20.08.2012

INDIENZwischen Gandhi und Gates

Armenhaus und Atomstaat, Heimat von Schlangenbeschwörern und Software-Gurus, weltgrößter Waffenimporteur und unterwegs zu einer Mars-Mission: Ein Milliardenvolk will Supermacht-Status erzwingen. Von Erich Follath
Es ist das teuerste Privathaus der Welt, und es steht nicht in Los Angeles, London oder Dubai, sondern in Mumbai, gerade mal ein paar Steinwürfe von einigen der größten Slums der Welt entfernt. "Antilia" heißt das Anwesen, benannt nach einer mythischen Insel im Atlantik, die Verfolgte zur Fluchtburg ausgebaut haben.
Auf über eine Milliarde Dollar wird die neue Bleibe des indischen Milliardärs Mukesh Ambani geschätzt. Eine Stahl-und-Glas-Konstruktion der Superlative. 27 Stockwerke, drei Helikopter-Landeplätze auf dem Dach, neun Aufzüge, Kino, Kristalllüster nicht nur im Ballsaal, sondern sogar in den Garagen. 168 Stellplätze gibt es in den unteren sechs Etagen für die Luxusautos des Hausherrn Mukesh Ambani, 55, genannt "Mister Big". Er ist Herr über den indischen Mischkonzern Reliance Industries mit Beteiligungen an Erdölfeldern, Firmen für Solarzellen, Pharmazeutika und Textilien. Einer der 20 reichsten Männer der Welt, einer, der seiner Frau Nita zum Geburtstag einmal einen A319 geschenkt hat, kein vergoldetes Modell, sondern das Original, etwas aufgemöbelt, versteht sich.
Etwa 37 000 Quadratmeter Wohnfläche für sechs Bewohner, das Paar, seine drei Kinder und die Mutter. Auf einem vergleichbaren Raum hausen im Dharavi-Slum 30 Autominuten nördlich geschätzte 12 000 Menschen, oft ohne fließendes Wasser, ohne Toiletten, ohne Elektrizität. Mehr als 60 Prozent der 18 Millionen Einwohner von Mumbai leben immer noch in Slums. Doch abgesehen von einem leichten Grummeln in der lokalen Presse ("obszön", schrieb der "Indian Express") ist von Empörung wenig zu spüren.
Die Villa Größenwahn stößt bei den Ärmsten offensichtlich auf Gleichgültigkeit - und bei der Mittelklasse des Landes häufig sogar auf eine Art Mitbesitzer-stolz: Seht her, wir Inder sind Weltspitze, Nummer eins, wir können uns alles leisten. Alles schaffen. "Das Schloss von Versailles ist dagegen nur ein armer Cousin", schreibt voller Nationalstolz die Kolumnistin Shobaa De.
Indien, kein Zweifel, glaubt abzuheben. Manche seiner Politiker und Unternehmer sehen das Land schon als dritte Supermacht neben den USA und China. Mit aufwendigen Paraden feierte das Land vergangene Woche seinen 65. Unabhängigkeitstag. Premier Manmohan Singh, 79, versprach: "Keine Macht der Welt kann unser Land davon abhalten, neue Gipfel des Fortschritts und der Entwicklung zu erklimmen."
Die Inder sehen Weltniveau, wohin sie blicken: Die Wirtschaft ist, gemessen an der Kaufkraftparität, Nummer drei der Erde. In Hochtechnologiezentren wie Bangalore und Hyderabad sind mit Infosys und Wipro IT-Firmen entstanden, die zur internationalen Spitzenklasse gehören und die inzwischen die früher nach Kalifornien abgewanderten Computerexperten zurückholen, weil sie ihnen bessere Gehälter versprechen.
Kaum irgendwo gibt es mehr Handy-Nutzer als in Indien, wächst die Kommunikationsindustrie rasanter - unter mehr als 400 privaten Fernsehkanälen können die Inder heute schon wählen. Und auch in Sachen erneuerbare Energien macht der Subkontinent große Schritte voran, zum Nutzen der Deutschen: Suzlon, der fünftgrößte Windkraftanlagenhersteller der Welt mit Stammsitz in Pune, hat sich vor einigen Monaten noch die letzten Anteile des Hamburger Unternehmens REpower gesichert - und will in Deutschland mehr als hundert neue Arbeitsplätze schaffen.
Indien ist inzwischen größter Waffenimporteur der Erde. Ein durchaus selbstbewusster Mitspieler unter den Großen, der inzwischen offensiv seinen Platz im Uno-Sicherheitsrat anstrebt. Und eine Nuklearmacht, die ihr Arsenal an Sprengköpfen ausbaut und gar nicht daran denkt, dem Atomwaffensperrvertrag beizutreten. Längst schon haben die Inder Satelliten ins All geschickt, vergangene Woche verkündeten sie ihre Pläne für eine Mars-Mission. "Ein gewaltiger Schritt für uns im Bereich von Wissenschaft und Technologie", so Singh.
Das ist das eine Indien - das hochtechnologische Kraftzentrum einer aufstrebenden Weltmacht, für das es viele Zahlen und Belege gibt. Aber dann ist da noch dieses andere Indien: das Land, in dem jedes dritte unterernährte Kind der Erde lebt; in dem gut zwei Drittel seiner Bewohner mit weniger als zwei Dollar pro Tag auskommen müssen; in dem nur jeder Zweite Zugang zu einer Toilette hat und immer noch über 25 Prozent nicht lesen und schreiben können. Und in dem die Stromversorgung so skandalös unsicher ist, dass - wie gerade Ende Juli geschehen - durch Blackouts plötzlich fast 700 Millionen Menschen zwei Tage ohne Licht und Strom waren, Eisenbahnen nicht mehr fuhren, Fabriken stillstanden, manche Krankenhäuser lahmgelegt wurden.
Ist Indien auf dem Weg zur Supermacht? Oder dazu verdammt, auf ewig eine "unterbelichtete" Dritte-Welt-Macht zu bleiben?
In Neu-Delhi ließen sich die wichtigsten Politiker der Welt blicken: Barack Obama, David Cameron und Angela Merkel machten Ministerpräsident Singh ebenso ihre Aufwartung wie Chinas Premier Wen Jiabao.
Indien ist die größte Demokratie der Erde mit einer freien Presse und einer unabhängigen Justiz, ein Alternativmodell zu der erfolgreichen chinesischen Erziehungsdiktatur mit ihrem Einparteienstaat. Innovatives privates Unternehmertum steht gegen Staatskapitalismus, kreatives Chaos gegen verordnetes Fortschrittsdenken. Der Elefant hat es mit
dem Drachen aufgenommen, ist angetreten zu einem ernsthaften Wettbewerb im Kampf der Systeme.
Der britische Historiker E. P. Thompson meinte, Indien sei "für die Zukunft der Welt das wichtigste Land". Shashi Tharoor, ehemals Uno-Untergeneralsekretär und heute Parlamentsabgeordneter in Neu-Delhi, meint: "Indien hält mit seinen Erfolgen und seinem Scheitern Lektionen für die gesamte Menschheit bereit - und kann den chinesischen Konkurrenten mit seiner nachhaltigen Entwicklung langfristig ausstechen."
Aber ist das nicht als Wunschdenken entlarvt, jetzt, da die Wachstumsrate von 10,6 Prozent im Jahr 2010 wohl auf magere 6 Prozent im Jahr 2012 abrutscht - von Turbo- wieder auf Rikscha-Tempo? Selbst Premier Singh warnt, dass Indiens Sicherheit gefährdet sei, falls das Land nicht bald wieder größeres Wachstum erwirtschafte. Zudem schwächeln die Investitionen aus dem Ausland, das Haushaltsdefizit hat sich vergrößert, die Rupie verlor massiv an Wert.
Kann der Elefant wirklich tanzen?
Hyderabad war bis zur indischen Unabhängigkeit über 220 Jahre lang ein Fürstenstaat, regiert von einigen der reichsten Männer der Welt. Legendär waren die Diamanten der muslimischen Nizam, wie sich die Herrscher hier nannten, der berühmteste fast 200 Karat schwer, diente als Briefbeschwerer. Geblieben sind Bauwerke, die zum Weltkulturerbe zählen: die mächtige Golkonda-Festung, die Grabmäler eines Herrschergeschlechts. Aber fragt man einen Ortskundigen nach dem Zentrum, wird er nicht zum Gewirr der quirligen Straßen führen, die sich wie Spinnweben um das Charminar-Denkmal in der Altstadt ausbreiten, sondern in das neue Viertel mit seinen Shopping-Malls, IT-, Bio- und Gentechnik-Firmensitzen und Hochschulen. Hyderabad, die Sieben-Millionen-Metropole, heißt im Volksmund längst "Cyberabad" - es ist neben Bangalore Indiens Hightech-Kapitale.
Hier befindet sich auch die Universität, die in Umfragen regelmäßig zur Nummer eins der auf Wirtschaft spezialisierten indischen Institute gewählt wird, nach einer von der "Financial Times" erstellten Rangfolge zu den Top Twenty weltweit gehört: die Indian School of Business (ISB). Das neue Juwel von Hyderabad.
Der Campus mit seinen luftigen rosaroten Gebäuden, eingebettet in eine sorgfältig gepflegte Parklandschaft, wirkt wie eine Insel. "Diese heitere Gelassenheit ist beabsichtigt, wir sehen uns gern als ein Tempel des Lernens", sagt Dekan Ajit Rangnekar, der vorher über ein Jahrzehnt lang in Hongkong gearbeitet hat. "Aber lassen Sie sich nicht täuschen: Hier wird extrem hart gearbeitet, 16-Stunden-Tage sind für unsere Studenten normal."
Dass hier nur die absolute Elite zum Zug kommt, stellen die Aufnahmeprüfungen und auch die Gebühren sicher: 40 000 Dollar kostet das Jahr an der ISB. Eine Chance hat sowieso nur, wer ein abgeschlossenes Studium vorweisen kann und auch schon Berufserfahrungen gesammelt hat. Die rund 600 Studenten von der ISB sind eine Zweckgemeinschaft auf Zeit, eingeschworen auf den Erfolg, zusammengeschweißt in einer Kaderschmiede.
Ins Leben gerufen wurde sie 1996 von indischen Wirtschaftsfachleuten der internationalen Consulting-Firma McKinsey "in Kooperation mit dem indischen Staat". Die Studenten haben für die Regierenden in Neu-Delhi nur Verachtung und Zynismus übrig. Korruption und Vetternwirtschaft sind in ihren Augen "endemisch", Parteien und ihre Vertreter sehen die jungen Leute nur als Geschäfte hemmendes Hindernis. "Wenn in Indien etwas funktioniert, dann nicht wegen der Politik, sondern trotz der Politik", sagt ISB-Absolvent Kumar. Aber auf die Stimmabgabe ganz zu verzichten ist für ihn keine Option. Wie alle Befragten geht auch er regelmäßig zur Wahl.
"Wir haben Vorteile durch unseren Pool gutausgebildeter, innovativer Fachkräfte und außerdem durch die Demografie - unsere Gesellschaft altert nicht so schnell wie die in China und im Westen", meint Student Sunil. Die neuen Industrien brauchten mit ihren Datenautobahnen nicht so viel an klassischer Infrastruktur, der katastrophale Zustand indischer Straßen falle also nicht so ins Gewicht.
Ob Indiens Fortschritte ausreichen, langfristig gegenüber China und dem Westen aufzuholen - da sind sich die Elitestudenten nicht sicher. Sie zeigen sich schlagfertig, witzig, weltgewandt. Nur auf die Frage, wofür "rote Hirse" steht, weiß keiner der Business-Profis eine Antwort. "Red Sorghum? Nie gehört", sagen sie. Und "Protex"? Wieder allgemeines Kopfschütteln.
Es sind Begriffe aus einer anderen Welt, einer Welt, mit der die ISB-Absolventen wohl nie konfrontiert sein dürften. Sie werden bald zur Spitze der Gesellschaft gehören, zu den Kreisen, die sich im indischen Alltag weitgehend vom Rest des Landes abschotten. Sie werden Fahrer haben und Autos mit Klimaanlage, Torwächter in überwachten Wohngebieten. "Hier beneiden die Götter die Menschen" wirbt eine dieser "Gated Communities" an Hyderabads Stadtautobahn.
Für Menschen, die hundert Kilometer nördlich und östlich von "Cyberabad" arbeiten, Bürger desselben Bundesstaats Andhra Pradesh, sind "Red Sorghum" und "Protex" Begriffe aus ihrem Überlebenskampf. Sie leben im anderen Indien. Sie schuften als Wanderarbeiter in chemischen Fabriken und in Stahlwerken, meist ohne Schutzkleidung, nicht einmal China hat eine so horrende Zahl von Industrieunfällen - auf Baustellen traf es zuletzt 165 von je 1000 Arbeitern. Oder sie beackern die kargen Böden und wissen oft nicht, ob sie ihren Frauen und Kindern in der nächsten Woche noch etwas Essbares auf den Tisch stellen können.
Jede Fahrt über das weite indische Land ist eine Zeitreise - zurück in eine Epoche von Schuldknechtschaft und Manchester-Kapitalismus.
Zum Beispiel Hasakothur, drei Auto-stunden von Hyderabad entfernt: Da haben die Bauern mit dem ihnen von internationalen Konzernen zu Billigstpreisen überlassenem Saatgut experimentiert. "Rote Hirse" und das gleichzeitig als Pestizid ausgebrachte "Protex" galten wegen der anfangs guten Erträge zunächst als Zaubermittel. Heute betrachten die Dörfler sie als Fluch. Die Böden sind nach drei, vier Ernten ausgelaugt und brauchen immer mehr Düngemittel. Den höheren Ertrag haben die Zwischenhändler abgeschöpft, die künstlich die Hirsepreise drückten und so die Bauern zu immer höheren Schulden zwangen. Tausende nahmen sich in ihrer Verzweiflung das Leben. Sie tranken das hochgiftige Mittel, von dem sie sich ihren wirtschaftlichen Aufstieg erhofft hatten.
Gut die Hälfte der Inder arbeiten in der Landwirtschaft (und erwirtschaften knapp 14 Prozent des Bruttoinlandsprodukts); etwa zweieinhalb Millionen Inder arbeiten in der Informationstechnologie (und erwirtschaften rund 6 Prozent der indischen Wirtschaftsleistung). "Wir schicken unsere Kinder in die Stadt, jeder Job ist besser als das hier", sagt Bauer Kiran.
Kiran glaubt, er sei so um die 60, genau weiß er sein Alter nicht. Er wirkt wie ein Greis. Wie alle im Dorf steht er bei seinem Zwischenhändler in der Kreide, die Erträge werden von den Schuldzinsen aufgefressen, "es ist wie das Rennen gegen eine Uhr, die schneller tickt als du", sagt er. Und dass Neu-Delhi indischen Großkonzernen erlaubt, riesige Agrarflächen in Staaten wie etwa in Äthiopien zu pachten, schadet den heimischen Bauern zusätzlich. Kiran weiß: Demokratie heißt nicht, gut und kompetent regiert zu werden. Und hohes Wirtschaftswachstum muss nicht bedeuten, dass es ihm und Millionen Menschen auf dem Land auch nur einen Deut besser geht.
Andere im Dorf haben sich deshalb der Untergrundbewegung der Naxaliten angeschlossen. Die Maoisten, die auch mit Gewalt gegen Großgrundbesitzer und Großindustrie kämpfen, sind derzeit in etwa einem Drittel der über 600 indischen Distrikte aktiv. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch beschuldigt in ihrem jüngsten Bericht vom Juli Regierung wie Aufständische, die Menschenrechte zu verletzen.
Vom Norden bis nach Andhra Pradesh zieht sich ein "roter Korridor", in dem die Aufständischen immer wieder Polizisten attackieren, sich Feuergefechte mit den Autoritäten liefern. Im vorigen Jahr starben bei solchen Auseinandersetzungen mehr als 600 Menschen. Es gehört zur Ironie der Geschichte, dass Mao Zedong im 21. Jahrhundert im demokratischen Indien vielleicht mehr Anhänger hat als im kommunistischen China.
Zum Abschied aus Hasakothur winken die Männer aus dem Dorf, ein knappes Dutzend ausgemergelte Gestalten an einem alten Bahnübergang, die Köpfe in Plastiktüten gehüllt vor dem einsetzenden Platzregen: die Verlierer des Fortschrittsrauschs.
Es existieren großartige Programme für die Ärmsten der Armen in Indien - auf dem Papier. Der Staat garantiert jedem ökonomisch rückständigen ländlichen Haushalt 100 bezahlte Arbeitstage. In Schulen auf dem Land soll ein kostenloses Mittagessen gereicht werden. Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll jeder indische Haushalt über Elektrizität verfügen, versprach der Ministerpräsident erst vorige Woche. Doch das sind weitgehend theoretische Versprechen. Auf dem langen Weg von gierigen Politikern aus Neu-Delhi bis zu den beide Hände aufhaltenden Ortsgrößen versickern die Summen, bevor sie Bedürftige erreichen können. Und so ist wohl nicht der Maoismus die größte innere Bedrohung für den Subkontinent, auch nicht der ständig drohende Terror aus dem Nachbarstaat Pakistan. Sondern die Armut. Und vor allem: die Korruption.
Einer hat dieser Geißel den Kampf angesagt, koste es, was es wolle, und sei es sein Leben, Indiens einflussreichster politischer Provokateur, von manchen gehasst, von vielen bewundert, von allen aber als verändernde Kraft wahrgenommen: Kisan Baburao Hazare, 75. Der Sozialaktivist mit dem ehrenden Beinamen "Anna" ("großer Bruder") wird wegen seiner Hungerstreiks gegen die Mächtigen sogar mit Mahatma Gandhi verglichen - die ultimative Ehre.
Hazares Dorf im westindischen Bundesstaat Maharashtra liegt in einer wenig fruchtbaren Landschaft. Holprige Wege führen vorbei an schmutzstarrenden Teestuben, die den Wutausbruch des Bundesministers für ländliche Entwicklung verständlich machen. "Wir sind das dreckigste Land der Erde", brach es aus Jairam Ramesh heraus, einem der wenigen Politiker, die Klartext reden. "Es ist paradox, man hat ein Handy, aber keine Toilette."
Aber sobald der Wagen nach Ralegan Siddhi einbiegt, sieht alles ganz anders aus. Da fallen die sauber gefegten Straßen auf, die makellos weiße Schule mit dem Computerzimmer, das Bewässerungsprojekt. Sozialaktivist Hazare ist der inoffizielle Bürgermeister von Ralegan Siddhi und stolz darauf, was er hier erreicht hat. "Mein Dorf soll ein Modell sein, ich will, dass es hundertfach in Indien kopiert wird", sagt er mit dem Selbstbewusstsein des erfolgreichen Kriegers, das blütenweiße Gandhi-Schiffchen sorgfältig auf dem Kopf verankert, platziert vor einer Gandhi-Büste an dem Tempel, in dessen bescheidenem Hinterzimmer er wohnt.
Was für eine Karriere: Mit zwölf brach er die Schule ab, verkaufte für den Rest seiner Jugend ohne feste Unterkunft in den Straßen von Bombay Blumengirlanden. Trat 1963 als überzeugter Patriot in die Armee ein. Während des Kriegs gegen Pakistan 1965 war er dann an seinem Grenzposten der einzige Überlebende eines feindlichen Luftschlags. Dankbar für sein Überleben und überzeugt von einem "göttlichen Auftrag" beschloss er, ins zivile Leben zurückzukehren und sein Land umzukrempeln - immer mit Mahatma Gandhis Vorstellung von einer nachhaltigen Dorfentwicklung im Hinterkopf. Auch mit dessen späterem Gelübde eines Lebens ohne Sex.
"Ralegan Siddhi lag am Boden. Die meisten Männer lebten vom illegalen Schnapsbrennen und waren selbst Alkoholiker geworden", erzählt Hazare.
Und wie hat er den Wandel im Dorf herbeigeführt?
"Mit Überzeugungsarbeit und, wenn es sein musste, auch mit strafender Härte habe ich den Wandel herbeigeführt." Pause. "Wen ich nach dreimaliger Warnung immer noch mit Alkohol erwischte, der wurde an einen Pfosten gebunden und durchgepeitscht." Bis heute sind im Dorf Alkohol und Zigaretten verboten, kein Kioskverkäufer würde es wagen, sie anzubieten. Immer blieb Hazare seinem fanatischen Willen zur Verbesserung der Nation und den Lebensverhältnissen seiner Bürger treu: viel Gandhi, aber auch viel Taliban.
Schon 1991 hatte Hazare in der Vetternwirtschaft das Grundübel der indischen Gesellschaft erkannt. Er gründete eine "Volksbewegung gegen Korruption", die allerdings lange nur regional wahrgenommen wurde. Jetzt aber ist offensichtlich die Zeit gekommen, da sich weite Teile Indiens nicht mehr gefallen lassen wollen, wie sich Politiker und Beamte die Taschen vollstopfen. Das Land steht in der Rangliste von Transparency International auf Platz 95, gilt als korrupter sogar als die Volksrepublik China und viele afrikanische Staaten.
Die Berichte über indische Skandale überschlugen sich in letzter Zeit: Die Ausrichtung der Commonwealth-Spiele kostete den Steuerzahler mindestens 15-mal so viel wie veranschlagt. Wohl an die 40 Milliarden Dollar gingen dem Staat verloren, weil der damalige Telekommunikationsminister Andimuthu Raja ein Mobilfunknetz skandalös unter Wert verkauft haben soll.
Es sind nicht nur die großen Korruptionsfische, die Indiens Bürger empören. Auch im Alltag geht inzwischen nichts mehr ohne Schmiergelder. Laut einer inoffiziellen Liste sind beispielsweise in der Hauptstadt fällig: bis 100 Dollar extra für einen Führerschein, 1000 Dollar für die Zulassung eines Privat-Pkw; dagegen sind die 10 Dollar bei einer Verkehrskontrolle vergleichsweise preiswert.
Als Hazare im April 2011 in die Hauptstadt aufbrach, um gegen die Vetternwirtschaft mit einem Hungerstreik zu protestieren und von den Politikern konkrete Antikorruptionsmaßnahmen zu fordern, traf er einen Nerv. Seine Anhänger hatten ihm später eine Bühne am zentralen Ramlila-Platz der Hauptstadt aufgebaut, wo er sich öffentlichkeitswirksam zum großen Fasten niederlassen konnte. Zunächst waren es einige hundert, dann einige tausend und nach einer Woche schon an die 100 000 Menschen, von den privaten TV-Stationen und übers Internet bestens informiert, die zu ihm strömten und ihn mit Sprechchören unterstützten.
Ein bisschen erinnerte dieser Ramlila- Platz im August 2011 an das, was 1989 auf dem Tiananmen-Platz in Peking passierte. Doch die Gewalt, für die sich Chinas Machthaber damals entschieden, war für Indiens Verantwortliche nie eine Option. Nach zwölf Tagen Hungerstreik beugte sich das Parlament den Forderungen des Aktivisten und versprach die Verabschiedung eines scharfen Antikorruptionsgesetzes. Hazare nahm ein bisschen Kokosmilch und Honig zu sich. Und verabschiedete sich von der Hauptstadt-Tribüne, von den Fans als Triumphator gefeiert. Noch allerdings hängt das Gesetz im Oberhaus fest.
Aber ist seine Volksbewegung wirklich die Geburtsschmiede einer neuen Zivilgesellschaft, wie seine Anhänger frohlockten? Oder beschädigt sie im Gegenteil die demokratischen Institutionen, "trat der große Fluss der Bewegung über die Ufer der Verfassung und zeigte Schatten der Anarchie", wie das Magazin "Outlook" warnte?
Beim Lokaltermin in seinem Dorf zeigt sich, wie weit Hazare zum bedeutenden Mitspieler der indischen Politik geworden ist. Es ist ein wenig wie bei Hofe: Abgeordnete aller Parteien belauern sich im kleinen, mit Büchern vollgestopften Aktionszentrum, immer die geschlossene Tür zum Allerheiligsten im Blick. Kaum macht Hazare einen Schritt in den Vorraum, stürzen sie sich auf ihn, tragen ihm ihre Anliegen vor, berühren ihn, wollen - im wahrsten Sinn des Wortes - einen Rockzipfel der neuen Macht erhaschen.
Manche winkt der Hausherr weg wie lästige Fliegen, anderen schenkt er sein Ohr. Erst vor wenigen Tagen entschloss sich Hazare nach einem neuerlichen öffentlichen Hungerstreik, mit seinem "Team Anna" eine Partei zu gründen. Ein politisches Amt strebt er nach eigenen Worten selbst nicht an. "Aber ich werde den Politikern, die sich benehmen, als seien sie die Eigentümer des Landes, weiter genau auf die Finger schauen."
Regierungsviertel in Neu-Delhi, ein unscheinbarer Zweckbau, Treffen mit Kapil Sibal, 64, dessen offizieller Titel "Minister für menschliche Ressourcen, Kommunikation und Informationstechnologie" lautet. Sibal wird immer mal wieder als einer derjenigen genannt, die es zum Premier bringen könnten.
Gegensätzlicher als Hazare und er können zwei in der Öffentlichkeit stehende Menschen kaum sein: Der Abgeordnete der regierenden Kongresspartei trägt Maßanzug und Krawatte, sein mit Eichenmöbeln ausgestattetes Büro ist erst nach diversen Kontrollen zu erreichen, im Vorzimmer herrscht distinguierte Ruhe. Sibal hat an der Harvard Law School studiert, eine klassische Polit-Karriere hingelegt: Chef der Anwaltskammer des Obersten Gerichtshofs, Repräsentant seines Landes beim Weltwirtschaftsforum von Davos. Ein Mann für alle Jahreszeiten, verwendbar für beliebige Staatsaufgaben, dessen Büro mit dem des Dorfaktivisten nur eines gemeinsam hat: das Foto von Mahatma Gandhi an der Wand.
Natürlich sei Korruption ein Problem, so wie sie auch während der vergleichbaren wirtschaftlichen Entwicklungsstufen im Europa des 20. Jahrhunderts ein Problem gewesen sei, die Regierung habe das erkannt und sei zum Handeln bereit. "Aber dieses Land mit seinen großen Erfolgen in der Wirtschaft und im Erziehungswesen lässt sich nicht darauf reduzieren. Wir haben unsere Analphabetenrate erheblich reduziert."
Und doch sagt der indische Wirtschafts-Nobelpreisträger Amartya Sen, der in Harvard lehrt, in einer aktuellen Untersuchung, dass "China seine Möglichkeiten, durch hohe ökonomische Wachstumsraten die soziale Entwicklung voranzutreiben, viel besser nutzt, dass Indien bei der Lebenserwartung, der Schulbildung wie der Säuglingssterblichkeit gegenüber dem Konkurrenten zurückfällt".
Der Minister mag das nicht hören. "Ich vergleiche Indien nicht mit China", sagt er und tut es dann doch. "Das sind zwei unterschiedliche Entwicklungsmodelle. Demokratie ist ein Prozess, durch den man einen Konsens in der Frage bildet, wie es vorangehen soll. Das mag ein wenig langsamer sein bei uns, natürlich können sie in Peking für Bauprojekte Grund und Boden anders akquirieren. Aber wenn etwas rechtsstaatlich legitimiert ist, wird es letztlich nachhaltiger sein."
Sibal möchte nicht über Defizite sprechen, sondern über Erfolge. "Natürlich bin ich nie zufrieden. Aber schauen Sie sich an, was wir beispielsweise mit unserer Breitbandverkabelung auf dem Land machen. 250 000 Dörfer sind schon vernetzt, und darüber hinaus haben wir unser Projekt mit dem revolutionären Tablet-Computer für die Massen, er wird das Leben von Millionen verändern."
Der "Aakash" ("Himmel") begeistert manche Technologiegläubige. Unter 50 Dollar soll das Tablet mit einem Sieben-Zoll-Bildschirm und zwei USB-Anschlüssen kosten. Zunächst 100 000 Exemplare will die Regierung in Neu-Delhi anschaffen und im ganzen Land an Schulen weitergeben, später, wenn der Preis des von der Firma Datawind mit Hilfe indischer Software-Spezialisten entwickelten Geräts noch weiter gedrückt werden kann, sollen landesweit zehn Millionen Nutzer an die himmlische Internetverbindung herankommen.
Der Sozialaktivist Hazare sieht Hochtechnologiefirmen und Top-Universitäten als kleine Inseln der Prosperität in den indischen Städten, die wenig zu tun haben mit dem unveränderten Leid auf dem Land. Sibal sieht Spitzenleistungen, die zur Ausbreitung einer Mittelklasse beitragen - im vergangenen Jahrzehnt stieg deren Zahl von 50 Millionen auf derzeit mehr als 200 Millionen Inder.
Aber auch der Minister kann schwer leugnen, dass das Wirtschaftswachstum in diesen Monaten eine tiefe Delle bekommen hat. Der einst so reformfreudige Premier Singh wirkt ausgelaugt und amtsmüde. Populistische Regionalparteien gewinnen an Gewicht, seine Koalition ist angeschlagen. Schon wird gemunkelt, der als Kronprinz gehandelte Generalsekretär der Kongresspartei, der Indira-Gandhi-Enkel Rahul und Sohn der mächtigen Parteichefin Sonia Gandhi, könnte als starker Mann ins Kabinett eintreten und bei vorgezogenen Neuwahlen die Nachfolge übernehmen. Bisher hat der 42-Jährige allerdings nicht gezeigt, wie er den Niedergang der Dynastie aufhalten und was ihn als starken Führer ausweisen könnte - als einen, der lähmende alte Traditionen aufbricht.
Die Schriften des Hinduismus berichten von einem ganz besonderen Ort der Götter am heiligen Ganges, Gott Shiva hat ihn sich herausgesucht, um dort, herabgestiegen von den Höhen des Himalaja, sein Hauptquartier zu errichten. Kashi ("Stadt des Lichts") hieß er vor rund 3000 Jahren, dann lange Benares, heute Varanasi. Hier zu sterben und seine Asche in den Fluten verstreut zu bekommen verheißt dem Gläubigen Erlösung vom Kreislauf der Wiedergeburten. Hier im göttlichen Nass seine Sünden abzuwaschen und das Wasser zu trinken wirkt für die Hindus als große Befreiung.
Schon vor Sonnenaufgang schiebt sich ein Zug von Menschen durch das Gewirr der Gassen, wie einem Fellini-Film entsprungen: grotesk übergewichtige Frauen, in grellrotes Musselin drapiert, nackte filzhaarige Bettler, über und über mit weißer Asche beschmiert, glatzköpfige Sadhus mit riesigen ockerfarbigen Schirmen aus getrockneten Palmblättern, schüchterne kleine Verkäuferinnen mit Schalen von Kokosnussscheiben, Zinnoberpulver und Hibiskusblüten, fluchende Rikschafahrer, die heilige Kühe umkurven. Alle zieht es hinunter zu den Ghats, den Stufen am Fluss. Zum Ritual des Bades. Zum Gebet. "Ich bin das Versprechen und die Erinnerung, ich bin das Schweigen über alle Geheimnisse der Welt", murmeln die Gläubigen.
In der Luft ein undefinierbarer Geruch, ein Gemisch aus Koriander, Ziegenkot und Räucherstäbchen. Und süßlichem Fleisch, Menschenfleisch. Denn es ist noch Leichenverbrennungszeit, vor allem am Manikarnika Ghat. Nur wenige hundert Meter trennen diese Treppen von denen für die Morgentoilette, bei der Männer, Frauen und Kinder in den Ganges tauchen, sich auch die Zähne reinigen. Und oft schwimmen in Sichtweite der Pilger aufgedunsene Tierkadaver durch die Strömung - oder auch Leichenteile, denn schnell muss es bei den Verbrennungen der Körper gehen, und nicht jeder hält die Vorschriften ein, wirklich nur Asche ins Wasser zu werfen. Vor allem aber verschmutzen Firmen und Haushalte den Fluss, leiten ihre Abwässer ungeklärt in den Ganges, Pestizide plus Fäkalien.
Auch für Veer Bhadra Mishra, 73, ist der Ganges eine Göttin. Der silberhaarige Greis ist ein gläubiger Hindu, ein herausragender Repräsentant seiner Religion. Vom Vater hat er den Titel des "Mahant" ("spiritueller Führer") geerbt und leitet schon seit seinem 14. Lebensjahr den Sankat-Mochan-Tempel. Aber Mishra ist gleichzeitig auch Wissenschaftler, Professor an der Universität in Varanasi, Spezialgebiet Wasserbau.
Eine zwangsläufig gespaltene Persönlichkeit, sollte man denken: Der Mann, der an das Heilende des Ganges glaubt, kennt das Krankmachende der Kloake. Er weiß die Dinge zu trennen. "Es ist Unsinn, dem Fluss irgendwelche Selbstreinigungskräfte zuzuschreiben, wie manche Hindus das tun. Wir haben Messwerte, die klar belegen, dass der Ganges kriminell dreckig ist und voller gefährlicher Krankheitserreger steckt", sagt Mishra zornig. "Deshalb habe ich es mir zur Lebensaufgabe gemacht, aus dem Ganges einen sauberen Fluss zu machen."
Schon 1982 hat Professor Mishra seine Sankat-Mochan-Stiftung zur Ganges-Reinigung gegründet. Der charismatische Wissenschaftler reiste durch Europa und die USA und fand viele Unterstützer. Die Vereinten Nationen ehrten ihn mit einem Umweltpreis, das amerikanische Nachrichtenmagazin "Time" ernannte ihn zu einem ihrer "Helden des Planeten". Und als Bill Clinton Indien besuchte, wünschte er sich Mishra als Tischpartner. "Die indische Bürokratie sorgte immer dafür, dass jeder Fortschritt zur Schnecke wurde", erzählt Mishra.
Inzwischen hat der Professor mit seinem wissenschaftlichen Team einen detaillierten neuen Vorschlag unterbreitet, der auf einem in Kalifornien getesteten Verfahren beruht und die Experten der Fachzeitschrift "Science" begeisterte. Dabei würde das Ganges-Wasser an bestimmten Stellen durch vier unterschiedliche Pools geleitet, die krankheitserregende Fäkalkeime entfernen könnten.
Der religiöse Umweltaktivist will nicht aufgeben. "Die Geduld zu verlieren ist im Hinduismus genauso eine Sünde wie zu viel Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid anderer", sagt Mishra und steht auf. Mühsam ist das für ihn, er muss sich beim Gehen von Freunden stützen lassen. Er weiß nicht, wie viel Zeit ihm noch bleibt, ihm, dem zu allem entschlossenen Träumer. Aber jetzt rufen die religiösen Pflichten. Der nächtliche Trommeltanz hat begonnen, die Gläubigen bringen ihre Blumenopfer und naschen von den Tempel-Süßigkeiten, die Affen kreischen erwartungsvoll.
Indien ist nicht zur Rückständigkeit verdammt, die hinduistische Religion - von Aufgeklärten wie Professor Mishra interpretiert - nicht unbedingt ein Entwicklungshindernis. Das Land, auf das der britische Kolonialherr Winston Churchill so verächtlich herabblickte, von dem er glaubte, es sei "genauso wenig ein Land wie der Äquator", hat trotz aller Rückschläge und Probleme bewiesen, dass es mehr sein kann als die Summe seiner Teile: eine Einheit in der Vielfalt. Den Wettbewerb mit dem großen Konkurrenten China um das bessere Entwicklungsmodell hat das Land gerade erst als Nachzügler begonnen, es hinkt in manchem Peking hinterher. Aber noch ist das Rennen offen.
Der große französische Schriftsteller Romain Rolland hat einmal geschrieben: "Wenn es einen Ort gibt, wo alle Träume seit den ersten Tagen, da der Mensch zu träumen begann, eine Heimat gefunden haben, dann ist es Indien."
Mitarbeit Padma Rao
(*) Am Mittwoch vergangener Woche in Secunderabad.
Von Erich Follath

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