08.09.1997

BÜCHERPleite für Irme

Ein besonderes Präsent erhält die ehemalige Bauministerin Irmgard Schwaetzer (FDP) von ihrem Gatten Udo Philipp. Der ehemalige Sat-1-Büroleiter in Bonn, der schon die Hochzeit der beiden 1991 im eigenen Sender vermarktet hatte, widmete ihr nun sein am Montag erscheinendes Buch: "Die Pleitemeister". Philipp weiß, wovon er "für Irme" schreibt. Er legte als einer der Geschäftsführer der "Mediacomm" eine Blitzpleite hin, die ihn 400 000 Mark kostete. Empört benennt Philipp nun in seinem Buch, in dem er auch Pleiten wie Vulkan, Südmilch, Schneider und Maculan aufarbeitet, die Schuldigen: die Banken, seinen Kompagnon, die Gesetze und die Politiker. Helmut Kohl habe ihn mit dem Aufruf zu mehr Selbständigkeit zu dieser Dummheit verleitet: "Die Worte des Kanzlers im Ohr und den Drang nach neuen Taten im Sinn, wollte ich den Weg in die Heerschar der rund drei Millionen deutschen Unternehmer wagen", schreibt Philipp. Es gelang ihm aber nur der Weg in die Heerschar der Pleitiers: 16 631 allein im ersten Halbjahr 1997. Da halfen weder Vorbild Microsoft ("Eine solche Erfolgsstory reizt zur Nachahmung") noch sein Partner Hans Peter Schlink ("Die erotische Ausstrahlung machte den fast zwei Meter langen Managertypen trotz Boxernase und brutaler Backenknochen zu einem sympathischen Gesprächspartner in der ansonsten kalten Computerwelt"). Sein Werk, so Philipp, solle die Regierenden endlich wachrütteln.
Von Schießl und

DER SPIEGEL 37/1997
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