicht liegt es daran, dass sie ohne Pferde da sind.
Man muss an Matthias Rath denken. Nachdem Rath im Frühsommer auf seinem Wunderpferd Totilas bei den deutschen Meisterschaften in Balve nur den zweiten Platz belegte, sagte er, dass er keinen Druck verspürte. Man habe kein Anrecht auf den ersten Platz, sagte Rath. Er fühle sich gut. Ein paar Wochen später wurde er krank und gab auf. Seine Mannschaftskollegen sagen, der Druck auf Rath sei teilweise unmenschlich gewesen. Sie wirken befreit, wenn sie über Totilas reden, weil er ihnen eine Erklärung für eine deutsche Niederlage gibt.
Rath geht es inzwischen wieder besser. Er schaut sich die Wettkämpfe zu Hause im Fernsehen an. Er drücke natürlich den deutschen Reiterinnen die Daumen, sagt er. Goldfavoriten seien für ihn aber die Engländer.
Am Morgen vor dem Start der olympischen Dressur sitzt Soenke Lauterbach, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, auf der Tribüne des Stadions im Greenwich Park und sieht dem Vet-Check zu, der tierärztlichen Untersuchung, der sich alle Pferde vor einem Start unterziehen müssen. Es regnet in Strömen, aber das Stadion ist dennoch beinahe zu einem Viertel gefüllt. Tausende Menschen sehen dabei zu, wie Pferde an einem Tierarzt vorbeigeführt werden. Im Regen. In diesem Moment versteht man, wie innig ein Reitfan diesen Sport lieben kann. Die olympischen Dressurwettbewerbe sind seit Monaten ausverkauft.
Lauterbach überrascht diese Liebe nicht. Er leitet den größten Pferdesportverband der Welt. 730 000 Mitglieder zählt die Deutsche Reiterliche Vereinigung. Dazu kommen noch einmal so viele unorganisierte Reitsportler. Lauterbach ist selbst Dressur geritten, bevor er nach seinem Jurastudium Funktionär wurde. Er kennt alle Klischees über den Sport, die meist noch aus einer Zeit stammen, als reiche, alte Männer bei den Olympischen Spielen antraten. Lauterbach schlägt sich in seinem Amt mit Kommunalpolitikern herum, die eine Pferdesteuer wollen, und mit Sportpolitikern, die Goldmedaillen wollen.
"Wir haben offen über unsere Zielvereinbarung geredet, weil ja doch alle Goldmedaillen von uns erwarten", sagt Lauterbach. "Wir haben ja auch jahrelang alles gewonnen. Irgendwann haben wir begonnen, unsere Erfahrungen ins Ausland zu transportieren. Viele Nationalmannschaften werden von Deutschen trainiert. Auch solche, die heute unsere Konkurrenten sind. Aber sonst wäre es ja auch langweilig geworden."
Es bleibt also auch in London dabei. Wie es auch ausgeht, am Ende gewinnen die Deutschen im Dressurreiten Gold.
Von Alexander Osang

DER SPIEGEL 32/2012
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